Vertretung von Mandanten in Sachen ALAG Auto-Mobil GmbH & Co. KG gegen Mahnbescheide der ALAG

Von: Rechtsanwalt Dr. Stoklossa  09.10.2010
Keywords: Rechtsanwalt Bank- und Kapitalanlagerecht (Bankkaufmann)

ALAG Auto-Mobil GmbH & Co. KG - Liquidation angestrebt, Mahnbescheide gegen stille Gesellschafter des Unternehmens. Anwälte empfehlen Widerspruch gegen die Mahnbescheide (Anleger werden auch von Rechtsanwalt Dr. jur. Ulrich Walter Stoklossa vertreten).  

Kapitalanleger, die bei der ALAG Auto-Mobil GmbH & Co. KG im Jahr 2002 stille Beteiligungen gezeichnet hatten, wurden von der Gesellschaft angeschrieben und aufgefordert einer Liquidation zuzustimmen.   Die ALAG Auto-Mobil GmbH & Co. KG ist/war an der Lease Trend AG beteiligt. Mit einem Prospekt, der eine Reihe von Fragen zur angemessenen Risikoaufklärung offen gelassen haben könnte, wurde damals von der ALAG überwiegend wohl bei Kleinanlegern eine Zeichnungssumme von 150 Mio. erreicht, wobei die Vertriebskosten und Platzierungskosten astronomische 33,6 Mio. zuzüglich 9,0 Mio. Agio betragen haben sollen.  

Für die stillen Gesellschafter zudem sehr unangenehm ist es, dass nicht nur das gezeichnete Kapital verloren sein könnte.   Vielmehr wurden von der ALAG Auto-Mobil GmbH & Co. KG gegenüber den stillen Gesellschaftern Kapitalnachforderungen gestellt (oft mehr als 20 % der damaligen Zeichnungssumme) weil die Ausschüttungen angeblich rückforderbar waren. Rechtlich ist dies bestreitbar. Auch ist es denkbar, dass der stille Gesellschafter ein Sonderkündigungsrecht haben könnte und sein Kapital zurückfordern kann. Entsprechende Urteile gibt es aber in der Sache noch nicht, bzw. es sind bisher keine solchen Urteile bekannt.  

Per Mahnbescheid wurden daher von der Gesellschaft (ALAG Auto-Mobil GmbH & Co. KG) Nachforderungen gegenüber den Gesellschaftern geltend gemacht, die diese nicht freiwillig erbracht hatten. Vertreten wird die ALAG im Mahnverfahren u. A. durch einen Rechtsanwalt Mahlmann aus Hamburg. Auch Inkassounternehmen sollen teilweise beauftragt worden sein.   Viele Kollegen, der Unterzeichner eingeschlossen, raten aufgrund der gegebenen Sachlage, gegen die Mahnbescheide der ALAG Auto-Mobil GmbH & Co. KG Widerspruch einzulegen. Sofern evtl. schon ein Vollstreckungsbescheid vorliegt, müsste geklärt werden, ob auch gegen diesen vorgegangen werden kann.  

- Auch die Rolle der Vermögensberater und Anlageberater, die diese hochriskante Geldanlage empfohlen haben, ist rechtlich zu überprüfen.   „Verkauft“ wurde die riskante Anlage oft auch an Personen, die in ihrer persönlichen Steuerprogression nicht so dastanden, dass sich eine horchriskante Anlage aus steuerlicher Sicht lohnen konnte. Zumeist wurde der Aspekt einer vernünftigen Risikostreuung nicht beachtet, auch wurde auf die Gefahr des Totalverlusts der Einlage nicht ausreichend hingewiesen. 

- Der Verfasser des Artikels, Rechtanwalt Dr. jur. Ulrich Walter Stoklossa, Marktheidenfeld (www.rechtsanwalt-marktheidenfeld.de), bearbeitet langjährig Rechtsfälle des Kapitalanlagerechts und der Haftung der Kapitalvermittler. Er ist von Beruf Bankkaufmann nimmt regelmäßig an Weiterbeildungsveranstaltungen auf dem Gebiet des Anlegerschutzes teil. Er bearbeitet zudem auch aktuell Rechtsfälle aus dem oben geschilderten Fall (die Mandanten stammen aus Nordbayern, BW und Hessen), sowohl was die Kapitalnachforderungen der ALAG Automobil-GmbH & Co. KG anbelangt, als auch was die problematische Anlageberatung des jeweiligen Anlageberaters/Anlagevermittlers anbelangt.      

Keywords: Rechtsanwalt Bank- und Kapitalanlagerecht (Bankkaufmann)