Neue BCG-Studie zur medizinischen Biotechnologie

Von: Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA)  28.04.2008
Keywords: Arzneimittel, Medikamente, Pharmaindustrie

Das erklärte Dr. Frank Mathias, Vorsitzender von VFA Bio und Vorstandsmitglied der MediGene AG, Martinsried, bei der Vorstellung des Branchenreports „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2008“ in Berlin. Erarbeitet wurde dieser von der Boston Consulting Group (BCG) für VFA Bio, die Interessengruppe für Biotechnologie im Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA). Als einziger erfasst dieser jährlich erscheinende Report alle Aktivitäten im Bereich der medizinischen Biotechnologie in Deutschland – in Startups wie in Großunternehmen. Die medizinische Biotechnologie schaffte 2007 mit Arzneimittelverkauf, Einnahmen für Lizenzen und Service sowie Meilensteinzahlungen ein Umsatzplus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei Infektionskrankheiten und Krebs erzielten die Biopharmazeutika, also gentechnisch hergestellte Präparate, einen Marktanteil von 32 bzw. 25 Prozent bei immunologischen Krankheiten wie rheumatoider Arthritis sogar 51 Prozent; im gesamten Pharmamarkt waren es 15 Prozent. Als positiven Zukunftsindikator werteten die Studienautoren, dass 2007 die Zahl der Biopharmazeutika in klinischer Prüfung gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf nunmehr 354 Präparate gestiegen ist. „Vor allem gibt es jetzt 46 Prozent mehr Präparate in der Phase III, der letzten Phase vor der Zulassung“, erklärte Mathias. „Die Entwicklungsportfolios der Firmen sind also reifer geworden, und das Risiko von Fehlschlägen ist damit insgesamt gesunken.“ Die meisten neuen Medikamente werden gegen Infektionen (99) und Krebs (90) entwickelt. „Mit den Medikamenten, die bisher zur Verfügung stehen, lassen sich viele Krankheiten nur symptomatisch behandeln“, erläuterte Mathias. „Biopharmazeutika ermöglichen hingegen oftmals zielgerichtete, nachhaltige Interventionen in den Krankheitsverlauf oder gar eine Prävention.“ Der Report verdeutlicht dieses biopharmazeutische Innovationspotenzial an laufenden Projekten, die bis 2011 zur Zulassung neuer Medikamente führen sollen. So sind zwei Biopharmazeutika in der klinischen Erprobung, die möglicherweise die Alzheimer-Demenz hinauszögern können: ein monoklonaler Antikörper und ein therapeutischer Impfstoff. Sie könnten nicht nur individuellen, sondern auch großen gesamtgesellschaftlichen Nutzen stiften. Denn jedes Jahr erkranken 120.000 Deutsche über 65 Jahre an Alzheimer, aufgrund des demografischen Wandels künftig sogar noch mehr. Und für jeden schwer erkrankten Patienten fallen geschätzte Kosten von 100.000 Euro pro Jahr an. Selbst wenn die neuen Präparate die Krankheit gegenüber dem bisher medikamentös Möglichen nur um zwei weitere Jahre verzögern könnten, wären neben den Vorteilen für die Patienten auch substanzielle Einsparungen für die Volkswirtschaft möglich. Was Biopharmazeutika zur Überwindung schwerer therapeutischer Defizite leisten können, zeigt sich aber auch bei seltenen Erkrankungen wie der idiopathischen thrombozytischen Purpura (ITP), einer Gerinnungsstörung, oder dem Muckle-Wells-Syndrom, das zu Taubheit und Organversagen führen kann. Während ITP mit so radikalen Maßnahmen wie einer Milzentnahme angegangen werden kann, fehlt beim Muckle-Wells-Syndrom bisher jede effektive Therapie. Neue Biopharmazeutika sind in der letzten Entwicklungsphase vor der Zulassung und könnten bei diesen Krankheiten erstmals eine zielgerichtete Therapie ermöglichen. „Um langfristig eine bessere Versorgung der Patienten mit Biopharmazeutika zu gewährleisten, macht sich VFA Bio für ein Umfeld stark, das Innovation fördert“, so Mathias abschließend. Insbesondere müssten die volkswirtschaftlichen Folgekosten von Erkrankungen berücksichtigt werden.

Keywords: Arzneimittel, Arzneimittelhersteller, Medikamente, Pharmaindustrie, Pharmazeutische Industrie

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