Infineon präzisiert mittelfristige Ziele

Von: Infineon  16.11.2006
Keywords: Elektrotechnik

München, 16. November 2006 - Der Vorstandsvorsitzende von Infineon, Dr. Wolfgang Ziebart, präzisierte anlässlich der Vorlage der Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2005/2006 (30.9.) in München die mittelfristigen Ziele des Unternehmens. Die wesentlichen Restrukturierungsmaßnahmen sollen 2007 abgeschlossen werden. Nach der Ausgliederung des Speicherunternehmens Qimonda konzentriere sich Infineon auf die drei Arbeitsfelder Energie, Mobilität und Sicherheit. Die mittelfristigen Ziele fasste Ziebart unter der Überschrift 'Focus on 10' zusammen. 'Wir wollen mittelfristig mindestens um 10 % jährlich wachsen und wir wollen jährlich eine Ebit-Marge von mindestens 10 % erzielen', sagte Ziebart. 'Das sind aus heutiger Sicht anspruchsvolle Ziele. Aber wird sind davon überzeugt, dass wir sie erreichen können.' Für das gerade begonnene Geschäftsjahr 2006/07 kündigte Ziebart an: 'Wir werden 2007 die wesentlichen Sanierungsarbeiten abgeschlossen haben und die operative Verlustphase hinter uns lassen. Nach dem Ende dieser Maßnahmen haben wir die Basis für eine nachhaltige Wachstumsstrategie und Profitabilität geschaffen. Wir werden uns deshalb mit aller Kraft darauf konzentrieren, alle Geschäftsfelder spätestens im vierten Quartal des Geschäftsjahres in die Gewinnzone zu bringen', so Ziebart auf der Jahrespressekonferenz. 'Für die Drahtlose Kommunikation bleibt es bei der Aussage, dass wir den Break-Even im vierten Quartal des Kalenderjahres erreichen wollen.' Das 'neue' Infineon – nach der Ausgliederung von Qimonda – sei, so Ziebart, heute ein Unternehmen mit einem Umsatz von über 4 Milliarden Euro, mit über 29.000 Mitarbeitern, von denen allein 6.000 im Bereich Forschung und Entwicklung tätig sind. Infineon investiert jährlich rund 800 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung. Mehr als 22.800 Patente stellen die Technologieführerschaft des Unternehmens sicher. Infineon bewege sich auch weiterhin in einem Wachstumsmarkt, der über die nächsten Jahre mit durchschnittlich 10 Prozent jährlich wächst. Das 'neue' Unternehmen ist nach Ziebarts Darstellung auf drei wesentliche Arbeitsfelder ausgerichtet, die drei zentralen Herausforderungen der modernen Gesellschaft entsprechen: Energieeffizienz, Mobilität und Konnektivität sowie Sicherheit. Hier leiste das Unternehmen schon heute ganz wesentliche Beiträge und hat gute Ausgangspositionen geschaffen. Diese Stärken sollen weiter ausgebaut und die Chancen für weiteres Wachstumspotenzial konsequent genutzt werden. Die Produkte von Infineon sorgen für eine verbesserte Energieeffizienz von Motoren, Antrieben und elektronischen Geräten. Die Leistungshalbleiter sind schon heute die Grundlage für effizientes Energiemanagement in Schaltnetzteilen für PCs oder Antriebssteuerungen von Elektromotoren in Waschmaschinen, Industrieanlagen und Zügen. Die Bausteine helfen vor allem in den privaten Haushalten, hier fällt der größte Teil des Energieverbrauchs an, und reduzieren den Energiebedarf in Kühlschränken, Klimaanlagen und Elektroherden. Auch die Windkraft- und Solaranlagen sowie die fossilen Kraftwerke und Umspannwerke arbeiten mit Halbleitern von Infineon. Bei der Mobilität und Konnektivität für den ortsunabhängigen Zugriff auf Informationen, sei es über das Mobiltelefon, über breitbandige Internet-Zugänge, oder über Wireless-Anwendungen werden Chips von Infineon eingesetzt. Mit Hilfe der modernen Kommunikationstechnik rücken die Menschen immer näher, geographische Entfernungen spielen keine Rolle mehr. Die persönliche Erreichbarkeit und die gleichzeitige Verfügbarkeit von Informationen sollen überall und jederzeit gewährleistet