Postbank bleibt im ersten Halbjahr auf Kurs

Von: Deutsche Postbank AG Niederlassung Berlin  30.07.2008
Keywords: Sparen, Kreditbanken, Postbank

Sie verzeichnete einen positiven Trend beim operativen Ergebnis, während die Belastungen aus der Entwicklung an den Kapitalmärkten in der Ertragsrechnung erneut vergleichsweise moderat ausfielen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 - dem letzten vor dem Auftreten der Kapitalmarktkrise - legte die Postbank bei den operativen Kernerträgen - Zinsüberschuss und Provisionsüberschuss - zu. Aufgrund der Marktturbulenzen gingen das Handels- und Finanzanlageergebnis zurück. Die Verwaltungsaufwendungen verminderten sich infolge von Effizienzgewinnen und strikter Kostenkontrolle deutlich. Die Risikovorsorge lag spürbar unter dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Steuern ging in den ersten sechs Monaten 2008 um 26,1 % auf 337 Millionen Euro zurück. Bereinigt um die Auswirkungen der Finanzmarktkrise stieg das Ergebnis um 43,4 % auf 654 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern verminderte sich auf 13,9 % (Vorjahr 17,5 %). Die Cost Income Ratio der Gesamtbank stieg auf 73,7 % (68,7 %). Im klassischen Bankgeschäft, also ohne Transaction Banking, lag dieser Wert bei 71,8 % (66,6 %). Bereinigt um die finanziellen Auswirkungen der Marktverwerfungen, ergaben sich in den ersten sechs Monaten sowohl beim Ergebnis vor Steuern als auch bei der Eigenkapitalrendite und der Cost Income Ratio Verbesserungen gegenüber den Vergleichswerten des Vorjahres. Neues Stammkundenkonzept mit ersten Erfolgen
Das Ende 2007 von der Postbank im Rahmen der Vorwärtsstrategie 'Next Step' eingeführte Stammkundenkonzept trug im ersten Halbjahr 2008 erste Früchte. Die Bank konnte die Zahl ihrer Stammkunden gegenüber dem Jahresende 2007 von 4,6 Millionen auf 4,7 Millionen steigern. Sie sieht sich auf einem guten Weg, das selbst gesteckte Ziel von 5,2 Millionen Stammkunden bis Ende 2010 zu erreichen. Mit 250.000 Girokonten konnte die Postbank den Absatz im ersten Halbjahr um 14,5 % gegenüber dem Vorjahr steigern. Die Inanspruchnahme der Kontokorrentkredite auf den Girokonten stieg erneut und lag bei 1,0 Milliarden Euro, 8,1 % mehr als am Jahresende 2007. Insgesamt führte die Postbank am 30. Juni 2008 4,9 Millionen private Girokonten, was einem Marktanteil von 6,7 % entspricht. Auch die Ende 2007 formulierte Strategie, durch attraktive Produkte und Konditionen neue Spargelder zu akquirieren, greift. So konnte die Postbank im rückläufigen Markt für Spareinlagen im ersten Halbjahr 2008 ihren Marktanteil auf 8,8 % weiter ausbauen. Das gesamte Sparvolumen inklusive Bauspareinlagen stieg seit Jahresende 2007 um 3,3 % auf 62,7 Milliarden Euro. Besonders erfreulich entwickelte sich bei der Postbank das Ratenkreditgeschäft. Die Bank konnte im ersten Halbjahr den Absatz um 71,8 % auf 821 Millionen Euro steigern. Hierzu leistete auch der erst im März 2008 eingeführte Autokredit einen zunehmend größeren positiven Beitrag. In einem stark rückläufigen Markt konnte die Postbank ihren Marktanteil deutlich ausbauen. Weitere Marktanteilsgewinne in der Baufinanzierung
Das Neugeschäft in der Baufinanzierung war in einem bekannt schwierigen Umfeld im ersten Halbjahr 2008 um 12,1 % rückläufig und lag bei 5,0 Milliarden Euro nach 5,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Erfolgreich entwickelt sich das unter der Marke BHW betriebene Geschäft mit kleinvolumigen Baukrediten für Renovierungen oder ökologische Umbauten. Gegenüber dem ersten Quartal ist hier ein Zuwachs um 31,1 % auf 987 Millionen Euro zu verzeichnen. Ende Juni 2008 hatte die Postbank einen Bestand privater Baufinanzierungen von 70,2 Milliarden Euro in ihren Büchern, was gegenüber dem Jahresende 2007 einen Anstieg um 2,2 Milliarden Euro bzw. 3,2 % bedeutet. Damit beträgt der Marktanteil in diesem Geschäftsfeld 