Alebrijes - Meisterstücke mexikanischer Bildhauer und Maler

Alebrijes - Meisterstücke mexikanischer Bildhauer und Maler von Sozialkartei-Verlag GbR

Von: Sozialkartei-Verlag GbR  04.02.2011
Keywords: Kunsthandwerk, Mexiko, Volkskunst

Hartmut Zantke ist, wie mancher begeisterter Sammler, aus dem Wunsch heraus, über die Historie und Herstellung von mexikanischen Alebrijes mehr wissen zu wollen, Autor geworden. Bei einer Ausstellung mexikanischer Kunst im Jahr 1991 sah er erstmals bemalte Holzskulpturen indigener Künstler, einen Jaguar mit menschlichem Gesicht, eine Katze mit blauen, roten und gelben Zapoteken-Ornamenten auf schwarzem Grund, ein fettes, viel zu langes Schwein bemalt mit bunten Blumen und weißen Tauben. Die Kombination leuchtender Farben auf den exzentrischen Skulpturen faszinierten ihn. Der Verkäufer nannte die Skulpturen: „Alebrijes". Seit diesem Tag interessierte sich der Autor für die aus Pappmaché oder Holz hergestellten, meist tierähnlichen mexikanischen Fantasieskulpturen. Literatur über mexikanische Kunst wurde nach der Historie und der Herstellung der Alebrijes durchgesehen, Angebote von Internet-Galerien auf qualitätsvolle Alebrijes überprüft und besonders interessante Kunstobjekte, die der Autor als „echte" Alebrijes bezeichnet, erworben. Hierbei stellte er fest, dass heute aus kommerziellen Gründen alle Holzbildhauerarbeiten und Schnitzereien aus dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca als „Alebrijes" bezeichnet werden, obwohl sie überwiegend serienmäßig und billig als Souvenirs produziert sind und mit dem Kunstobjekt „Alebrijes" nur den Namen gemeinsam haben. Hervorragende Bildhauer- und Schnitzarbeiten werden überall in der Welt, vor allem in China und Japan, aber auch in Deutschland hergestellt. Dagegen sind die „echten" Alebrijes mexikanischer Künstler nicht nur hochwertige Bildhauer- und Schnitzarbeiten, sondern eine Symbiose aus Skulptur und fantastischer Malerei; die Bildhauerarbeit ist anstelle einer Leinwand die Grundlage für dreidimensionale Gemälde. Die Künstler verwenden überwiegend die Formen, Farbkombinationen, Ornamente und Bilderschriften ihrer Vorfahren aus einer Jahrtausende alten Kultur. Die Form und die Bemalung der Holzskulpturen zeigt eine faszinierende Mischung von verschiedenen Elementen der kulturellen, physischen und religiösen Umgebung und Traditionen des Künstlers. Die Mythen und Legenden der indigenen Vorfahren, insbesondere der Olmeken, Maya, Azteken, Zapoteken und Mixteken, bewahrt unter anderem in den Skulpturen und Fresken der Ruinen des Monte Albán, von Mitla und den in Museen ausgestellten prähistorischen archäologischen Funden, sowie die künstlerischen Arbeiten der christlichen spanischen Eroberer, mischen sich bei den Alebrijes zu einer kreativen, einzigartigen Kunstform.

Die Philosophie der indigenen Völker Amerikas ist eng mit der Natur und den Tieren verbunden. Sie ist der Auffassung, dass jeder Mensch ein Wesen aus seiner Umwelt als geistiges Gegenstück hat. So wird zum Beispiel jeder Tag des Azteken-Kalenders durch eine Pflanze, ein bestimmtes Tier oder eine Naturerscheinung dargestellt. Hieraus ist zu erklären, warum die Alebrijes mexikanischer Künstler, die ihre Ideen aus der geistigen und religiösen Welt ihrer indigenen Vorfahren beziehen, vor allem Tiere des Azteken-Kalenders darstellen.

Nach der Eroberung Mexikos durch die Spanier im 16. Jahrhundert und der Zerstörung fast seiner gesamten indigenen Kultur ist die Herstellung von bemalten Skulpturen der Wesen der Jahreskalender in Vergessenheit geraten. Pedro Lineares López wiederbelebte um das Jahr 1936 alte Traditionen seiner indigenen Vorfahren und stellte bemalte Fabelwesen aus Pappmaché her, die er „Alebrijes" nannte. Manuel Jimenez begann im Jahr 1980 Fabelwesen aus dem Holz des Copal-Baumes mit seiner Machete zu hauen, die Details zu schnitzen und die Alebrijes mit den Mustern und Farben seiner Vorväter zu bemalen. Aufgrund seiner kaufmännischen Fähigkeiten gelang es ihm, seine Kunstobjekte zunächst in Mexiko und den USA, später auch weltweit an Museen und Sammler mexikanischer Kunst zu verkaufen.

Die heutige Kunst der Alebrijes aus bemaltem Holz ist erst ca. 30 Jahre alt, somit noch zu jung, damit sie auch weltweit in der Kunstszene Verbreitung finden konnte. Der Kunsthandel, insbesondere in Europa und Asien, ist sich bisher nicht der Schönheit und der künstlerischen Qualität der von mexikanischen Bildhauern und Malern hergestellten „echten" Alebrijes bewusst. Millionen von Urlaubern in Mexiko sind die als „Alebrijes" bezeichneten bemalten Schnitzereien aufgefallen und haben das eine oder andere billig angebotene Objekt als Souvenir gekauft, ohne jedoch deren Historie und „echte" Alebrijes namhafter mexikanischer Bildhauer und Maler zu kennen. Dieses Buch soll dazu beitragen, diese Wissenslücke zu schließen und die Kunstform der Alebrijes weltweit bekannt zu machen.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Den Textteil und den Bildteil.

Der Textteil stellt die historischen Wurzeln der Alebrijes und deren Herstellung in den Zentren der Bildhauer und Maler in dem mexikanischen Bundesstaat Oaxaca dar mit den Biografien bedeutender mexikanischer Künstler.

Der Bildteil mit 272 Fotos von Alebrijes gibt einen Überblick über diese in den letzten Jahren hergestellten Kunstobjekte. Das Buch hat ca. 428 Seiten in einer Größe von 27 x 31 cm. Es ist ab Januar 2011 über den Sozialkartei-Verlag in Leonberg/Stuttgart, Deutschland zu erwerben.

http://www.alebrijes-mexico.de

Keywords: Alebrijes, Holzschnitzkunst, Jacobo Angeles, Kunstbuch, Kunsthandwerk, Manuel Jimenez, Mexiko, Roberta Cruz, Sammlerobjekt, Volkskunst,

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