sein. Die drahtlosen und drahtgebundenen Zugangstechnologien von Infineon spielen hier eine ganz entscheidende Rolle. Bei der Sicherheit sorgen die Halbleiter von Infineon für die Sicherheit von Daten und den Schutz von Menschen, zum Beispiel im Straßenverkehr. Die Sicherheitsanforderungen im privaten Bereich, aber auch im Umfeld von Behörden, nehmen ebenso zu wie der Schutz der Privatsphäre und von materiellem und geistigem Eigentum (z. B. Reisepässe, Personalausweise und Gesundheitskarten). Darüber hinaus spielen aber auch kundenspezifische Chips mit Sicherheitsfunktionen, wie sie zum Beispiel Microsoft in den Spielkonsolen einsetzt, eine immer wichtigere Rolle. In einer Großzahl dieser Zukunftsmärkte sei Infineon schon heute gut aufgestellt und erfolgreich am Markt, so Ziebart weiter. Zum Beispiel bei Leistungshalbleitern, bei Chipkarten-ICs, bei Zugangsprodukten für die Breitbandkommunikation und bei Hochfrequenzlösungen für Mobiltelefone. Hier sei das Unternehmen seit Jahren Weltmarktführer. Bei Halbleitern für die Automobilindustrie ist Infineon im Jahr 2005 deutlich stärker gewachsen als der Markt und hat damit die Nummer-2-Position weltweit weiter ausgebaut. In Europa ist Infineon weiterhin die unangefochtene Nummer 1. 'Unser erklärtes Ziel ist es, mit allen Aktivitäten in diesen Marktsegmenten mindestens die Nummer-3-Position zu erreichen', erläuterte Ziebart. 'Die Erlöse aus dem weiteren Verkauf der Aktien von Qimonda werden uns bei dieser Wachstumsinitiative helfen. Wir werden diese Erlöse unter anderem für Zukäufe nutzen, um damit neue Kunden zu gewinnen und Märkte zu erschließen, auf denen wir heute noch nicht ausreichend vertreten sind. Auch für unsere Akquisitionsstrategie gilt also die klare Ausrichtung auf bereits vorhandene Stärken. Vor allem aber wollen wir aus eigener Kraft wachsen. Unsere Stärken bilden die Basis für das zukünftige Wachstum – für profitables Wachstum.' Ziebart will in diesem Zusammenhang das Unternehmen noch konsequenter an den Anforderungen der Kunden ausrichten. Im Gegensatz zu früher würde sich Infineon noch stärker an den Roadmaps seiner Kunden orientieren und nicht an einem anonymen Endkundenmarkt. Außerdem werde die Komplexität im Unternehmen weiter reduziert. Das Infineon Complexity Reduction Program (ICoRe) soll die Aufgabenverteilungen und Prozessstrukturen im Unternehmen effizienter gestalten. Die Umsetzung entsprechender Maßnahmen ist für das laufende Geschäftsjahr vorgesehen. Das Unternehmen erwartet dadurch Einsparungen in Höhe von mindestens 50 Millionen Euro. Darüber hinaus wird Infineon seine neue Fertigungs- und Entwicklungsstrategie weiter konsequent vorantreiben. 'Wir wollen damit die Investitionen mittelfristig auf etwa 10 bis 12 % vom Umsatz reduzieren', so Ziebart. Im Rahmen dieser Strategie verfolgt das Unternehmen einen differenzierten Ansatz für die einzelnen Bereiche des Logikgeschäfts. Für Bauteile ab einer Strukturbreite von 65 Nanometern, die größtenteils in der Standard-CMOS-Technologie hergestellt werden, investiert Infineon nicht mehr in eigene Kapazitäten, sondern entwickelt und fertigt zusammen mit Partnern. Bei Leistungshalbleitern verfolgt das Unternehmen einen anderen Ansatz. Da die verwendete Fertigungstechnologie und die erzielte Qualität der Fertigung bei Leistungshalbleitern ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor sei, verbleibe sowohl die Prozessentwicklung als auch die Fertigung vollständig beim Unternehmen. 'Dieser 'Fab-light'-Ansatz hat zwei zentrale Vorteile: Wir können unsere Investitionsausgaben deutlich reduzieren und dabei gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Fertigungslandschaft sicherstellen', so Ziebart.

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