Das Seilgeflecht verbindet die Spielerinnen

Das Seilgeflecht verbindet die Spielerinnen von meisterleistung Bewegung und Coaching GmbH

Von: meisterleistung Bewegung und Coaching GmbH  29.09.2007
Keywords: Unternehmensberatung, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung

Das Seilgeflecht verbindet die Spielerinnen BASKETBALL Die Zweitliga-Frauen des SV Fellbach machen sich während ihrer Vorbereitung nicht nur körperlich fit, sondern auch geistigFellbach. Die Basketballerinnen des SV Fellbach haben in dieser Woche auf eine ganz besondere Art trainiert. Der Mentaltrainer Steffen Kramer hat den Zweitliga-Frauen einen Besuch abgestattet und mit ihnen über Motivation, Respekt, Teamgeist und Vertrauen gesprochen. Von Judith A. Sägesser:

Niemand spricht, denn die Redezeit ist abgelaufen. Die Spielerinnen stehen auf der blauen Matte und gestikulieren hektisch. Jede hat eine Idee, welches Loch als nächstes dran sein muss. Damit sie die Aufgabe lösen können, ist es allerdings viel wichtiger, dass sie sich einigen. Und zwar schnell, weil die Zeit läuft. Die jungen Frauen haben sich die weiten Pullis vom Leib gerissen, manche sind aus ihren Schuhen geschlüpft. Sie stehen keuchend vor dem gelborangenen Seilwirrwarr.

Halbzeit.

Jedoch nur auf der Uhr, denn noch stehen mehr Teilnehmerinnen am Ausgangspunkt als auf der gegenüberliegenden Seite. Es ist aber auch nicht leicht, was man ihnen da aufgetragen hat. Sie sollen sich innerhalb von nur fünf Minuten von einer Seite des Seilgeflechts auf die andere schlängeln - ohne das Tau zu berühren. Sobald ein Loch benutzt wurde, ist es für die Nachfolgerinnen tabu.
Während der Sportwissenschaftler Steffen Kramer die Regeln erklärt, wachsen die Augen der Sportlerinnen, einige lachen nervös. Das Seil erscheint unüberwindbar. Zwei Minuten dürfen sie sich vorab besprechen. "Wir müssen ein Loch für den Schluss übrig lassen", sagt eine. "Ja, und wir müssen uns ganz steif machen", sagt eine andere. Und schon geht es los. Nachdem die Erste drüben ist, heben sie sich nacheinander hoch und schieben sich durch die Seillücken.
Steffen Kramer will die Basketballerinnen vom SV Fellbach, auch "Flashers" genannt, nicht piesacken. Im Gegenteil. Er will ihnen zeigen, was machbar ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Und er will die vier Begriffe Motivation, Respekt, Teamgeist und Vertrauen mit Leben füllen. "Behaltet diese vier Punkte im Hinterkopf", sagt er. Es sind keine Wörter, die sich Steffen Kramer für diesen Abend ausgedacht hat. Die Spielerinnen haben sie sich selbst erarbeitet. Sie haben sich überlegt, was in einem Team wichtig ist. Der Mentaltrainer ist gekommen, weil es für die Basketballerinnen des SV Fellbach nach dem Aufstieg in die zweite Bundesliga nicht nur darauf ankommt, dass sie schnell sind, dass sie den Ball flugs am Gegner vorbeitrippen und dass sie einen Korb nach dem anderen werfen. "Es muss auch in der Birne stimmen", sagt Steffen Kramer. Jede von den jungen Spielerinnen soll sich überlegen, "was bedeutet es eigentlich für mich, in der zweiten Bundesliga zu spielen?" Und er will "die neuen Spielerinnen integrieren".

Dass Steffen Kramer den Geist der Basketballerinnen des SV Fellbach an diesem Abend trainiert, ergab sich eher zufällig. Der Sportwissenschaftler arbeitet für das Unternehmen Meisterleistung. Für gewöhnlich hat er es in seinem Alltag nicht mit Sportlern zu tun. Das Unternehmen berät vor allem Firmen in Gesundheitsfragen. Steffen Kramers Kollege Christian Bauer ist jedoch Basketball-Abteilungsleiter des SV Fellbach. So kam der Kontakt zu Stande.
Für ein Team wie die aufstrebenden Frauen des SVF ist ein Mentaltraining eher ungewöhnlich. Allerdings "wird bei den ,Flashers" gerade versucht, eine Professionalisierung reinzubringen", sagt Kramer.

Die Basketballerinnen sitzen in der Kabine. Die Situation erinnert zwangsläufig an Sönke Wortmanns Film "Deutschland. Ein Sommermärchen". Nur, dass Kramer - anders als der Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann - ruhig bleibt. Die Fellbacher Sportlerinnen haben einen Zettel in der Hand. Auf ihm haben sie notiert, was sie gut können und was nicht. Außerdem haben sie aufgeschrieben, wie sie ihre Mannschaftskolleginnen einschätzen. Nun ist die Stunde der Wahrheit gekommen. Wer will, darf den anderen sein Geschreibsel vortragen."Ich kann gut passen", sagt eine der jungen Frauen, "aber ich bin sehr aufs System fixiert." "Ich bin so was wie das Haudraufmännchen", sagt eine Kollegin. "Bist du das gern?", fragt Steffen Kramer. "Es hat sich so eingespielt." Auch wenn sie vom Trainer Damir Mandir oft das abbekommt, was eigentlich allen Spielerinnen gebührt, hat sie eine wichtige Funktion, sagt Steffen Kramer. "Viele sehen dich als Capitano, als Kopf der Mannschaft. Du bist mental offenbar die stärkste Spielerin."

Keywords: Konzeptionsentwicklung, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Unternehmensberatung

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