Factoring - die Finanzierungsalternative zur Globalzession

Von: ChefCoach Unternehmensberatung GmbH  29.06.2009
Keywords: Unternehmensberatung, Unternehmensberater

Die Mitarbeiter der ChefCoach Unternehmensberatung GmbH werden in Ihren Beratungen regelmäßig mit der Frage nach Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung konfrontiert.   Im Verlauf dieser Gespräche stellt sich natürlich auch die Frage der Besicherung des gewünschten Kreditbetrages. Für Existenzgründer, bzw. kleine und mittelständische Unternehmen, bieten sich hier in der Regel nicht viele Möglichkeiten an. Ein sehr beliebtes und in der Praxis eingesetztes Instrument ist die Globalzession.   Hierbei tritt der Schuldner sämtliche gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen gegenüber Dritten, bereits zum Zeitpunkt der Entstehung an den Gläubiger (in der Regel eine Bank) ab.   In der Vergangenheit geriet dieses Sicherungsinstrument durch mehrere Gerichtsurteile, u.a. des OLG Karlsruhe, Urteil vom 08.04.2005 – 14 U 200/03 in Gefahr. Diese Kreditsicherheit wird demnach gefährdet, sobald das Unternehmen in Insolvenz gerät, also dem klassischen Verwertungsfall für das jeweilige Kreditinstitut. Mit Urteil vom 29. November 2007 – IX  ZR 30/07 hat sich der Senat des Bundesgerichtshofs mit dieser für die Praxis äußerst relevanten Frage befasst und kam zu der Entscheidung, dass eine Globalzession insolvenzfest ist, wenn eine kongruente Deckung zwischen dem Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäfts vorhanden ist. Der Begriff der kongruenten Deckung wurde in diesem Urteil auch nochmals präzisiert.   In der Praxis bedeutet dies, dass Banken immer mehr Kredite, die ausschließlich mit Globalzessionen abgesichert sein sollen, nicht mehr oder nur mit erheblichen Zinsaufschlägen ausreichen, da dies ein erhöhtes Risiko und einen großen Mehrarbeitsaufwand bedeuten. Für viele Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) stellt die Globalzession aber oft das einzige Sicherungsmittel dar.   Eine interessante Alternative zur klassischen Globalzession als Sicherungsmittel ist das Factoring. Beim Factoring verkaufen Unternehmen Ihre Forderungen an Gesellschaften (Factor) und erhalten somit sofort Liquidität. In der Regel übernimmt der Factor auch das gesamte Debitorenmanagement und das komplette Ausfallrisiko. Für den Unternehmer ein nicht zu unterschätzendes Einsparpotenzial im Bereich der Personalkosten. Die gesamte Überwachung des Zahlungseingangs mit dem dazugehörigen Mahnwesen, wird an den Faktor übergeben und außer Haus abgewickelt. Erwähnenswert hierbei ist auch, dass vor jeder ausgehenden Mahnung mit dem Factoringnehmer Rücksprache gehalten wird, um Kundenverärgerungen zu vermeiden. Für diese Leistungen berechnen Factoringgesellschaften eine an der Höhe der angekauften Forderungen orientierte Grundgebühr, sowie einen für die Auszahlungen geltenden Zins, der sich in der Regel an aktuellen Geldmarktsätzen orientiert.       In einem Interview mit der FAZ vom 01.10.2008, erläuterte Alexander Moseschus, Geschäftsführer des Deutschen Factoring-Verbandes, dass die Nachfrage nach Factoring-Finanzierungen in Deutschland, in 2008 erstmals über die 100 Milliarden-Euro-Grenze gestiegen ist. Der Branchenumsatz lag im ersten Halbjahr 2008 um 24 % über dem Vorjahreswert. Trotz allem bedienen sich in Deutschland nicht einmal 5 % der Gesamtunternehmen dieses Finanzierungsinstruments, während in anderen europäischen Staaten Factoring als alternative Finanzierungsform viel breiter gestreut ist. In England nutzen 19 %, in Italien 8 % und in Frankreich wenigstens mehr als 5 % aller Unternehmen diese Finanzierungsart. Der hohe Prozentsatz in England ist sicherlich auf die längere Finanzierungstradition mit diesem Instrument zurückzuführen, was aber aufzeigt, dass Deutschland in diesem Bereich über ein enormes Potenzial verfügt.      Auch mit Blick auf die aktuelle Finanzmarktkrise ist Factoring ein ernstzunehmendes Thema. Da der Factor auch das Ausfallrisiko übernimmt, wird durch diesen jede einzelne Forderung genau geprüft, was zu einem geringeren Ausfallrisiko führt als bei einer klassischen Finanzierung mit der Absicherung durch eine Globalzession. Ergänzend dazu wird das Risiko für den Factor noch durch eine Kreditausfallversicherung abgefangen.   „Last but not least“ ist aus Sicht von Axel Zeger, Berater der ChefCoach Unternehmensberatung GmbH, ein weiterer, wenn nicht der größte Vorteil für Factoringkunden die Möglichkeit, bei Bedarf den Kreditrahmen zu erhöhen. Im Gegenzug zur klassischen Bankfinanzierung müssen hier nicht alle Finanzierungsunterlagen neu beim Kreditgeber eingereicht werden, sondern es ist lediglich ein Antrag auf Erhöhung des Ankaufobligos zu stellen, der erfahrungsgemäß zeitnah bearbeitet und zur Verfügung gestellt wird.

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