Computertechnik steuert per Mausklick Rangierloks, Weichen und Förderanlagen im Rangierbahnhof Seelz

Von: Deutsche Bahn  11.07.2006
Keywords: Transport Logistik

(Hannover, 10. Juli 2006) Die Bauarbeiten im östlichen Teil des Rangierbahnhofs Seelze, dem so genannten West/Ost-System, sind abgeschlossen. Mehr als 41 Millionen Euro hat die Bahn in den vergangenen zwei Jahren in die Modernisierung der Anlage investiert. Heute nahm Niedersachsens Verkehrsminister Walter Hirche zusammen mit Klaus Junker, Vorstand Betrieb der DB Netz AG, Eckart Fricke, Vorstand Produktion der Railion Deutschland AG, sowie Hans-Jürgen Meyer, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Niedersachsen/Bremen, die Anlage offiziell in Betrieb. Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Walter Hirche sagte bei der Inbetriebnahme: 'Der Rangierbahnhof in Seelze als wichtiges Drehkreuz für den Güterverkehr wird durch die Modernisierung noch leistungsfähiger. Als Baustein der Logistikkette sichert er damit gleichzeitig Arbeitsplätze, denn Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sind immer auch Zukunftsinvestitionen für mehr Beschäftigung.' 'Der Rangierbahnhof Seelze ist als zentrale Drehscheibe im nationalen und internationalen Schienengüterverkehr eine der wichtigsten Zugbildungsanlagen der Bahn', so Klaus Junker. 'Mit der Modernisierung der Gleisanlagen in West/Ost-Richtung, die nun abgeschlossen ist, entsteht eine moderne Infrastruktur, die für unsere Kunden ein qualitativ hochwertiges Leistungsangebot bietet.' Die neu eingebauten Gleisbremsen und Förderanlagen für die 34 Richtungsgleise der West/Ost-Gleisanlage des Rangierbahnhofs werden weitgehend automatisiert von einem Computer gesteuert. Eine Vielzahl technischer Daten, wie etwa das Gewicht der Güterwagen, deren spezielle Laufeigenschaften oder die äußeren Witterungseinflüsse werden im Rechner gespeichert. Hieraus werden der zielgenaue Laufweg der Güterwagen durch den gesamten Rangierbahnhof errechnet, die Weichen automatisch gestellt und die Brems- und Förderanlagen entsprechend gesteuert. Durch den Einsatz modernster Rangiertechnik wird die Leistungsfähigkeit des West/Ost-Systems von 135 Wagen auf rund 200 Wagen pro Stunde bei höchstem Sicherheitsstandard gesteigert. Die Modernisierung des West/Ost-Systems in Seelze ist Bestandteil eines bundesweiten Investitionsprogramms für Rangierbahnhöfe, in dessen Rahmen die Deutsche Bahn AG die wichtigsten Güterverkehrsdrehscheiben mit neuer Rangiertechnik ausrüstet. Für die Modernisierung wurden im letzten Bauabschnitt für das West/Ost-Systems 25 Kilometer Gleise auf mehr als 30.000 Schwellen und 15.000 Tonnen Schotter verlegt. 100 Kilometer Kabel sichern die Datenübertragung. Die Gesamtkosten für Modernisierung und Erneuerung belaufen sich auf 65 Millionen Euro. Der Rangierbahnhof Seelze liegt westlich von Hannover im Verkehrskreuz wichtiger Nord-Süd- und Ost-West-Zugverbindungen. Mit täglich rund 5.000 behandelten Güterwagen nimmt die Anlage einen Spitzenplatz unter den größten Rangierbahnhöfen in Deutschland ein. Das Zusammenstellen von Güterzügen, die so genannte Zugbildung, hat ein festes Schema: Ankommende Güterzüge werden in Einzelwagen aufgelöst und je nach Bestimmungsort neu zusammengestellt. Die Auflösung geschieht durch Ausnutzung der Schwerkraft, indem man die auseinander gekuppelten Güterwagen des Zuges über eine Rampe, den Ablaufberg, rollen lässt. Das vorhandene Gefälle ersetzt dabei die sonst erforderliche Rangierlokomotive. Durch die Gleisbremsen am Hang des 'Berges' in der Geschwindigkeit reduziert, rollen die Wagen dann sanft in die jeweiligen Richtungsgleise. Das jetzt erneuerte West/Ost-System in Seelze hat 34 dieser Gleise, das bereits 2004 modernisierte Ost/West-System 18. Die neu eingebauten Förderanlagen in den Richtungsgleisen ziehen die zum Stillstand gekommenen Güterwagen zusammen, so dass sie gekuppelt werden können und so ein neuer Zug entsteht.

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