DIW Berlin wehrt sich gegen politisch motivierte Kampagne

Von: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW)  28.06.2007
Keywords: Finanzen, Wirtschaftsforschung

Das DIW Berlin und insbesondere seine Konjunkturabteilung sind seit einiger Zeit einer politisch motivierten Kampagne (z.B. in der Financial Times Deutschland vom 25.6.07: 'DIW droht Ausschluss von Gemeinschaftsdiagnose') ausgesetzt, bei der die fachliche Qualifikation seiner Konjunkturforscher und die Größe der Abteilung in Abrede gestellt wird. Dabei mangelt es diesen Anwürfen oft an sorgfältiger Recherche. Sie verletzen ferner die Regeln für einen fairen Wettbewerb. Es werden von Insidern bewusst verzerrte oder falsche Informationen über angeblich schwache Leistungen der Wissenschaftler der Konjunkturabteilung des DIW Berlin oder anderer Zusammenhänge berichtet. Diese Kampagne versucht vor dem Hintergrund der Neuausschreibung der Gemeinschaftsdiagnose (GD) durch die Bundesregierung sowohl das Ansehen des Instituts als auch die wissenschaftliche Reputation seiner Konjunkturforscher zu beschädigen. Das DIW Berlin weist diese Versuche mit Nachdruck zurück und stellt sich voll hinter die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Konjunkturabteilung. Die Behauptungen können einer objektiven Betrachtung nicht standhalten. Im Jahr 2006 konnte die Konjunkturabteilung des DIW Berlin mehr referierte Publikationen gemessen anhand von Veröffentlichungen im international anerkannten SSCI Index vorweisen als alle anderen Konjunkturabteilungen der deutschen Forschungsinstitute in den letzten 10 Jahren zusammen. Die Konjunkturabteilung hat in den letzten Jahren eine Reihe hochqualifizierter Mitarbeiter mit Promotionsabschlüssen international renommierter Universitäten gewinnen können. Damit hat die Konjunkturabteilung entgegen anders lautender Behauptungen die wissenschaftlich stärkste Besetzung, die das DIW Berlin jemals hatte. Auch die Personenzahl entspricht der Bedeutung einer Abteilung in einem großen Forschungsinstitut. Die Konjunkturabteilung ist eine der größten Abteilungen des DIW Berlin. Mit dieser Aufstellung ist das Institut ein international gefragter wissenschaftlicher Kooperationspartner, der in der internationalen Politikberatung äußerst erfolgreich ist. So erhielt das DIW Berlin beispielsweise von der Europäischen Kommission den Zuschlag zur Evaluierung der Prognosedienste der DG ECFIN (Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen). Diese internationale Ausschreibung war sehr stark umkämpft und unterlag einer rigorosen Evaluierung der Angebote. Vor diesem Hintergrund erscheint es unverständlich, warum die Konjunkturabteilung des DIW Berlin für die nationale Konjunkturforschung fachlich nicht geeignet sein soll. In der deutschen konjunkturpolitischen Beratung hat das DIW Berlin durch neue Ansätze immer wieder aktiv zur Weiterentwicklung der Gemeinschaftsdiagnose (GD) beigetragen. Die Konjunkturabteilung hat eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen, die sie für die Politikberatung auszeichnet und deutlich von den Wettbewerbern abhebt. Dazu zählen u. a. der Einsatz fortgeschrittener quantitativer Methoden und die Betonung neukeynesianischer Erklärungsmuster. Darüber hinaus verfügt die Abteilung über ein umfangreiches, selbst entwickeltes makroökonometrisches Mehr-Länder-Modell zur Konjunkturprognose, das neuesten ökonometrischen Anforderungen genügt. Die Konjunkturabteilung des DIW Berlin hat ferner eine Software entwickelt, mit der Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) - Rundrechnungen in Echtzeit möglich sind. Mit dem Einsatz seiner mathematisch-statistischen Verfahren trägt das DIW Berlin zu einer effizienten und methodisch gesicherten Diskussion bei der GD bei. Die Bietergemeinschaft des DIW Berlin mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim wird in der politisch motivierten Kampagne als Kaschierung von Defiziten interpretiert. Es liegt jedoch in der Natur jeder Zusammenarbeit, dadurch stärker zu werden. Allerdings verfügt das DIW Berlin ebenfalls über eine Reihe eigener makroökonometrischer Modelle für Deutschland und den Euroraum beziehungsweise für die großen Länder der Europäischen Union, mit denen Mittelfristszenarien berechenbar sind. Die Modelle können herangezogen werden, um Robustheitsanalysen durchzuführen. Dabei sind sie in hohem Maße auf die jeweilige Fragestellung zugeschnitten. Die optimale Anpassung der Modellstruktur auf neue Fragestellungen ist dabei möglich, weil es sich um Eigenentwicklungen handelt, die sämtlich von Mitarbeitern der neu ausgerichteten und professionelleren Konjunkturabteilung erstellt wurden. Mit seinen unterschiedlichen theoretischen und methodischen Ansätzen trägt das DIW Berlin wie gefordert zur besseren Fundierung der Gemeinschaftsdiagnose bei. Die Verwendung von Modellen der Konjunkturabteilung erlaubt die präzise Evaluierung vorangegangener Prognosen und das DIW Berlin sichert die konsistente Rundrechnung der VGR. Damit erfüllt das DIW Berlin die Anforderungen der Gemeinschaftsdiagnose exzellent und verbindet Wissenschaft und Politikberatung auf höchstem Niveau. Pressestelle DIW BerlinDeutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)German Institute for Economic ResearchKönigin-Luise-Str. 5114195 BerlinTel. +49-30-897 89 249Fax +49-30-897 89 119mailto:presse@diw.dewww.diw.de

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