Celesio investiert in die Zukunft trotz vorübergehender Belastungen im operativen Geschäft

Von: Celesio AG  13.05.2008
Keywords: Arzneimittel, Pharmazie

Der Umsatz ging um 3,9 Prozent zurück. Der Rückgang ist insbesondere die Folge neuer Vertriebsmodelle für Arzneimittel in Großbritannien. Das operative Ergebnis fiel um 25,7 Prozent. Der Grund dafür liegt in erster Linie in der zum 1. Oktober 2007 erfolgten drastischen Kürzung der Erstattungspreise für Generika in Großbritannien und einem nicht vertretbaren Rabattwettbewerb im deutschen Großhandel. Da die Belastungen vor allem aus dem 2. Halbjahr 2007 stammen, führt der Basiseffekt aus dem 1. Quartal 2007 zu einer besonders verzerrten Entwicklung im 1. Quartal 2008. Die in Euro berichteten Zahlen werden zudem durch die anhaltende Schwäche des britischen Pfunds erheblich belastet. Im ersten Quartal entwickelte sich Celesio mit einem Umsatzrückgang von 3,9 Prozent (1,2 Prozent in lokaler Währung) schwächer als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Akquisitionen betrug der Rückgang 2,9 Prozent. Der Rohertrag sank insbesondere wegen der staatlichen Sparmaßnahmen in Großbritannien und des Rabattwettbewerbs in Deutschland stärker als der Umsatz und ging um 7,6 Prozent (2,8 Prozent in lokaler Währung) auf 581,2 Millionen Euro zurück. Die Rohertragsmarge sank dabei von 11,16 Prozent auf 10,73 Prozent. Das EBITDA, das den operativen Erfolg vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ausdrückt, nahm um 25,7 Prozent (21,7 Prozent in lokaler Währung) auf 149,9 Millionen Euro ab und liegt damit 52,0 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Das EBITDA wurde mit mehr als 30 Millionen Euro durch staatliche Maßnahmen in Großbritannien belastet. Wechselkurseffekte machten weitere 8,1 Millionen Euro aus. Schließlich trug der im Vergleich zum Vorjahr fast vollständig fehlende Ergebnisbeitrag des deutschen Großhandels maßgeblich zur rückläufigen Entwicklung bei. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) ging um 30,3 Prozent (26,4 Prozent in lokaler Währung) auf 122,4 Millionen Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern sank um 39,0 Prozent (35,8 Prozent in lokaler Währung) auf 88,6 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss sank um 44,9 Millionen Euro auf 57,6 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 43,8 Prozent (40,7 Prozent in lokaler Währung). Das Ergebnis je Aktie ging um 0,27 Euro auf 0,33 Euro zurück. Investitionen in die Zukunft Trotz der Belastungen investiert Celesio in die Zukunft, da sich die traditionellen Celesio-Märkte im Wandel befinden und damit große Chancen bergen. Dies verursacht heute Kosten und macht heute Investitionen nötig, die kurzfristig keinen Ergebnisbeitrag liefern, die aber die Grundlage für künftiges Wachstum sind, und damit langfristig Wert schaffen. - Celesio bereitet sich auf die Liberalisierung europäischer Apothekenmärkte in Italien, Spanien, Österreich, Portugal, Frankreich und Deutschland vor. Ausgelöst wurde diese breite Liberalisierungsdiskussion durch die europäischen Institutionen, vor allem durch die EU-Kommission und die von ihr eingeleiteten Vertragsverletzungsverfahren gegen die genannten Mitgliedsstaaten. Insbesondere beanstandet die EU-Kommission das in diesen Ländern bestehende Fremd- und Mehrbesitzverbot, also zum einen das Verbot, dass Kapitalgesellschaften Apotheken besitzen und betreiben, und zum anderen das Verbot, mehr als eine bestimmte Anzahl von Apotheken besitzen zu dürfen. Darüber hinaus hat in