Arbeitnehmer haben Rechtsanspruch auf betriebliche Altersvorsorge

Von: Paulinus Ostermayr  18.12.2007
Keywords: Altersvorsorge, Rentenversicherung, bAV-Betriebliche-Altersvorsorge

HB DÜSSELDORF. Jeder Arbeitnehmer hat seit 2002 praktisch einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge (bAV). Das besagt zumindest der Paragraf 1a des Betriebsrentengesetzes, das jedem eine Entgeltumwandlung von bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zubilligt. Die Wirkung ist bereits jetzt zu spüren: Nach einer repräsentativen Umfrage von Clerical Medical stehen die betriebliche und die staatlich geförderte Vorsorge nun auch höher im Kurs. Sie verzeichnen mit 47 Prozent die stärksten Zuwächse und verdrängen somit das Eigenheim (30 Prozent) auf Platz zwei. Zwar hatte sich das Wachstum in 2006 wegen der Unsicherheit über die Sozialabgabenfreiheit verlangsamt. „Doch mit der Entscheidung der Bundesregierung, diese uneingeschränkt über das Jahr 2008 beizubehalten, dürfte die bAV wieder an das Wachstumstempo der vergangenen Jahre anknüpfen“, erwartet Jörg Braun, Leiter des Bereichs Firmenkunden/Maklervertrieb bei der Allianz Leben und Vorstand der Allianz Pensionskasse AG. Besonders bei kleinen und mittelständischen Unternehmern erwartet Braun einen Schub: „Hier besteht nach der neuesten Untersuchung von TNS Infratest noch der größte Nachholbedarf. So haben zum Beispiel bei Unternehmen mit fünf bis neun Mitarbeitern 75 Prozent der Arbeitnehmer keine bAV – 50 Prozent dieser Firmen bieten sie sogar nicht an.“ Neu: Handelsblatt-Schlaumeier.Täglich eine BWL-Vokabel als Test. Ein Trend ist, die Pensionsverpflichtungen auf externe Träger zu übertragen: „Durch eine solche Auslagerung tragen Unternehmen keine zusätzlichen Risiken, wie beispielsweise das so genannte Langlebigkeitsrisiko des Arbeitnehmers, und die Verpflichtungen tauchen nicht in der Bilanz auf“, sagt Braun. Außerdem: „Neben den unterschiedlichen Möglichkeiten, Pensionsrückstellungen abzusichern – sei es durch Auslagerungen über einen Pensionsfonds oder über ein Contractual Trust Arrangement (CTA) – nehmen kapitalmarktnahe Produkte auch in der betrieblichen Altersversorgung an Bedeutung zu. Von solchen kapitalmarktnahen Produktkonzepten erwarten wir zusätzliche Impulse für das Neugeschäft.“ Fünf Möglichkeiten gibt es in Deutschland: Direktzusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung. Die Unterschiede liegen hauptsächlich in der sozial- und steuerpflichtigen Behandlung sowie den Anlagevorschriften. So erbringt bei der Direktzusage, der in Deutschland häufigsten Form der bAV, der Arbeitgeber die Pensionsleistungen unmittelbar. Die Direktzusage „zählt zu den flexibelsten Möglichkeiten, da bei ihr die Gestaltungsmöglichkeiten am breitesten sind“, urteilt Thomas Jasper, Partner der Beratungsfirma Rauser Towers Perrin.

Keywords: Altersvorsorge, bAV-Betriebliche-Altersvorsorge, Rentenversicherung,

Paulinus Ostermayr kontaktieren

Website - keine angegeben

E-Mail

Diese Seite drucken