SIMAX Borosilikatglas 3.3 - Historie KAVALIERGLASS, a.s.

SIMAX Borosilikatglas 3.3 - Historie KAVALIERGLASS, a.s. von BOHEMIA Cristal Handelsg. mbH

Von: BOHEMIA Cristal Handelsg. mbH  19.01.2011
Keywords: Glas, Glas und Porzellan, Borosilikatglas

KAVALIERGLASS, a.s. - seit 1837

Die Glasproduktion hat in Böhmen zweifellos eine langjährige Tradition. Auch wenn in dieser Hinsicht Nordböhmen berühmter ist, kann eine ganze Reihe von Gebieten

nicht außer acht gelassen werden, wo kleine Hütten entstanden und untergegangen sind, deren Ruf bis in die heutigen Tage überlebt. Viele von ihnen gaben auch

Gemeinden oder kleinen Städten ihren Namen. Eine von jenen, die an diese Tradition anknüpften und sie dank den „Managerfähigkeiten“ der Glasmacher-

Unternehmer entwickelten, ist heute die moderne Firma

KAVALIERGLASS, a.s.

Sie ist führender tschechoslowakischer Hersteller von Haushaltskochglas,

technischem und Laborglas und unikalen Apparaturen

oder Ausrüstungen für die Nahrungsmittel- und Chemieindustrie.
Eine bedeutende Stellung
nimmt sie auch unter den Weltproduzenten ein.

Wie alles entstanden ist:

In das

Sázava-Gebiet drang das Glashüttenwesen verhältnismäßig spät vor
Wenn wir die bis heute nicht ausreichend geklärte Erwähnung über den Abt des

Klosters von Sázava

, Reginard, und seine Beherrschung der Glasmacherkunst außer acht lassen, wo es sich eher um die Kunst der Anfertigung von Glasfenstern

und also um die „Glaserkunst“ handelte, wurden historisch belegte Hütten erst ganz am

Ende des 17. Jahrhunderts, vor allem jedoch im Verlauf des 19. Jahr-hunderts gegründet, wo die Waldbesitzer im Flussgebiet um ihre rationellere, und sagen wir gleich ertragreichere Ausnutzung bestrebt waren.

Glashütten errichteten am häufigsten Besitzer von

Herrschaftsgütern mit ausreichenden reifen und gewinnbringenden Wäldern und verpachteten sie dann fundierten Glasunternehmern-Glasmachermeistern. Die Pächter der Hütten mussten vor allem gute Glasfachleute sein, denn sie organisierten und leiteten nicht nur den ganzen Betrieb der Hütte und die Technologie der Glasproduktion, sondern mussten auch fähig sein, für die Hütte den Großteil der für die Produktion erforderlichen Geräte, Werkzeuge und Anlagen herzustellen, beginnend

mit dem eigentlichen Ofen für das Schmelzen des Glases und Häfen - großen Aluminiumgefäßen, wo das Glas erschmolzen wurde. In der Regel entstammten sie

alten

Glasmacherfamilien, deren Mitglieder das ganze Leben nicht nur in Böhmen, sondern auch in den umliegenden Ländern auf der Wanderschaft waren und mit

größerem oder kleinerem Erfolg in den Hütten, die sie pachteten, als selbständige Unternehmer arbeiteten.

In jeder Zeit gelangten jedoch unter die geborenen„Glasmeister“ auch
unternehmungslustigere, selbständigere und vor allem fachlich tüchtige Glasmacher, diewährend ihrer langjährigen Arbeit das notwendige
Kapitalsparten und sich entschlossen, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Manager aus vergangenen Jahren

Im Jahr

1830 wurde auf gleiche Weise der damals 34- jährige Glasmacher František Kavalír Mitinhaber der herrschaftlichen Hütte in Ostředek - 8 km südlich von Sázava. František Kavalír lag zweifellos die Liebe zum Glas und zur Glasarbeit im Blut, aber erstaunlicherweise entstammte er keiner Glasmacherfamilie. Sein Vater war leibeigener Bauer des Klosters in Žďár nad Sázavou [Saar] und offensichtlich erst nach Aufhebung der Leibeigenschaft durch Kaiser Joseph II. im Jahr 1781 suchte er bessere Lebensbedingungen und fand Arbeit zunächst als Heizer und später als Glasschmelzer in verschiedenen Hütten im Sázava-Gebiet.

