'Anleger wissen zu wenig über Regionen'

Von: Allianz SE München  09.03.2006
Keywords: Finanzgewerbe

DEGI Deutsche Gesellschaft fuer Immobilienfonds mbH, Frankfurt am Main, 7. März 2006 Die wichtigste Erkenntnis aus dem letzten Marktreport lautete: Die Phase der Immobilienmarktrezession geht zu Ende. Die Entspannung auf dem deutschen Immobilienmarkt wird nur langsam voranschreiten. Wie lautet die Kernbotschaft des Marktreports Deutschland 2006? Thomas Beyerle: In einem Satz zusammengefasst: Der Aufschwung am gewerblichen Immobilienmarkt in Deutschland ist da – das ist unsere Kernbotschaft. Die Phase des Aufschwungs an den deutschen Büroimmobilienmärkten ist geprägt durch steigende Flächenumsätze, ein Sinken des Leerstands und eine tendenziell wahrnehmbare, jedoch noch geringe Mietsteigerung. Aus internationaler Perspektive betrachtet, ist Deutschland aktuell der attraktivste Investitionsmittelpunkt in Europa. Allerdings warten viele deutsche Akteure die Nachhaltigkeit des Trends noch ab, bevor sie am Markt aktiv werden. Für uns heißt dies, die Zögernden zu überzeugen. Auf der Investorenseite sind Mut und Unternehmertum gefragt, der sich abseits der klassischen Neubauinvestitionen bewegt. Wie haben sich der Vermietungsumsatz und die Leerstandsquoten entwickelt? Beyerle: In den deutschen Bürozentren sind 2005 die Vermietungsumsätze im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 2,7 Millionen Quadratmeter bzw. 12 Prozent gestiegen. In Dresden, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart waren die Vermietungsumsätze rückläufig. Frankfurt hingegen ist mit 41 Prozent Zuwachs bei den Vermietungen und der höchsten Umschlagshäufigkeit die dynamischste deutsche Bürometropole. Die Flächenumsätze liegen insgesamt wieder über dem langjährigen Durchschnitt. In einzelnen Standorten wie Stuttgart und Hamburg sind im vergangenen Jahr die Leerstände bereits gesunken, in Leipzig und Frankfurt befindet sich der Leerstand auf historischen Höchststand. Die Leerstandsrate als alleiniges Beurteilungsparameter für Immobilienstandorte hat aber ausgedient. Ausländische Investoren werden am deutschen Immobilienmarkt immer aktiver. Was ist der Grund? Beyerle: Dafür gibt es mehrere Gründe. Die ausländischen Investoren sind vom Aufschwungszenario in Deutschland überzeugt, daher kaufen sie zu Zeit zu günstigen Preisen viele Objekte. Hinzu kommt, dass die Objektstrukturen in Deutschland wirklich gut sind. Zum Teil können Investoren aus dem Ausland Objekte bis zu 100 Prozent fremdfinanzieren, was den deutschen Gesellschaften nicht erlaubt ist. Bei den momentan günstigen Kreditzinsen ist dies sicherlich ein weiterer Grund, warum wir verstärkte Investitionen aus dem Ausland beobachten. Und es gibt einen Druck der Kommunen, ihre Haushalte zu sanieren. Daher werden immer mehr Wohnimmobilienpakete auf dem Markt angeboten. Sie haben zusätzlich zu den großen Immobilienzentren in Deutschland 70 Regionalstandorte untersucht. Die DEGI will selbst außerhalb der Ballungszentren keine Immobilien erwerben. Vor diesem Hintergrund: Warum analysieren Sie regionale Orte wie beispielsweise Darmstadt oder Trier? Beyerle: In den Regionalstandorten besteht aktuell das größte Informationsdefizit für potenzielle Anleger. Unabhängig von unseren eigenen Investitionsentscheidungen liefert das Research der DEGI fundierte Informationen für Investoren und den Konzern. Von daher gesehen spiegelt sich in unserem Marktreport der zu erwartende Kapitalzufluss von Investoren, vor allem aus dem Ausland, in diesen Teilmärkten wider. Es ist also ein weiteres Serviceangebot der DEGI. Und wir bringen damit ein Stück weit mehr Transparenz in den deutschen Immobilienmarkt. Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.

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