Bayer und Schering blicken optimistisch in die gemeinsame Zukunft

Von: Schering AG  22.06.2006
Keywords: Pharmazeutika

Berlin/Leverkusen – Nach dem erfolgreichen Übernahmeangebot von Bayer für Schering blicken beide Konzerne mit Zuversicht in die gemeinsame Zukunft. 'Wir werden zwei erfolgreiche Unternehmen im Pharma-Bereich zu einer noch schlagkräftigeren Einheit verbinden und ein internationales Spitzen-Unternehmen schaffen', sagte Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Wenning am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. 'Schering ist in einer exzellenten Verfassung', ergänzte der Vorstandsvorsitzende von Schering, Dr. Hubertus Erlen. 'Gemeinsam mit Bayer wollen wir jetzt noch mehr erreichen. Die Chancen dafür haben wir.' Die beiden Vorsitzenden gaben erste Einzelheiten des bevorstehenden Integrationsprozesses bekannt. So ist für September eine außerordentliche Hauptversammlung der Schering AG geplant. Danach soll ein neuer Vorstand die Leitung der künftigen 'Bayer Schering Pharma' übernehmen. Vorstandsvorsitzender des neuen Unternehmens mit Sitz in Berlin wird Arthur Higgins, der in Personalunion auch weiterhin dem gesamten Teilkonzern Bayer HealthCare vorstehen wird. Dem Vorstand von Bayer Schering Pharma sollen außerdem Dr. Ulrich Köstlin und Prof. Marc Rubin von Schering sowie Dr. Gunnar Riemann und Werner Baumann von Bayer angehören. Dabei wird Köstlin die Verantwortung für das Geschäft mit den Produktgruppen Primary Care, Gynäkologie und Andrologie sowie Diagnostic Imaging übernehmen und das Geschäft in Europa, Asien und Japan im Vorstand vertreten. Riemann wird die Geschäftseinheiten Onkologie, Hämatologie und Kardiologie, Dermatologie sowie Spezial-Therapeutika leiten. Zusätzlich wird er für die Regionen Nord- und Südamerika verantwortlich sein. Rubin wird im neuen Unternehmen für Forschung und Entwicklung zuständig sein und Baumann als Leiter Central Administration and Organization fungieren. In dieser Funktion wird er auch weiterhin für den gesamten Teilkonzern Bayer HealthCare verantwortlich sein. Darüber hinaus soll Baumann im neuen Vorstand die Bereiche Produktion und Personal repräsentieren. Alle Mitglieder des Vorstands von Bayer Schering Pharma sind gleichzeitig Mitglieder des Executive Committee von Bayer HealthCare.Die drei weiteren, derzeitigen Schering-Vorstände – Dr. Karin Dorrepaal, Prof. Dr. Rainer Metternich und Dr. Jörg Spiekerkötter – haben sich entschieden, dem Vorstand von Bayer Schering Pharma nicht anzugehören. Der derzeitige Vorstand der Schering AG wird bis zur außerordentlichen Hauptversammlung im Amt bleiben und die Integration unterstützen.Schering-Vorstandsvorsitzender Erlen wird auch dem neuen Unternehmen zur Verfügung stehen. Wenning zeigte sich erfreut, dass Erlen sich bereit erklärt habe, dem Aufsichtsrat der Bayer Schering Pharma AG als einer der stellvertretenden Vorsitzenden anzugehören. Wegen der Bedeutung des Zusammenschlusses will Wenning den Vorsitz im Aufsichtsrat selbst übernehmen. Bayer verfügt bereits über 88 Prozent der ausstehenden Schering-Aktien Die Übernahme von Schering ist die bislang größte Transaktion in der Geschichte des Bayer-Konzerns. Am Vorabend hatte Bayer bereits das endgültige Ergebnis der ersten Annahmefrist des Übernahmeangebots mitgeteilt. So kontrolliert das Unternehmen jetzt 88 Prozent der ausstehenden Aktien von Schering. Davon wurden rund 42 an der Börse oder direkt erworben und weitere 46 Prozent im Rahmen des öffentlichen Übernahmeangebots angedient. Wenning betonte, dass alle noch verbliebenen Aktionäre von Schering in der Weiteren Annahmefrist vom 23. Juni bis 6. Juli die Möglichkeit hätten, ihre Aktien dem Bayer-Konzern ebenfalls zum Preis von 89 Euro anzubieten. Zur turbulenten Endphase des Ringens um Schering erklärte Wenning: 'Wir sind sicher, aus unserer Sicht das Richtige getan zu haben. Dafür sprechen die Fakten.' So habe Bayer die selbst gestellte Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent deutlich überschritten. Zudem werde das Unternehmen einen Preis bezahlen, der nur wenig über dem ersten Gebot liege. Unter der Annahme, dass Bayer alle noch ausstehenden Schering-Aktien zum Preis von 89 Euro erwerben könne, würde sich das gesamte Volumen von 16,5 Milliarden auf knapp 16,9 Milliarden Euro erhöhen. Das entspricht einem Anstieg um rund 2,5 Prozent. 