Gemeinsam die demografischen Herausforderungen anpacken

Von: Allianz SE München  08.03.2006
Keywords: Finanzgewerbe

Länger Leben Forum in Berlin: Allianz setzt auf Dialog mit Politik, Wissenschaft und Gesellschaft'Es ist schön, dass wir immer länger leben. Allerdings ergeben sich hieraus große Herausforderungen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft', erläutert Maximilian Zimmerer, Vorstandsvorsitzender der Allianz Lebensversicherungs-AG, die Gründe für das neue Länger Leben Forum. Im kritischen Dialog wolle man Lösungen für die anstehenden Aufgaben finden, so Zimmerer weiter. Ein solches Forum biete viele Vorteile. Die Allianz erkenne im Dialog mit Politikern, Wissenschaftlern und Vertretern der Gesellschaft noch gezielter, wo Handlungsbedarf rund um das Thema demografischer Wandel besteht. Gleichzeitig könne das Unternehmen die Lösungskompetenzen eines integrierten Finanzdienstleisters anbieten, der alle Bausteine der Altersvorsorge unter einem Dach zusammenführt. 'Alle Teilnehmer werden so vom Länger Leben Forum profitieren', ist Maximilian Zimmerer überzeugt.Altersvorsorge ? Garantien sind unverzichtbar Die Auswirkungen der steigenden Lebenserwartung sind vielfältig. Deshalb sollen in mehreren Workshops die verschiedenen Fragestellungen zu den Themen 'Altersvorsorge', 'Vermögen', 'Gesundheit' und 'Wohnen' erörtert werden. 'Der Bedarf an neuen Produkten und altersgerechten Serviceleistungen wird das Geschäft nicht nur der Finanzdienstleister bereits in den nächsten Jahren spürbar verändern', erklärt Zimmerer. Der demografische Wandel und steigende Gesundheitskosten machten eine rasche Stärkung des Kapitaldeckungsverfahrens bei Altersvorsorge und Krankenversicherung nötig. Darüber hinaus müssten die Chancen auf den Kapitalmärkten effizienter genutzt werden ? allerdings bei gleichzeitiger Sicherheit. Denn eines sei klar: Die kapitalgedeckte Altersvorsorge müsse auch lebenslang garantierte Rentenzahlungen beinhalten. Nur so könnten sich die Bürger auf ihre Rente verlassen, bekräftigt der Chef des Marktführers in der privaten und betrieblichen Altersvorsorge. Notwendig seien aber auch neue Assistance- und Serviceleistungen, die das Wohnen und die medizinische Versorgung im Alter in den eigenen vier Wänden möglich machen. Außerdem müssten Anspar- und Finanzierungsmodelle für den altersgerechten Umbau der eigenen Immobilie oder für die Unterbringung in einer betreuten Senioren-Wohngemeinschaft in den Fokus rücken.Gesundheit ? 700 Milliarden Euro fehlen für das AlterNicht nur die demografischen Veränderungen allein, sondern vor allem deren Kombination mit dem medizinisch-technischen Fortschritt führen zu stark steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen und in der Pflege. Die Kosten steigen im Alter überproportional an: Lagen sie im Jahr 2002 bei der Altersgruppe 15 bis 45 Jahre bei durchschnittlich 1510 Euro pro Kopf und Jahr, stiegen sie bei den über 65-jährigen auf 6.740 Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt). Ein Trend, der sich zukünftig noch verstärken wird. Zudem wächst der Bevölkerungsanteil der über 65-jährigen von heute gut 18 Prozent bis 2040 auf 29 Prozent. Das heutige Umlageverfahren der gesetzlichen Krankenversicherung wird in einigen Jahren an seine Finanzierungsgrenze stoßen. Untragbar hohe Pflichtbeiträge werden dann entweder durch Rationierung oder Streichung von Leistungen vermieden. 'Nicht alles, was medizinisch machbar ist, kann zukünftig noch solidarisch in einer Pflichtversicherung finanziert werden', erklärt Ulrich Rumm, Vorstandsvorsitzender der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG. Die Frage ist also, 'wie können wir den Zugang zu medizinisch notwendigen Leistungen für alle Patienten sichern - und nach welchen Kriterien entscheiden wir, was notwendig ist?' Die Privaten Krankenversicherer haben die demografische Herausforderung durch den Aufbau kapitalgedeckter Altersrückstellungen entschärfen können. Neun von zehn Versicherten sind jedoch Kunden bei einer Gesetzlichen Krankenkasse. Hier fehlen für eine relativ demografiesichere Finanzierung bereits jetzt hochgerechnet rund 700 Milliarden Euro Altersrückstellungen, um die Gesundheitskosten im Alter decken zu können. 