Vielversprechende Ergebnisse aus Nachbeobachtungsphase der Phase-2-Studie

Von: Bayer AG  29.04.2008
Keywords: Arzneimittel, Forschung, Studie

Dies gaben Bayer HealthCare und Regeneron Pharmaceuticals, Inc. (Nasdaq: REGN) bekannt. Die vollständige Auswertung der 32-Wochen-Ergebnisse aus der Phase-2-Studie mit VEGF Trap-Eye bei der Behandlung der neovaskulären Form der altersbedingten Makuladegeneration (feuchte AMD) wird heute auf dem Kongress der Association for Research in Vision and Ophthalmology (ARVO) in Fort Lauderdale, Florida präsentiert und auf der homepage von Regeneron zur Verfügung gestellt werden. Die Verbesserung der Sehschärfe blieb im Mittel um 6,6 Buchstaben, die bei der Nachuntersuchung nach 16 Wochen gemessen werden konnte (nach 12 Wochen dauernden Behandlungsphase mit festgelegtem Anwendungsschema), auch nach 32 Wochen erhalten, und zwar in allen Studiengruppen. Die Verbesserung der Sehschärfe verglichen mit dem Ausgangswert betrug im Mittel nach 32 Wochen 6,7 Buchstaben, (P< 0.0001). In den 20 Wochen zwischen Woche 12 bis Woche 32 wurden die Patienten nach Bedarf mit VEGF Trap-Eye behandelt, wobei dieses vom behandelnden Arzt auf Basis vorher festgelegten Kriterien entschieden wurde. Die in den ersten 12 Wochen erreichte Verringerung der Netzhautdicke, einer anatomischen Messgröße für die verminderte Sehschärfe, blieb in allen Dosierungsgruppen ebenfalls bis zur 32. Woche erhalten (Verringerung im Mittel 137 Mikron im Vergleich zum Ausgangswert, P<0.0001). In dieser doppelt verblindeten, prospektiven, randomisierten Phase-2-Multicenterstudie wurden 157 Patienten nach dem Zufallsprinzip in fünf Gruppen eingeteilt und ein Auge mit VEGF Trap-Eye behandelt. Zwei Gruppen erhielten in den ersten 12 Wochen eine Dosis von 0,5 oder 2 mg VEGF Trap-Eye einmal pro Monat, drei weitere Gruppen wurden initial nur zweimal behandelt - mit einer Dosis von 0,5 mg, 2 mg oder 4 mg zu Beginn der Studie sowie nach 12 Wochen. Dieselbe Dosierung wurde in der Nachbeobachtungsphase dann noch einmal verabreicht, wenn es der behandelnde Arzt anhand der vorher festgelegten Kriterien für notwendig hielt. Die Sicherheit des Medikaments wurde überwacht, ebenso die Dicke der Netzhaut sowie die Sehschärfe. Die vorgelegten Daten stammen aus der Auswertung nach 32 Wochen. Die Patienten werden weiterhin beobachtet; die Studie läuft über insgesamt 52 Wochen. Patienten, die in den ersten 12 Wochen monatlich entweder 0,5 oder 2,0 mg VEGF Trap-Eye erhalten hatten und danach je nach Bedarf mit weiteren Injektionen behandelt wurden, konnten nach 32 Wochen im Mittel eine Verbesserung ihrer Sehschärfe um 8,0 bzw. 10,1 Buchstaben im Vergleich zum Ausgangswert erreichen. (p<0,01 bzw. <0.0001). Die Netzhautdicke hatte nach 32 Wochen im Mittel um 141 bzw. 162 Mikron abgenommen (beides p<0,0001 im Vergleich zum Ausgangswert). Die bedarfsgerechte Dosierung konnte auch bei denjenigen Patienten die Verminderung der Netzhautdicke und den Zugewinn an Sehschärfe erhalten, die zunächst nur einmal pro Quartal eine Dosis des Medikaments erhalten hatten (zu Beginn und nach 12 Wochen). Die Wirkung war jedoch weniger deutlich ausgeprägt als bei den Patienten, die zu Anfang das Medikament einmal pro Monat erhalten