In Phase-III-Studie von MabCampath (Alemtuzumab) zeigen Zwischenergebnisse starke Wirksamkeit

Von: Schering AG  06.06.2006
Keywords: Pharmazeutika

Berlin, 3. Juni 2006 - Die Schering AG (FSE: SCH, NYSE: SHR) und die Genzyme Corporation (Nasdaq: GENZ) gaben heute Zwischenergebnisse der CAM307-Studie bekannt. Diese internationale, klinische Phase-III-Studie vergleicht MabCampath (Alemtuzumab) mit Chlorambucil. An der Studie nahmen zuvor unbehandelte Patienten mit chronischer lymphatischer B-Zell-Leukämie (B-CLL) teil. Die vorläufige Analyse des sekundären Studienendpunktes dieser Studie hat gezeigt, dass Patienten, die den monoklonalen Antikörper MabCampath erhielten, signifikant höhere Ansprechraten (Gesamtansprechraten – ORR – und Raten der vollständigen Rückbildung der Krankheitssymptome – CRR) aufwiesen als Patienten, die mit Chlorambucil behandelt wurden. Nebenwirkungen waren gut behandelbar. Die Daten wurden auf der 42. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Atlanta vorgestellt. In der offenen, randomisierten Studie mit 297 Patienten wurden Wirksamkeit und Sicherheit von MabCampath und Chlorambucil verglichen. Chlorambucil wird im Hinblick auf die Sicherheit für nicht vorbehandelte Patienten als weitestgehend gut verträgliche Therapie betrachtet. Als primären Endpunkt untersuchte die Studie das progressionsfreie Überleben. Die sekundären Endpunkte der Studie beinhalten Sicherheit, Ansprechrate und Gesamtüberleben. 'Wir freuen uns, dass die ersten Ergebnisse der CAM307-Studie schlüssige Daten dafür liefern, dass MabCampath eine sichere und wirksame Erstlinientherapie für Patienten mit B-CLL darstellen könnte,' erklärte Peter Zündorf, Leiter des Geschäftsbereichs Onkologie bei Schering. 'Dies sind sehr ermutigende Daten, und wir werden die weitere Entwicklung von MabCampath als Erstlinientherapie vorantreiben. Wir arbeiten daran, den betroffenen Patienten in Zukunft eine sichere und wirksame Option für eine frühzeitige Behandlung anbieten zu können.' Wie auf der ASCO-Jahrestagung berichtet, zeigte die geplante und unabhängige Zwischenanalyse der sekundären Studienendpunkte bei mit MabCampath behandelten Patienten eine um nahezu 30 Prozent höhere (83% versus 56%) Gesamtansprechrate gegenüber Chlorambucil (p< 0,0001). Zusätzlich wurde eine 12-fache Steigerung (24% gegenüber 2%) der Komplettremissionsrate bei Patienten unter MabCampath gegenüber mit Chlorambucil Behandelten gezeigt (p< 0,0001). Beim Vergleich der Sicherheitsparameter von MabCampath gegenüber Chlorambucil wurde ermittelt, dass die Unterschiede im Auftreten von Grad 3-4 Thrombozytopenie, einem Mangel an Blutplättchen im Blut, Anämie (Blutarmut) und schwerwiegenden Infektionen (außer CMV) bei beiden Behandlungsarmen vergleichbar waren. Im MabCampath-Arm traten CMV-Infektionen (Zytomegalievirus-Infektionen), Neutropenien (eine Abnahme der Zahl weißer Blutkörperchen) und Leukopenien (ein Mangel an weißen Blutkörperchen) häufiger auf. Doch wurde festgestellt, dass das Auftreten von Neutropenie mit Fieber (febrile Neutropenie) nicht signifikant unterschiedlich war. Eine Korrelation der genetischen Profile der Patienten in der CAM307-Studie mit deren Ansprechraten deutet an, dass die Behandlung mit MabCampath im Vergleich zu Chlorambucil zu statistisch signifikanten besseren Ansprechraten (ORR und CRR) bei Patienten mit chromosomalen Anomalien führte. Bei Patienten mit einer 13q-Mutation, eines häufig bei Patienten mit B-CLL vorkommenden genetischen Fehlers, wurden signifikant höhere Ansprechraten auf MabCampath beobachtet (CRR und ORR). Bei Patienten mit einer so genannten 11q-Mutation, einer chromosomalen Anomalie, die üblicherweise mit einer schlechten Prognose der Krankheit assoziiert wird, wurde eine höhere Gesamtansprechrate (ORR) gezeigt. Bei Patienten mit einer 17p-Mutation, ebenfalls ein Marker für eine schlechte Prognose, gab es bei den mit MabCampath behandelten Patienten eine 3-fach höhere Gesamtansprechrate (ORR) von 64% gegenüber 20% beim