'Ein Systemwechsel über Nacht ist nicht möglich', sagt Professor Eckhard Knappe, Gesundheitsökonom an der Universität Trier, 'aber wir sollten das knappe Zeitfenster zügig für eine schrittweise Entwicklung der Kapitaldeckung nutzen.' Möglich wäre das durch eine kapitalgedeckte Zusatzversicherung für einzelne Leistungen oder durch einen schrittweisen prozentualen Aufbau des kapitalgedeckten Anteils auf zumindest 30 Prozent. 'Ein weiterer wichtiger Vorteil der Kapitaldeckung gegenüber einer Rationierung von Leistungen wäre die Perspektive, den Wachstumsmarkt Gesundheit auch für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Deutschland nutzen zu können', sagt Chefvolkswirt Heise. 'Die wachsende Nachfrage nach neuen altersgerechten Produkten und Serviceleistungen für die gesundheitliche Versorgung könnte eine Chance für den Dienstleistungsstandort Deutschland werden', ergänzt Rumm.Vermögen ? Die Deutschen sparen falsch Mit über 4 Billionen Euro oder über 100.000 Euro pro Haushalt verfügen die Deutschen über ein nicht unbeträchtliches Geldvermögen. Fast vierzig Prozent dieser Mittel werden jedoch in niedrig verzinslichen Bank- und Sichteinlagen gehalten, nur 7,3 Prozent der Deutschen (Quelle: DAI) halten dagegen Aktien. 'Die Deutschen sparen nicht zu wenig, die meisten sparen bisher vor allem falsch', erklärt Markus Rieß, Sprecher der Geschäftsführung des Deutschen Investment Trust (dit). Die zunehmende, demografiebedingte Rentenlücke und auch die wachsenden Gesundheitskosten lassen nun den Bedarf nach renditestärkeren Anlagen wachsen. Das mit höheren Renditen verbundene höhere Risiko wollen die Asset Manager durch flexible Anlage auf den internationalen Kapitalmärkten, ein breites Produktspektrum und durch neue Produkte mit Lebenszyklusmodellen managen. Wer früh beginnt, kann so die Risiken über einen langen Ansparzeitraum zunehmend reduzieren und dennoch effizient die Renditemöglichkeiten nutzen.Wohnen ? größter Vermögensbestandteil der Deutschen Die Immobilie ist der größte Vermögensbestandteil der Deutschen, gleichwohl ist die Wohneigentumsquote niedriger als in den meisten anderen europäischen Ländern. Mit Blick auf die Immobilie als Kapitalanlage rückt auch hier die Frage in den Mittelpunkt, welche Auswirkungen die Alterung und der Bevölkerungsrückgang haben werden - ist die Immobilie zur Altersvorsorge noch interessant? Zwar schrumpft die Bevölkerung, die Zahl der Haushalte und der Wohnflächenbedarf wachsen jedoch weiter. 'Die Preise werden sich aber in den Regionen sehr unterschiedlich entwickeln', sagt Kai Fischer, Leiter Hypotheken bei der Allianz Lebensversicherungs-AG, voraus. 'Die Flucht aufs Land geht zu Ende, Wohnraum in Ballungszentren wird wieder attraktiver, und dort entscheidet die Lage.' Sowohl die Alterung, als auch die Mobilität der Jungen werden darüber hinaus die Ansprüche an Immobilien und damit an die Finanzdienstleister verändern. Der Bedarf nach Anspar- und Finanzierungsmodellen für den altersgerechten Umbau wie auch die Nachfrage nach Assistance- und Serviceleistungen werden deutlich zunehmen. Wer Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen, bei Handwerkerleistungen oder medizinischer Versorgung bekommt, kann länger in den eigenen vier Wänden wohnen und den Umzug ins teuere Altersheim hinausschieben. Sowohl die Alterung, als auch die Mobilität der Jungen werden darüber hinaus die Ansprüche an Immobilien und damit an die Finanzdienstleister verändern. Der Bedarf nach Anspar- und Finanzierungsmodellen für den altersgerechten Umbau wie auch die Nachfrage nach Assistance- und Serviceleistungen werden deutlich zunehmen. Wer Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen, bei Handwerkerleistungen oder medizinischer Versorgung bekommt, kann länger in den eigenen vier Wänden wohnen und den Umzug ins teuere Altersheim hinausschieben. Die Mobilität der Jungen wird für eine höhere Transaktion bei Wohnimmobilien, insbesondere in den Ballungszentren sorgen. Dadurch wird es zu größeren, vor allem lageabhängigen Preisschwankungen kommen. 'Nachhaltig wird der Trend weg von Neubaumaßnahmen und hin zur Finanzierung und zum Umbau von Bestandsimmobilien Bestand haben', so Fischer.

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