SETRALIT - Industriefasern aus nachwachsenden Rohstoffen

SETRALIT - Industriefasern aus nachwachsenden Rohstoffen von ECCO Gleittechnik GmbH

Von: ECCO Gleittechnik GmbH  02.03.2009
Keywords: Fasern, Flachsfasern, Hanffasern,

Die Firma ECCO Gleittechnik GmbH wurde 1982 von Karl-Heinz Hensel als ein Unternehmen der Chemiebranche gegründet. Ziel war, maßgeschneiderte Schmiermittel für zahlreiche industrielle Anwendungen in unübertroffener Qualität und auf höchstem technischen Niveau unter Beachtung moderner Umweltstandards bereitzustellen.

1984 und 1985 kamen die beiden Tochtergesellschaften Setral Chemie GmbHDeutschland und Sétral S.A. (jetzt: S.à.r.l) hinzu, mit denen eine eigene Produktion und der Beginn des weltweiten Vertriebs der Setral®-Markenprodukte eingeläutet wurden. Bei der Muttergesellschaft ECCO verblieben zunächst nur die Festschmierstoffe, als deren Zugpferd sich das „MIPO“ als Alternative zu dem universell als Festschmierstoff eingesetzten Molybdändisulfid (MoS2) durchsetzte. Neben dem wirtschaftlichen Interesse stand schon damals die Schonung von knappen natürlichen Ressourcen im Vordergrund.

Ein MIPO® ist ein Mischpulver (Mixed Powder), das speziell als Additiv für Reibbeläge, Schmierfette, Schmierpasten, Suspensionen sowie für selbstschmierende Kunststoffe dient und je nach Einsatzzweck modifiziert wird. MIPOs sollen das Auftreten störender Begleiterscheinungen (wie z.B. Fading, Rubbeln, Geräuschentwicklung) beim Gebrauch des Endproduktes unterbinden und generell dessen tribologische  Eigenschaften verbessern. Dementsprechend können MIPOs in der Zusammensetzung je nach Anwendungsfall und der von unserem Kunden eingesetzten Grundrezeptur variieren.

Die ECCO-Gruppe hat in den vergangenen Jahren neben Produktion und Vertrieb von Hochleistungsschmierstoffen ein weiteres Geschäftsfeld entwickelt und kontinuierlich ausgebaut: die Herstellung von Industriefasern auf der Basis nachwachsender Rohstoffe, in erster Linie Flachs und Hanf.

Die Anregungen dazu gaben Reibbelaghersteller, die Stammkunden für unsere MIPOs. Bis in die 80er-Jahre hinein, als Asbest in Deutschland generell verboten wurde, hatte dieser Rohstoff die Produktion von Reibbelägen beherrscht. Man brauchte Ersatz, war jedoch mit den verfügbaren Alternativen, Aramid- und Glasfasern, nicht besonders glücklich, hauptsächlich wegen des Preises und aus ökologischen Gründen.

Daher begann ECCO Anfang der 90er Jahre – zunächst mit Hilfe öffentlicher Förderungen – innovative Faserprodukte für die Reibbelagindustrie und später für zahlreiche andere industrielle Anwendungen zu entwickeln. Aus ökologischen Erwägungen, ebenso wie aus ökonomischen Gründen, war uns schon frühzeitig klar, dass diese neuen Fasern aus erneuerbaren und umweltfreundlichen Ressourcen zu fertigen seien, also aus „Nachwachsenden Rohstoffen“, vorzugsweise aus den Fasern von Einjahrespflanzen.

Anfangs begegneten wir dem Problem, dass pflanzliche Fasern in Qualität und Leistungsfähigkeit extrem variieren können, abhängig von Klima-, Wachstums-, Ernte- und Aufbereitungsbedingungen sowie von zahlreichen anderen Faktoren, was wiederum die Eigenschaften der Endprodukte in unterschiedlicher und manchmal schwer voraussehbarer Weise beeinflusst. Demzufolge waren seitens der Industrie, die gleichmäßige Qualitätsstandards fordert, die Akzeptanz und die Resonanz auf unsere Vorstellungen zunächst eher mäßig und von viel Skepsis durchwachsen. Als Antwort entwickelten wir Mitte der 90er Jahre ein neuartige Aufschlusstechnik, das patentierte „Ultraschallverfahren“, mit dem es gelang, Hochleistungs-Naturfasern in einer bis dahin nicht erhältlichen, reproduzierbaren Qualität und mit einem akzeptablen Preis- Leistungsverhältnis zu erzeugen: Der Markenname ist SETRALIT.