hatten. VEGF Trap-Eye erwies sich allgemein als sicher und gut verträglich, schwere Nebenwirkungen traten in der Studie nicht auf. Beobachtet wurde ein Fall von kulturnegativer Endophthalmitis/Uveitis am behandelten Auge. Ein Zusammenhang mit der Studienmedikation wurde diesbezüglich als unwahrscheinlich angesehen. Bei den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen handelte es sich um die bereits bei Injektionen in den Glaskörper des Auges bekannten Erscheinungen. Nach der letzten Behandlung der Initialphase in Woche 12 benötigten die Patienten aller Behandlungsgruppen im Durchschnitt nur noch eine einzige zusätzliche Injektion innerhalb der nächsten 20 Wochen, um die während der Behandlungsphase mit festgelegtem Anwendungsschema erreichte Verbesserung ihrer Sehschärfe zu erhalten. Auffällig war, dass 55 Prozent der Patienten, die in den ersten 12 Wochen 2,0 mg VEGF Trap-Eye monatlich erhalten hatten, in den nächsten 20 Wochen keinerlei zusätzliche Behandlung mehr benötigten. Bei der Nachbeobachtung in Woche 16 war bei 97 Prozent der Patienten, die zunächst monatlich 2,0 mg erhalten hatten, keine weitere Applikation erforderlich. Möglicherweise ist daher eine Dosierung alle 8 Wochen praktikabel. 'VEGF Trap-Eye hat eine hohe Affinität zu allen Isoformen von VEGF-A und PlGF, beides potente Mediatoren der Blutgefäßwucherung bei der feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD). Außerdem verbleibt das Medikament über lange Zeit im Auge. Daher gehen wir davon aus, dass man VEGF Trap-Eye seltener anwenden muss als andere verfügbare anti-angiogenetische Substanzen. Vielleicht genügt - besonders bei chronischer Anwendung - eine Anwendung, die seltener ist als einmal monatlich, um die Sehschärfe zu erhalten', sagte Dr. Quan Nguyen, M.D., M.Sc., Assistenzprofessor für Augenheilkunde am Wilmer-Institut für Augenheilkunde der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore und Studienleiter der Phase-2-Studie. 'Die jetzt publizierten Phase-2-Daten scheinen die Nachhaltigkeit dieses Konzepts zu bestätigen.' Die Behandlung der Patienten in dieser Studie mit VEGF Trap-Eye führte zu einer Verringerung des Netzhautareals, das von der sogenannten choroidalen Neovaskularisation (CNV) betroffen war. CNV ist die Ursache des Sehkraftverlusts bei feuchter AMD. Patienten mit initialer Dosierung von 0,5 oder 2 mg pro Monat und anschließender Dosierung nach Bedarf zeigten nach 24 Wochen eine Verringerung des CNV-Areals von 1,55 mm² bzw. 2,52 mm² im Vergleich zum Ausgangswert (die Analyse der 24-Wochen-Werte ist die aktuellste, die derzeit bei dem unabhängigen Auswertungszentrum verfügbar ist). Auch bei den Patienten, die initial nur einmal pro Quartal behandelt worden waren, ließ sich eine Verbesserung der CNV feststellen. 'Die Verringerung des CNV-Areals, wie sie bei der VEGF Trap-Eye - Behandlung nachgewiesen wurde, konnte anderweitig bislang nicht beobachtet werden. Die bisherigen Ergebnisse der Studien mit VEGF Trap-Eye unterstreichen daher die klinische Bedeutsamkeit, die dieser Wirkstoff haben könnte', erklärte Jason Slakter, M.D., Professor für Augenheilkunde an der New York University School of Medicine. 