Fortschritte der Green IT (7)

Von: erecon AG  03.06.2013
Keywords: Speichermedien

Alle Speichermedien sind ein kritischer Punkt beim Energieverbrauch von IT-Rechenanlagen. Denn diese Medien fressen kontinuierlich Strom, auch im Ruhezustand - während ein einfaches Abschalten der Platten problemträchtig sein kann, weil dann Datenverluste drohen. Viele Hersteller arbeiten daher daran, den Energiehunger ihrer Festplatten zu disziplinieren - auch denjenigen der konventionellen Speichermedien. Seit die Größe der Speichermedien kaum noch Grenzen kennt, kann man sogar sagen, dass das 'Greening' von Speichermedien jener Bereich ist, wo heute bei diesen Produzenten der technologische Fortschritt erfolgt. Ein Ansatz besteht darin, schlicht die Umdrehungszahl der Platten herabzusetzen. Das erzeugt weniger Wärme und verbraucht in der Folge auch weniger Energie. Statt wie ein Rennwagen mit 7.200 U/min (in Hochleistungservern sogar bis zu 15.000 U/min) arbeiten moderne Vertreter in Workstations jetzt üblicherweise mit 5.400 U/min - was entsprechend weniger Leistung erfordert und auch die Ohren erfreut, ähnlich wie ein Auto ja auch weniger Energie verbraucht, wenn der Motor mit 2.000 Umdrehungen rotiert statt mit 4.000. Nicht zuletzt - auch dies ganz im Sinne der Nachhaltigkeit - erhöht sich parallel die Lebensdauer. Ein weiterer 'Trick' besteht darin, die 'Speicherdichte' zu erhöhen. Das macht es möglich, mehr Daten je 'Platter', also je 'Datenscheibe', im Festplattenlaufwerk bereitzustellen. Die Schreib- und Zugriffszeiten werden hierdurch erheblich gedrückt, weil weniger Wechsel zwischen den 'Platters' erforderlich ist. 667 GB/Platter sind fast schon branchenüblich, Spitzenprodukte kommen derzeit auf 750 GB/Platter. Möglich wird dies unter anderem durch ein neues Datenverarbeitsformat, das so genannte 'Advanced Format'. Das speichert Nutzdaten in 4.096-Byte-Sektoren statt der bisher üblichen 512-Byte-Sektoren. Da zwischen solchen Sektoren immer Toleranzbereiche eingehalten und Anweisungen platziert werden müssen, können erhebliche Platzreserven auf der Platte erschlossen werden (bis zu 11 %). Allerdings haben ältere Betriebssysteme wie Windows XP Probleme mit dem neuen Datenformat. Insgesamt aber lassen sich durch neue konventionelle Festplatten in moderner Bauweise erhebliche Gewinne bei der Energieeffizienz erzielen. Jedes seriöse Green Data Center setzt heute auf optimierte Speichermedien. Eine Alternative bestünde natürlich auch in der Verwendung von 'masselosen' Flash-Speichern, wo dann der Lesekopf wie auch die rotierende Spindel ganz entfallen würden. Ökonomisch sinnvoll ist deren Einsatz aber bisher vor allem in USB-Sticks und ähnlichen tragbaren Medien, beim Preis wie bei der Kapazität sind sie dort, wo Daten massenhaft gespeichert und gelesen werden müssen, einfach (noch) nicht konkurrenzfähig. Die allerbeste Möglichkeit, beim Speichern Energie zu sparen, bestünde übrigens darin, schon den eintreffenden Datenstrom auf Duplikate zu 'scannen' und alle Doppelungen gar nicht erst zu sichern. Die erecon AG betreibt hier, unterstützt vom Bundesumweltministerium, ein Projekt, das eine derartige 'Online-Deduplizierung' des Datenstroms realisieren soll.

Keywords: Speichermedien

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