Chlorambucil-Behandlungsarm; auf Grund der geringen Anzahl von Patienten (10 Patienten im MabCampath-Arm und 11 Patienten im Chlorambucil-Arm) erreichte dieser Trend jedoch keine statistische Signifikanz. Peter Hillmen, M.D., Ch.B., von Leeds General Infirmary in Leeds, Großbritannien, und leitender Studienarzt, erklärte: 'Neben den hervorragenden Gesamtergebnissen von CAM307 hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit beobachten wir auch eine eindrucksvolle Verbesserung der Ansprechraten bei mit MabCampath behandelten Patienten mit genetischen Anomalien. Diese gehen für die Patienten normalerweise mit einer schlechten Prognose einher. Patienten mit solchen genetischen Anomalien erreichen mit konventioneller Chemotherapie meist nur geringe Ansprechraten. Diese guten Zwischenergebnisse mit MabCampath deuten auf eine neue und effektivere Behandlungsoption für CLL-Patienten mit schlechter Prognose hin. Wir freuen uns deshalb auf die abschließenden Studienergebnisse mit MabCampath hinsichtlich der Ansprechraten und eines möglichen Überlebensvorteils für diese ansonsten schwer zu behandelnden Patienten.' MabCampath erhielt 2001 die beschleunigte Zulassung für die Behandlung von B-CLL bei Patienten, die bereits mit alkylierenden Substanzen behandelt worden waren und bei denen eine Fludarabinphosphat-Therapie nicht angeschlagen hatte. Die Effektivität der Behandlung wurde anhand von Ansprechraten ermittelt. Vergleichende, randomisierte Studien, die einen Überlebensvorteil oder einen klinischen Vorteil, wie die Verbesserung von Krankheits¬symptomen zeigen, liegen derzeit nicht vor. Die Schering AG besitzt die exklusiven weltweiten Marketing- und Vertriebsrechte für das Produkt, das in den USA von Berlex Oncology, einem Unternehmen der US-Tochter von Schering, Berlex Laboratories, unter der Bezeichnung Campath(r) vertrieben wird. Die Schering AG und Genzyme arbeiten gemeinsam an der Entwicklung von MabCampath für onkologische und andere Indikationen. Die vorläufigen Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit aus der CAM307-Studie wurden auf der ASCO-Jahrestagung vorgestellt. Die vergleichende Studie, wurde durchgeführt, um Anforderungen, der amerikanischen und europäischen Gesundheitsbehörden (FDA und EMEA), nach der Zulassung von MabCampath, zu erfüllen. Sobald die abschließenden Daten der Studie zum primären Endpunkt des progressionsfreien Überlebens zur Verfügung stehen, planen Schering und Genzyme den Antrag auf Erweiterung der jetzigen Indikationen zu stellen. Ziel der erweiterten Indikation wäre die Erstlinientherapie, dass heißt die Therapie von zuvor unbehandelten, therapiebedürftigen B-CLL Patienten. 'Angesichts dieser vorläufigen Ergebnisse, scheint MabCampath eine im Vergleich zu Chlorambucil signifikant höhere Wirksamkeit als Erstlinientherapie gegen B-CLL zu zeigen – und das bei einem günstigen Sicherheitsprofil,' erklärte Mark Enyedy, Senior Vice President und General Manager des Geschäftsbereichs Onkologie von Genzyme. 'Wir freuen uns darauf, MabCampath klinisch weiterzuentwickeln und mit den Gesundheitsbehörden zusammenzuarbeiten, um eine Erweiterung der Indikationen für das Produkt zu erreichen. Unser Ziel ist es, dass Patienten bereits in einem früheren Stadium ihrer Krankheit behandelt werden können. Wir sind darüber hinaus sehr zufrieden, dass wir diese uns nach der Zulassung aufgetragene Studie innerhalb des Zeitrahmens durchführen konnten, den wir gegenüber den Behörden angegeben hatten.'Weitere InformationenZum StudiendesignFür die Studie sind 297 Patienten mit zuvor unbehandelter und behandlungsbedürftiger B-CLL in 44 medizinische Zentren in Europa und den Vereinigten Staaten randomisiert worden. Die Patienten wurden entweder bis zu 12 Wochen lang drei Mal pro Woche mit 30 mg MabCampath IV behandelt – inklusive einer Phase, in der die Dosis gesteigert wurde, oder sie erhielten bis zu 12 Zyklen lang alle 28 Tage 40 mg/m² Chlorambucil PO.Zur SicherheitDie