Frankreich eine Regierungskommission empfohlen, das Fremd- und Mehrbesitzverbot abzuschaffen. In Schweden bereitet die Regierung den Teilverkauf der bislang staatlichen Apothekenkette vor, künftig sollen auch Kapitalgesellschaften in Schweden Apotheken be sitzen und betreiben dürfen. - Celesio investiert in die Infrastruktur, die Entwicklung des Geschäftes und in die Marke Apotheke DocMorris. Apotheke DocMorris ist einer der Bausteine, mit denen sich Celesio auf eine mögliche Liberalisierung des Apothekenmarkts in Deutschland vorbereitet. - In Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie investiert Celesio in neue Distributionslösungen für Arzneimittelhersteller. - Die operative Zusammenarbeit aller Divisionen wird neu organisiert, um unter Nutzung aller im Konzern vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und neue Kundengruppen zu erschließen, zum Beispiel Patienten, die zu Hause mit Arzneimitteln versorgt werden müssen. Dazu hat Celesio beispielsweise Evolution Homecare in Großbritannien gegründet. Herausforderndes Geschäftsjahr 2008 für den Celesio-Konzern Die Auswirkungen der staatlichen Kostensparmaßnahmen – vor allem in Großbritannien –, des nicht vertretbaren Rabattwettbewerbs in Deutschland, die Umstellung der Distribution einzelner Hersteller und die Pfundschwäche werden das Geschäftsjahr 2008 belasten. Der Celesio-Vorstand erwartet, trotz einiger Unwägbarkeiten und ohne Berücksichtigung von Währungsschwankungen, für das ganze Jahr 2008: – Der Umsatz nimmt währungsbereinigt im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr zu. Dies wird nur dadurch möglich sein, dass Celesio-Apotheken deutlich über dem Markt wächst. – Der Rohertrag wird verhältnismäßig in etwa mit dem Umsatz wachsen. Staatliche Maßnahmen aus dem Jahr 2007, vor allem in Großbritannien, werden das gesamte Jahr 2008 stark beeinflussen. Offen ist, wie sich der nicht vertretbare Rabattwettbewerb und der dadurch verursachte Rohertragsverfall im deutschen Großhandel im Laufe des Jahres 2008 entwickeln werden. – Das operative Ergebnis (EBITDA) wird währungsbereinigt in etwa das Vorjahresniveau erreichen. Ob dies möglich sein wird, hängt maßgeblich von der Entwicklung im deutschen Großhandelsgeschäft ab. – Aufgrund der zusätzlichen Finanzierungskosten für die Akquisitionen des Jahres 2007, des fehlenden positiven Effekts aus dem Auslaufen einer Zinssicherung sowie leicht höherer Abschreibungen kann das währungsbereinigte Ergebnis vor Steuern des Vorjahres voraussichtlich nicht erreicht werden. Im Vergleich zum Vorjahr wird das erste Halbjahr des Jahres 2008 aufgrund der beschriebenen belastenden Effekte deutlich schwächer ausfallen. Das zweite Halbjahr 2008 wird sich nach heutiger Einschätzung vergleichsweise besser entwickeln. Der Vorstand geht davon aus, dass Lloydspharmacy, die britische Apothekenkette von Celesio, die Auswirkungen der staatlichen Eingriffe zum Teil kompensiert und dass GEHE Profitabilität zurückgewinnt. Optimistische Prognose für 2009 und die Folgejahre Der Vorstand ist optimistisch, dass Celesio ab 2009 ihr nachhaltiges und profitables Wachstum fortsetzen wird. Die wesentlichen Gründe dafür sind aus heutiger Sicht: - Die anhaltende Wachstumsdynamik der europäischen Pharmamärkte. - Der Ausbau unserer regionalen Präsenz. - Neue, margenattraktive Geschäftsfelder. - Die mögliche Liberalisierung von Apothekenmärkten. - Eine stärkere Konsolidierung einzelner Großhandelsmärkte. - Eine verbesserte Profitabilität im Großhandel.

Keywords: Arzneimittel, Pharmazie