NABU: Maltas Frühjahrsjagd auf Zugvögel vor dem Aus

Von: Naturschutzbund Deutschland (NABU)  17.04.2008
Keywords: Naturschutz

„Mit einem Verzicht Maltas auf die Bejagung heimfliegender Zugvögel wäre ein wichtiger Schritt getan“, sagte NABU-Vogelschutzreferent Markus Nipkow am Rande eines internationalen Vogelschutzcamps in Xemxija im Norden der Insel. Die Jagd auf Vögel, die sich auf dem Heimweg in ihre Brutgebiete befinden, sei besonders schädlich und gefährde massiv deren Bestände. Nach jahrelanger Verzögerungstaktik könne Malta nun zeigen, ob das Land bereit sei, seine nationale Gesetzgebung der europäischen Vogelschutzrichtlinie anzupassen. Wie dringend notwendig ein auch auf Malta gesetzlich verankertes Verbot der Frühjahrsjagd ist, zeigen derweil die täglichen Kontrollen durch Teilnehmer des Vogelschutzcamps, das der NABU mit Spenden seiner „Zugvogelpaten“ unterstützt. So wurden zu Wochenbeginn bei Delimara, einem jagdlich stark frequentierten Küstenstreifen, rund 500 Schüsse innerhalb von nur vier Stunden gezählt. Neben zahlreichen Turteltauben schossen die Jäger auch Nachtreiher, Rohrweihen und Turmfalken. „Offensichtlich ignorieren viele der rund 12.000 maltesischen Jäger, dass die gewohnte Jagdsaison bislang überhaupt nicht eröffnet wurde. Jäger, die jetzt noch schießen, lassen sich nun aber leichter verfolgen“, so Nipkow. Viele der auf Malta bejagten Vögel stehen in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Wie eine Auswertung beringter Todfunde gezeigt hat, fallen den Jägern viele Vögel aus Deutschland zum Opfer, darunter auch der vom NABU zum „Vogel des Jahres“ gewählte Kuckuck.

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