vorläufigen Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit weisen darauf hin, dass nicht vorbehandelte B-CLL-Patienten, die mit MabCampath als Monotherapie behandelt wurden, ausgezeichnete Ansprechraten erreichen – bei gleichzeitig handhabbarem Sicherheitsprofil. Erwartungsgemäß waren die häufigsten mit der Therapie einhergehenden Nebenwirkungen Fieber, Muskelsteifigkeit, Übelkeit, niedriger Blutdruck und Erbrechen. Insgesamt traten Übelkeit und Erbrechen häufiger im Chlorambucil-Arm auf. In der Studie kamen schwerwiegende innerhalb der Therapie aufgetretene Ereignisse bei 25 Prozent der MabCampath-Patienten und 6 Prozent der Chlorambucil-Patienten vor. Der Unterschied in der Häufigkeit schwerwiegender Nebenwirkungen ist weitgehend durch das Auftreten von Zytomegalievirus (CMV) Infektionen zu erklären, die in einigen Ländern in Krankenhäusern – und darum als Grad 3-4 klassifiziert – dem Anschein nach erfolgreich behandelt wurden. Die Anzahl von aufgetretenen Thrombozytopenien des Grades 3-4 und Anämien war in beiden Behandlungsarmen vergleichbar. Neutropenien und Leukopenien sowie schwerwiegende Infektionen – meist aufgrund von CMV-Infektionen – des Grades 3-4 traten im MabCampath-Arm häufiger auf. Jedoch wurde beobachtet, dass die Differenz beim Auftreten von Neutropenie mit Fieber (febrile Neutropenie) nicht signifikant war. Im Chlorambucil-Arm gab es einen wahrscheinlich behandlungsbedingten Todesfall.Nähere Informationen zu CLLDie CLL ist die häufigste Form der im Erwachsenenalter auftretenden Leukämien. Insgesamt sind in Europa und den USA rund 120.000 Menschen davon betroffen. Die Krankheit wird meist bei Menschen ab 50 Jahren diagnostiziert. Sie ist durch eine Ansammlung unreifer weißer Blutkörperchen (Lymphozyten) im Knochenmark, Blut und Lymphgewebe sowie in anderen Organen gekennzeichnet. Es gibt zwei Sorten von Lymphozyten im Blut: B-Zellen und T-Zellen. Rund 95 Prozent aller CLL-Fälle betreffen krebsartig veränderte B-Zellen. Da die Lebensdauer dieser B-Zellen länger ist als die normaler B-Zellen, nimmt ihr Anteil nach und nach zu, und sie 'verdrängen' die normalen, gesunden Blutkörperchen. Die Ansammlung funktionell unreifer Zellen im Knochenmark macht das Nachwachsen gesunder Zellen unmöglich und kann zum Tod führen. Symptome sind u. a. Müdigkeit, Knochenschmerzen, Nachtschweiß, Fieber, Appetit- und Gewichtsverlust. Aufgrund der Schädigung des Knochenmarks wird auch das Immunsystem geschwächt, und der Patient ist einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt.Zu MabCampathMabCampath ist der erste und einzige für B-CLL zugelassene, humanisierte, monoklonale Antikörper und das erste Medikament mit nachgewiesener Wirksamkeit bei CLL-Patienten, die weder auf Alkylanzien noch auf Fludara(r) (Fludarabinphosphat) ansprechen. Keine andere Therapie hat bisher eine vergleichbare Wirksamkeit in dieser Patientengruppe gezeigt. Die Wirkungsweise von MabCampath ist von konventionellen Chemotherapien grundsätzlich verschieden. Das Medikament bindet an das CD52-Antigen, das in höheren Konzentrationen auf malignen Lymphozyten vorkommt. Nach Binden an das CD52-Antigen, aktiviert MabCampath in der Zelle bestimmte Prozesse, die zur Zerstörung der Zellen führen. Diese Prozesse führen auch zur Entfernung der erkrankten Zellen aus dem Knochenmark, der Blutbahn und anderen betroffenen Organen, was wiederum eine Erhöhung der Lebenserwartung mit sich bringen kann. MabCampath zeigt bei der Patientenpopulation, für die es zugelassen ist, ein Nebenwirkungsprofil, das durch geeignete Prophylaxe und Überwachung hinsichtlich opportunistischer Infektionen sicher behandelt werden kann. Diese Nebenwirkungen sind vorhersehbar, behandelbar und reversibel. Da MabCampath keine Stammzellen im Knochenmark zerstört, können die Patienten darüber hinaus ihr Blut bildendes System wieder mit ihren eigenen gesunden Blutzellen auffüllen. MabCampath ist derzeit nicht zur Erstlinienbehandlung von B-CLL zugelassen.

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