'Bei einem Transfer dieser Dimension und von der nachhaltigen Bedeutung für Bayer sind Mehraufwendungen in dieser Größenordnung sicher gerechtfertigt', sagte Wenning. Er sei zuversichtlich, dass die Verbesserung der Performance des kombinierten Geschäftes den zusätzlichen Aufwand mehr als kompensieren könne. 'Nicht zuletzt unter diesem Aspekt halte ich nichts von der Diskussion über den Abbau weiterer Arbeitsplätze', fügte der Vorstandsvorsitzende hinzu.Bayer habe während der gesamten Angebotsphase vom ersten Moment an offen und transparent kommuniziert, führte Wenning aus. 'Wir haben uns stets an die rechtlichen Vorschriften für solche Transaktionen gehalten, sind fair vorgegangen, haben alle Einzelheiten unserer Strategie erläutert und gegenüber allen Beteiligten mit offenen Karten gespielt.' Auf die vereinzelt geäußerte Kritik, das Unternehmen habe auf den Aktien-Zukauf durch Merck viel zu langsam reagiert, entgegnete er, dass auch Bayer in kürzester Zeit erhebliche Aktienpakete außerhalb des Übernahmeangebots dazugekauft habe. Um dabei auch mehr als den ursprünglichen Angebotspreis bieten zu können, sei jedoch – anders als bei Merck – die Zustimmung der US-Börsenaufsicht erforderlich gewesen. Die SEC habe zwar schnell reagiert, doch habe die Genehmigung erst nach einigen Tagen vorgelegen. Wenning: Waffengleichheit im deutschen Übernahmerecht verbessernWenning forderte deshalb den Gesetzgeber auf, das Prinzip der Waffengleichheit im deutschen Übernahmerecht weiter zu verbessern: 'Während unser Vorgehen einem detaillierten Regelwerk folgen musste, konnte Merck in Konkurrenz zu uns weitgehend frei operieren. Hier besteht nach meiner Überzeugung Nachbesserungsbedarf.' Der Vorstandsvorsitzende betonte jedoch, dass Bayer mit dem gesamten Prozess, mit der Arbeit seiner Berater, der Zusammenarbeit mit den Behörden und mit dem Ergebnis sehr zufrieden sei.Die Planungen für einen raschen Integrationsprozess seien bereits weit fortgeschritten, sagte Wenning weiter. Dabei werde Bayer großen Wert auf Transparenz und Fairness legen, wie es dem Stil des Unternehmens entspreche. Dies beinhalte insbesondere einen offenen Dialog mit den Arbeitnehmervertretungen. 'Wir haben in der Vergangenheit stets bewiesen, dass wir in konstruktiver und zielführender Zusammenarbeit gemeinsam gute Lösungen erarbeiten können. Lösungen, die die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, des Unternehmens und der Aktionäre gleichermaßen berücksichtigen', sagte Wenning. Bei der Integration von Schering solle es keine Gewinner auf der einen und Verlierer auf der anderen Seite geben.Die Zentrale von Bayer Schering Pharma werde – wie angekündigt – in Berlin sein, führte Wenning aus. Aus dem neuen Namen werde deutlich, dass auch der großen Tradition der Marke Schering im Verbund mit der Marke Bayer gebührend entsprochen werde. 'Mit Bayer Schering Pharma werden wir einen nationalen Pharma-Champion formen, der auch international unter den Top-10 der Pharma-Spezialisten rangiert', sagte Wenning. Auf der Basis der Zahlen von 2005 wird das neue Unternehmen einen Umsatz von über neun Milliarden Euro haben – es ist damit das größte Pharma-Unternehmen in Deutschland.

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