8,9 %, 0,3 Prozentpunkte mehr als am 31. Dezember 2007. Die bei der BHW Bausparkasse beantragte Bausparsumme erreichte im ersten Halbjahr 2008 ein Volumen von 5,9 Milliarden Euro, 5,4 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Bestand der Bauspareinlagen lag am 30. Juni 2008 fast unverändert bei 16,5 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von 13,4 % entspricht nach 13,7 % am Ende des Vorquartals. Auch bei den ausgezahlten Bauspardarlehen setzte sich der positive Trend fort. Sie erreichten ein Volumen von 629 Millionen Euro, 21,4 % mehr als im Vorjahr. Position als Kernbank für den Mittelstand zielgerichtet gestärkt
Im ersten Halbjahr hat die Postbank als Kernbank für den Mittelstand im inländischen Firmenkundengeschäft sowohl im Finanzierungs- als auch im Anlagebereich ihren Wachstumskurs erfolgreich fortgesetzt. Das Volumen der Mittelstandskredite erhöhte sich zum 30. Juni 2008 gegenüber dem Vorjahresende um 0,4 Milliarden Euro auf 4,0 Milliarden Euro. Das Gesamtkreditvolumen im Firmenkundengeschäft lag stichtagsbezogen bei 20,8 Milliarden Euro. In der gewerblichen Immobilienfinanzierung konnte die Bank das Neugeschäft im ersten Halbjahr deutlich steigern. Dies geschah unter strikter Beibehaltung der konservativen Risikopolitik. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
Trotz der zunehmend spürbaren Belastungen aus der inversen Zinsstrukturkurve stieg der Zinsüberschuss im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 % auf 1,18 Milliarden Euro. Gegenüber den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres gingen sowohl das Finanzanlage- als auch das Handelsergebnis infolge der Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklungen zurück. Das Finanzanlageergebnis verminderte sich um 187 Millionen Euro auf -79 Millionen Euro. Insgesamt war im ersten Halbjahr ein - auf der Grundlage eines vorsichtigen Bewertungsansatzes ermitteltes - Impairment in Höhe von 120 Millionen Euro auf die von den Marktverwerfungen betroffenen Bestände strukturierter Kreditportfolios der Bank zu berücksichtigen. Dieser weiterhin vergleichsweise moderate Umfang an Wertminderungen unterstreicht erneut die gute Struktur des Investments der Postbank. Dabei schränkten der crashartige Zinsanstieg des zweiten Quartals und der Rückgang der Aktienmärkte die Möglichkeiten zur Generierung positiver Ergebnisbeiträge ein. Belastungen aus der Bewertung eingebetteter Derivate aus dem strukturierten Kreditersatzgeschäft in Höhe von 197 Millionen Euro, die nicht im Zusammenhang mit dem originären Handelsergebnis der Postbank stehen, ließen das Handelsergebnis insgesamt von 169 Millionen Euro im Vorjahr auf 67 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008 zurückgehen. Bereinigt um diese Effekte, ergab sich ein Anstieg des Handelsergebnisses. Im zweiten Quartal beliefen sich diese Belastungen aus eingebetteten Derivaten auf 71 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss betrug in den ersten sechs Monaten 709 Millionen Euro und lag damit um 1,9 % über dem Wert des ersten Halbjahrs 2007 (696 Millionen Euro). Bei isolierter Betrachtung des zweiten Quartals ergibt sich sogar eine Verbesserung gegenüber dem Ergebnis des vergleichbaren Vorjahreszeitraums um 3,2 %. Die Gesamterträge gingen in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahr um 9,4 % auf 1,88 Milliarden Euro zurück. Die bilanzbezogenen Erträge, bestehend aus Zinsüberschuss, Handels- und Finanzanlageergebnis, verminderten sich um 15,1 % auf 1,17 Milliarden Euro. Diese Entwicklungen sind nahezu ausschließlich auf die Auswirkungen der Kapitalmarktturbulenzen zurückzuführen. Um diese bereinigt, hätte sich ein spürbarer Anstieg der Ertragspositionen gegenüber dem ersten Halbjahr 2007 ergeben. Die Risikovorsorge lag im ersten Halbjahr 2008 mit 161 Millionen Euro um 15 Millionen Euro bzw. 8,5 % unter dem Wert