Die Haussanierung als Altersvorsorge

Von: Ambros  16.05.2006
Keywords: Bauwesen

Füssen (jm).Vom 25 Liter- zum 9-Liter-Haus. Dass das mit vergleichsweise moderatem Aufwand möglich ist, haben das Ingenieurbüro Herz Lang (Weitnau) sowie das Holzbauunternehmen Ambros (Hopferau) bei der Sanierung eines Mehrfamilienhauses in Füssen bewiesen. Angesichts staatlicher Fördergelder und eingesparter Energieausgaben handelt es sich um eine äußerst gewinnbringende Investition für den Hausbesitzer, von der die Mieter durch eine deutlich höhere Wohnqualität und gleichzeitig sinkenden Nebenkosten profitieren. Alles in allem 217000 Euro gab der Bauherr für neue Fenster und Dämmmaßnahmen aus. Nach einer Modellrechnung lassen sich bei den Heizkosten über 480000 Euro in den kommenden 25 Jahren einsparen, weil jetzt nur noch neun statt 25 Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr zum Schornstein hinausgepustet werden. Macht abzüglich der Ausgaben für den Umbau und staatlicher Förderungen ein Plus von 300000 Euro. Eine energieeffiziente Gebäudesanierung zahlt sich in jedem Fall aus, betont Dieter Herz vom Ingenieurbüro Herz Lang, der für die Energieberatung sowie das Sanierungskonzept des Mietshauses mit acht Wohneinheiten zuständig war. 'Die eingesparten Heizkosten', so Herz, 'sind eine Art Altersvorsorge.' Den prognostizierten Einsparungen von 300000 Euro würden dabei noch eher optimistische Preissteigerungsraten bei Öl und Gas zugrunde liegen, betont der Experte aus dem Weitnau (Oberallgäu). Die Modellrechnung geht von acht Prozent pro Jahr aus. 'In den vergangenen fünf Jahren gingen die Preise sogar um mehr als 50 Prozent hoch', pflichtet Josef Ambros vom ausführenden Holzbauunternehmen aus Hopferau Dieter Herz bei. Explodierende Energiepreise waren letztlich der Auslöser dafür, dass der Bauherr aus Füssen sich für den Umbau entschieden hat. Attraktiv werden solche Umbaumaßnahmen auch durch die staatliche Unterstützung mit zinsgünstigen Darlehn. Gerade mal 1,51 Prozent beträgt derzeit der effektive Jahreszins der KfW-Bank. Die Laufzeiten sind variabel wählbar (bis zu 30 Jahre), mit einer tilgungsfreien Zeit von drei bis fünf Jahren. 'Weil die Darlehen pro Wohneinheit vergeben werden', so Ambros, 'eignen sich Miets- und Mehrfamilienhäuser besonders für Umbaumaßnahmen.' Für die Sanierung des Objekts in Füssen hätte es ein Darlehn in Höhe von 400000 Euro gegeben – 50000 Euro für jede der acht Wohnungen. Ambros: 'Die Summe mussten wir bei weitem nicht ausschöpfen. 250000 Euro haben für eine hochwertige Sanierung ausgereicht.' Wenn das Gebäude nach Abschluss der Arbeiten den Richtlinien der Energieeinsparverordnung (EnEv) entspricht – wie das beim Projekt in Füssen der Fall ist –, gibt es einen Teilschuldenerlass von 15 Prozent, macht bei einem Darlehnvolumen von 250000 Euro immerhin 37500 Euro. Zudem lassen sich die Umbaumaßnahmen steuerlich absetzen, macht nochmals eine Ersparnis von rund 85000 Euro. 'Nach derzeitigem Stand der Dinge', rechnet Dieter Herz vor, 'würde die Belastung also nach fünf Jahren nur noch bei 128000 Euro liegen.' Einer der wesentlichen Punkte bei der Sanierung des 40 Jahre alten Mietshauses in Füssen war die so genannte Aufdachdämmung. Dabei wird auf die bestehende Dachkonstruktion zuerst eine Dampfbremse verlegt. Darauf kommen dann die 24 Zenitmeter dicke Dämmung aus Mineralwolle sowie eine winddichte Zwischenschicht. Die abschließende Unterkonstruktion samt Dacheindeckung lässt sich problemlos an der bestehenden Dachkonstruktion befestigen. 'Die Staub- und Lärmbelastung für die Mieter ist gering', nennt Ambros als einen wichtigen Vorteil dieser Vorgehensweise. Zweite wichtige Maßnahme bei dem Objekt in Füssen war der Austausch der 40 Jahre alten Fenster. Die neuen Energiesparfenster bestehen aus 2-Scheiben-Isolierglas mit Gasfüllung. Dicht abschließende Profile dienen dem Wind- und Wetterschutz. Auch die Kellerdecke wurde mit einer acht Zentimeter dicken Dämmung versehen. Im letzten Schritt bekam die Außenhülle noch einen 14 Zentimeter starken Wärmeschutz draufgepackt. 'Durch die Umbaumaßnahmen ist der Wert des Gebäudes enorm gestiegen', erklärt Josef Ambros. 'Darüber werden sich später mal die Kinder des Bauherren freuen.'

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