Sein

Sohn František wurde in der Hütte in Krasoňovice bei Čestín [Bezirk Kuttenberg / Okres Kutná Hora, im Norden der Böhmisch-Mährischen Höhe zwischen den Flüssen Sázava und Elbe] geboren. Später fasste die Familie in der Hütte in Těchobuz bei Pacov [Patzau, Okres Pelh řimov] am entfernteren südlichen Rand der Sázava-Region Fuß.  Die Arbeit des Glasschmelzers war in den alten Hütten höchst anspruchsvoll und verantwortlich. Der Schmelzer war zur Zeit, in der das Glas geschmolzen wurde - also rund 24 Stunden - in der Hütte allein und von seinem Fachkönnen und seiner Fürsorge hing sowohl das Ergebnis der Arbeit der Glasmacher als auch die Qualität der Erzeugnisse und die Prosperität der Hütte ab.

Von seinem Vater gewann also der junge

František Kavalír, der selbst gelernter Glasmacher war, jene tiefen Kenntnisse der Technologie der Zusammensetzung

des Gemenges und des Schmelzens des Glases, die später zur Grundlage seiner Unternehmererfolge wurden. In T

ěchobuz lernte František Kavalír die acht Jahre jüngere Tochter eines Glasmachers aus einer alten böhmischen Glasmacher-familie, Antonie Adler, kennen und heiratete sie im Jahr 1821. Beide waren bescheiden, fleißig, arbeitsam, aber auch unternehmungslustig, und so

pachtete František Kavalír im Jahr

1830 mit noch zwei weiteren Glasmachern die Herrschaftshütte in Ostředek bei Benešov [Okres Benešov / Bezirk Beneschau].

Dank seinen technischen sowie kommerziellen Fähigkeiten florierte die Hütte, aber Kavalír war bald unzufrieden, dass alle Last der Arbeit und Verantwortung

für den Betrieb der Hütte sowie den Absatz des Glases auf ihm lag, und so nutzte er nach 5 Jahren eine geeignete Gelegenheit, um sich selbständig zu machen.

Die Herrschaft im unweiten Sázava bot ausreichend Holz und freien Raum als Bauplatz für den Bau der Glashütte. Die Angelegenheit verzögerte sich, da der

František Kavalír angebotene Platz für den Bau der Glashütte ungeeignet war, aber dann bot sich die Möglichkeit, in

Sázava am Fluss eine Mühle auch mit den

erforderlichen Grundstücken zu kaufen. Innerhalb eines Jahres war die neue Hütte - von Kavalír ursprünglich

St. Prokop benannt - gebaut und sie nahm am 5. Juli 1837

die Arbeit auf. Für den Fleiß und das Verantwortungsbewusstsein von František Kavalír ist charakteristisch, dass er während der Vorbereitung und des Baus der

Hütte in Sázava den Betrieb der Hütte in Ost

ředek leitete,  gleichzeitig dort als Glasmacher arbeitete und nach der Arbeit zu Fuß in das 8 km entfernte Sázava ging, um die Arbeit am Bau zu leiten.

Wichtig ist der Handel

Für die kleinen Glasunternehmer in der damaligen Zeit war typisch, dass sie ein

möglichst breites Warensortimentfür den Absatz in der nächsten Umgebung der

Hütte erzeugten. sich aber gleichzeitig bemühten,

Rohlinge für die Raffination, das Schleifen, Gravieren und Malen in großen Faktoreien und Raffinations-betrieben in Nový Bor und Umgebung, die den Glasexportmarkt in Händen hatten, zu liefern. František Kavalír wurde sich bald bewusst, dass in diesem Handel sämtlicher Gewinn den Exporteuren bleibt und im Gegenteil die Lieferer der Rohlinge als erste jede Schwankung des internationalen Glashandels zu tragen haben. Schon während seines Wirkens in Ostředek orientierte er sich auf Abnehmer im nahen Prag, wo vor allem Drogisten und Apotheker großes Interesse für Glas für beginnende chemische Laboratorien hatten. Nach Einführung der öffentlichen Beleuchtung, zunächst der Petroleum- und später Gasbeleuchtung, ergab sich der dringende Bedarf an wärmebeständigen Deckgläsern für diese Lampen. Das führte František Kavalír zur Einführung

und zielstrebigen Entwicklung des in der Produktion anspruchsvolleren Glases,
das sich für die gewünschten Zwecke eignete.

Darüber, wann František Kavalír mit Erzeugnissen des technischen und Laborglases auf den Auslandsmarktvordrang, haben wir aus den ersten Jahren des Betriebs der Hütte in Sázava keine direkten Belege. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass schon sehr bald die Prager Großhändler seine Erzeugnisse ausführten, denn bereits im Jahr 1847 wurde in England mit sehr lobender Würdigung die von dem englischen Chemiker Rowney durchgeführte chemische Analyse des Kavalír-Glases veröffentlicht.

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