NABU fordert Korrektur der deutschen und europäischen Biokraftstoffpolitik

Von: Naturschutzbund Deutschland (NABU)  29.01.2008
Keywords: Umweltschutz

Obwohl immer mehr Berichte und Studien den Beitrag der Biokraftstoffe zum Klimaschutz in Zweifel ziehen, werde an zu hohen Ausbauzielen festgehalten. *Die Risiken und Nebenwirkungen einer massiven Anhebung der Biospritquote sind so hoch, dass die ökologischen Kosten den Nutzen übertreffen werden“, so Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des NABU. Die Biokraftstoffziele könnten nur mit erheblichen Importen aus Drittländern realisiert werden. Die Auswirkungen auf intakte Ökosysteme wie Regenwälder oder Moore mit ihrer einzigartigen Artenvielfalt und ihren enormen Kohlenstoffvorräten seien jedoch besonders verheerend. Das Klima- und Energiepaket, das die EU-Kommission an diesem Mittwoch vorlegen will, ziele im Verkehrsbereich zu stark auf Biokraftstoffe ab, statt Autos und Verkehrssysteme energieeffizienter zu gestalten. Die EU will den Biokraftstoff-Anteil bis 2020 auf 10 Prozent und die Bundesregierung sogar auf bis zu 20 Prozent steigern. Nach Ansicht des NABU ist es ein Trugschluss, zu glauben, dass die Drosselung der Treibhausgas-Emissionen im Verkehr zu einem großen Teil über die Biokraftstoffe erreicht werden kann. *Ein Spritschlucker wird auch mit Biosprit nicht umweltfreundlicher. Wir brauchen klare Vorgaben für effiziente Autos, statt hohe Biokraftstoffquoten“, fordert Miller. Besonders kontraproduktiv sei die geplante Anrechenbarkeit von Biokraftstoffen im Rahmen der CO2-Begrenzung von neuen Autos. *Wir lehnen es ab, dass Neufahrzeuge die anvisierte Zielmarke von 120 g CO2 je Kilometer bis 2012 unter Zuhilfenahme von Biokraftstoffen erreichen dürfen, obwohl unklar ist, ob diese Kraftstoffe überhaupt das Klima entlasten“, so Miller. Eine Anrechnung von Biokraftstoffen verschleiere den zu hohen Verbrauch der Fahrzeuge. Die Einsparung fossiler Kraftstoffe müsse statt dessen durch technologische Innovationen am Auto erreicht werden.

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