'Diese neuen Ergebnisse bestätigen, dass VEGF Trap-Eye das Potenzial hat, die Netzhautdicke deutlich zu verringern und die Sehkraft zu verbessern,' sagte Dr. Gunnar Riemann, Mitglied des Bayer HealthCare Executive Committee. 'Die Weiterentwicklung dieses Wirkstoffs ist weltweit für Millionen von Menschen, die an dieser schweren Augenkrankheit leiden, von großer Bedeutung.' Über das Phase-3-Studienprogramm bei feuchter AMD Bayer HealthCare und Regeneron haben im August 2007 ein weltweites Phase-3-Entwicklungsprogramm mit VEGF Trap-Eye bei feuchter Makuladegeneration (AMD) begonnen. In zwei Phase-3-Studien wird VEGF Trap-Eye in Dosierungsintervallen von 4 bzw. 8 Wochen direkt mit der gemäß Dosierungsempfehlung vierwöchigen Gabe von Ranibizumab (Lucentis) verglichen. Nach dem ersten Studienjahr wird die Dosierung in beiden Studien nach Bedarf für ein weiteres Jahr fortgesetzt. Die VIEW-1-Studie in den USA und Kanada nimmt derzeit Patienten in die Studie auf. Die VIEW-2-Studie hat vor kurzem begonnen. Beteiligt sind bis zu 200 Zentren in Europa, dem asiatisch-pazifischen Raum, Japan und Lateinamerika. Bayer HealthCare und Regeneron arbeiten zusammen an der weltweiten Entwicklung des VEGF Trap-Eye zur Behandlung der feuchten AMD sowie diabetesbedingter und weiterer Erkrankungen des Auges. Nach erfolgter Zulassung wird Bayer HealthCare das Präparat außerhalb der USA vermarkten, wobei die beiden Partner die Erlöse gleichmäßg teilen. In den USA hält Regeneron die alleinigen Rechte an VEGF Trap-Eye. Über VEGF Trap-EyeDer 'Vascular endothelial growth factor' (VEGF) ist ein natürlich vorkommendes Protein im menschlichen Körper. Seine eigentliche Aufgabe ist die Auslösung des Blutgefäßwachstums, der sogenannten Angiogenese. Dies wird bei Wachstum und Heilung von Organen und Gewebe benötigt. VEGF ist jedoch auch beim krankhaften Wachstum fragiler neuer Blutgefäße im Auge beteiligt, das zur Entwicklung der feuchten AMD führt. Der VEGF Trap-Eye ist ein menschliches, lösliches VEGF-Rezeptor-Fusionsprotein, das sämtliche Formen des VEGF-A ebenso wie den verwandten placentaren Wachstumsfaktor PIGF (placental growth factor) binden kann. Auf diese Weise ist der VEGF Trap-Eye ein spezifischer und hochwirksamer Blocker für diese Wachstumsfaktoren. Die VEGF-Blockade kann die Bildung neuer abnormer Blutgefäße ebenso wie das Aussickern aus den Gefäßen verhindern und hat sich in der Behandlung der feuchten AMG als wirksam erwiesen. Ein VEGF-Inhibitor (Ranibizumab) ist bereits für die Behandlung dieser Erkrankung zugelassen. Über feuchte AMD (die feuchte altersbedingte Makuladegeneration) Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine der wichtigsten Ursachen der Erblindung im Erwachsenenalter. Die Makuladegeneration ist entweder trocken (nicht exsudativ) oder feucht (exsudativ). Bei der feuchten Makuladegeneration wachsen neue, abnorme Blutgefäße hinter der Netzhaut, aus denen Blut und Flüssigkeit sickern. Diese 'Lecks' in den Blutgefäßen schädigen die Netzhaut in Struktur und Funktion. Es entstehen 'blinde Flecken' im zentralen Sehbereich, dies kann bis zur völligen Erblindung führen. Die feuchte Makuladegeneration ist die häufigste Ursache der Erblindung bei Menschen über 65 in den USA und Europa.

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