NABU: Länder tragen Schuld am fehlenden Hochwasserschutz deutscher Flüsse

Von: Naturschutzbund Deutschland (NABU)  29.01.2008
Keywords: Umweltschutz

Mit der Abtrennung großer Flüsse von ihren Auen durch Deiche blieben die natürlichen Rückhalteräume für Hochwasser größtenteils weiterhin verloren. Damit steige die Gefahr, dass die Hochwasserwellen der Nebenflüsse mit der Welle des Hauptstroms zusammentreffen und so ein *Jahrhunderthochwasser“ im Unterlauf des Flusses entsteht. *Renaturierte Auen sind ein nicht zu unterschätzender Hochwasserschutz für die Menschen an unseren Flüssen. Je größer der Wasserspeicher, desto geringer die Gefahr, dass der Regen zu schnell in die Flüsse gelangt und bedrohliche Hochwasserwellen entstehen“, so Tschimpke. Laut Bundesumweltministerium sind 80 Prozent unserer Fließgewässer durch Schifffahrt, technischen Hochwasserschutz, Wasserkraft und Landwirtschaft so stark verändert, dass nur noch etwa 15 bis 20 Prozent der natürlichen Auen erhalten geblieben sind. Daher ist es dringender denn je, den ökologischen Umbau unserer Wasserstraßen voranzutreiben. Technischer Schutz wie Flutmauern sind zwar lokal notwendig, die dauerhafte Verbesserung der natürlichen Wasserrückhaltefähigkeit ist jedoch nur durch den Anschluss alter Rückhalteräume sowie durch die ökologische Anpassung der landwirtschaftliche Nutzung in den Flusseinzugsgebieten zu erreichen. Mit der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, dem 2005 erlassenen Bundesgesetz zur Verbesserung des vorbeugenden Hochwasserschutzes und den Vorgaben der Strategie zur Biologischen Vielfalt, sind nur erste Schritte für einen nachhaltigen Hochwasserschutz getan. *Die Zukunft des Hochwasserschutzes muss in der Ökologisierung der Flüsse und ihrer Einzugsgebiete liegen. Wenn an Flüssen mit öffentlichen Geldern gebaut wird, dann nur im Einklang mit dem vorbeugenden Hochwasserschutz“, so der NABU-Präsident. Für Rückfragen: Magnus Herrmann, NABU-Wasserexperte,
Tel. 030-284984-1618
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