des Vorjahres. Das Kundenkreditvolumen legte im gleichen Zeitraum deutlich um 11,3 % zu. Dies unterstreicht unser konservatives Risikoprofil und die unverändert umsichtige Kreditpolitik der Postbank sowie die im Inland robuste gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Die Verwaltungsaufwendungen entwickelten sich sehr erfreulich. Die gesamten Kosten gingen in den ersten sechs Monaten um 40 Millionen Euro bzw. 2,8 % auf 1,38 Milliarden Euro deutlich zurück. Die Postbank stellte nach eigener Einschätzung abermals unter Beweis, dass sie kontinuierlich steigende Volumen im Kundengeschäft bei hoher Kostendisziplin umsetzen kann. Der Saldo der Sonstigen Erträge und Aufwendungen lag bei 4 Millionen Euro nach -17 Millionen Euro im Vorjahr. Bei einer Steuerquote von knapp 30,0 % errechnet sich ein Konzerngewinn von 235 Millionen Euro, 20,3 % weniger als im Vorjahr (295 Millionen Euro). Dies entspricht einem Gewinn je Aktie von 1,43 Euro nach 1,80 Euro im ersten Halbjahr 2007. BILANZENTWICKLUNG
Die Bilanzsumme stieg von 203,0 Milliarden Euro am Jahresende 2007 auf 228,6 Milliarden Euro am 30. Juni 2008. Auf der Aktivseite trugen hierzu maßgeblich die deutlich gestiegenen Forderungen an Kunden sowie höhere Finanzanlagen und Handelsaktiva bei. Auf der Passivseite waren insbesondere ein Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie eine Ausweitung der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden bei ebenfalls erhöhten verbrieften Verbindlichkeiten und Handelspassiva zu verzeichnen. Gleichzeitig wurden teurere verbriefte Altverbindlichkeiten weiter planmäßig zurückgeführt. Nach dem Abbau ihres historischen Einlagenüberhangs verfügt die Postbank über eine ausgewogene, diversifizierte Bilanzstruktur. Die Forderungen an Kunden wuchsen gegenüber dem Jahresende 2007 um erfreuliche 7,9 Milliarden Euro auf 100,0 Milliarden Euro. Die Forderungen an Kreditinstitute lagen um rund 4,2 Milliarden Euro niedriger als zum Jahresende 2007 (24,6 Milliarden Euro). Auf der Passivseite stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden um 2,2 Milliarden Euro auf 112,9 Milliarden Euro. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat die Postbank als vorsorgliche Maßnahme zur weiteren Stärkung ihrer Liquiditätsausstattung um 15,9 Milliarden Euro auf 77,1 Milliarden Euro ausgeweitet. Das Eigenkapital lag am 30. Juni 2008 mit 4,3 Milliarden Euro um 1,0 Milliarden Euro unter dem Jahresendwert 2007. Hier sank die Neubewertungsrücklage von -523 Millionen Euro am Jahresende 2007 auf -1,57 Milliarden Euro per 30. Juni 2008. Die Kernkapitalquote nach Basel II betrug zum 30. Juni 2008 6,3 % nach 6,9 % zum Jahresende 2007. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Postbank ihre Neubewertungsrücklage - im Gegensatz zu vielen anderen Banken - bei der Berechnung der Tier 1 Ratio vom Kernkapital abzieht, was die Volatilität der Quote erhöht. Insgesamt wird der Rückgang der Neubewertungsrücklage in diesem Jahr ganz überwiegend aus Barwertschwankungen von Staatsanleihen und anderen bonitätsbezogen einwandfreien Papieren geprägt. Die Belastungen aus dem strukturierten Kreditportfolio waren im 2. Quartal spürbar geringer, als im ersten Quartal. Die Postbank geht davon aus, dass sich die Kernkapitalquote - keine weitere marktbedingte Verringerung der Neubewertungsrücklage vorausgesetzt - durch Pull-to-Par-Effekte und Gewinnthesaurierungen wieder erhöhen wird. Ausblick
Für das laufende Jahr sieht sich die Postbank angesichts der erfreulichen Entwicklung im operativen Geschäft nach dem ersten Halbjahr 2008 auf gutem Weg, beim operativen Ergebnis vor Steuern (ohne positive und negative Sondereffekte) 1,1 Milliarden Euro bis 1,2 Milliarden Euro trotz der teilweise inversen Zinsstrukturkurve und der hohen Volatilität an den Kapitalmärkten zu erreichen.

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