Nach intensiver Forschung und der Entwicklung weiterer, zum Teil ebenfalls patentierter Aufbereitungsverfahren steht heute eine Vielzahl von Herstellungsprozessen zur Verfügung. Diese dienen dazu, pflanzliche Rohfasern in gut definierbarer Weise aufzuschließen und je nach Anwendungsfall weiter zu veredeln. Erzeugt werden unterschiedliche Fasersorten in konstant hoher Qualität.

Diese Fasern stellen Alternativen für konventionelle und zum Teil bedenkliche Faserstoffe dar, wie Asbest, Aramid- oder Glasfasern. Heute noch werden weltweit mehr als zwei Millionen Tonnen Asbest jährlich hergestellt und verbraucht (Der Spiegel 50 / 2008). Der Ultraschallprozess erlaubt die Nutzung von Naturfasern ebenso wie von Nebenprodukten der Faserproduktion (Scheben) in zahlreichen Anwendungen, die ursprünglich von Asbest, später von Asbestersatzstoffen wie Glas- oder organischen Chemiefasern beherrscht wurden.

SETRALIT®-Fasern sind als Prozess- oder als Verstärkungsfasern in vielen Produkten und technischen Prozessen einsetzbar. SETRALIT®-Fasern unterscheiden sich in Farbe, in den chemischen und teilweise auch physikalischen Eigenschaften von den konventionellen “gerösteten“ Naturfasern und von solchen, die allein durch mechanische Bearbeitung gewonnen wurden. Hauptvorteile der Ultraschallfasern sind: - Geringere Qualitätsschwankungen als bei herkömmlichen Aufschlussverfahren.- Sehr geringer Anteil an Reststoffen (Staub, Pilzsporen, organische Begleitstoffe).- Helle Farbe (hohe Naturbleiche), kein Eigengeruch.- Rasche Wasseraufnahme und hohe Saugwirkung.- Weicherer Griff als geröstetes Material.- Gute Voraussetzungen für Weiterveredlung.- Gesundheitlich unbedenklich.- Umweltfreundliche (CO2-neutrale) Herstellung.

Für Reibbeläge (Brems- und Kupplungsbeläge) werden die SETRALIT®-Fasern bereits heute erfolgreich eingesetzt. Wichtige weitere Marktsegmente sind die Bau- und die Kunststoffindustrie, wo SETRALIT® in einem weiten Spektrum von Verbundwerkstoffen (“Composites“) eingesetzt werden kann – oder als Verstärkungsfasern in neuen Werkstoffen und in Materialien, die bisher keine Fasern enthielten, wie etwa Porenbeton („Ytong-Steine“). Weitere Märkte sehen wir in der chemischen Industrie (z.B. Dichtungen, Thixotropier-, Mattierungsmittel) sowie in der Papier-, Nonwoven- und Textilindustrie.

Vor allem in der Reibbelagindustrie ist ein ständig wachsender Bedarf an qualitativ hochwertigen Naturfasern zu verzeichnen. Dafür steht der ECCO bereits eine Pilotanlage mit einer Jahreskapazität von ca. 500 Tonnen zur Verfügung. Bei weiter wachsendem Bedarf soll ein kontinuierlich erweiterbares Großwerk mit einer Kapazität von > 10.000 Jahrestonnen gebaut werden.

In einem weiteren Projekt hat ECCO eine Technologie zur Reinigung von Altpapier (“Deinking“) mittels Ultraschall entwickelt, die eine umweltschonende sowie und Kosten sparende Alternative zur herkömmlichen Disperger-Technologie darstellt.

ECCO Gleittechnik GmbH
Salzsteinstr. 4
D-82402 Seeshaupt
Telefon: +49 (0)8801 97-0
Fax: +49 (0)8801 97-30
Email: info@ecco-fibre.net
Internet:  www.ecco-fibre.net

Keywords: Fasern, Flachsfasern, Hanffasern, Industriefasern, Kenaffasern, Ramiefasern, Sisalfasern,

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