Private Krankenhausbetreiber fordern Erhöhung von Transparenz

Von: Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA  11.03.2006

Private Krankenhausbetreiber fordern Erhöhung von Transparenz, Abbau von Bürokratie und mehr Marktwirtschaft * Medizinische Ergebnisse und Sterblichkeit in allen Krankenhäusern offen legen * Behandlungsqualität durch Ausbau der integrierten Versorgung fördern * Gesundheitsmarkt als Chance auf mehr Beschäftigung nutzen * Wettbewerbsverzerrungen beseitigen 09. März 2006 Weniger Bürokratie und mehr Marktwirtschaft im Krankenhausmarkt haben die privaten Krankenhausbetreiber Asklepios Kliniken GmbH, HELIOS Klini-ken GmbH und RHÖN-KLINIKUM AG heute in Berlin gefordert. Die drei großen deutschen Klinikunternehmen behandelten im vergangenen Jahr gemeinsam mehr als 3,2 Millionen Patienten, davon 85 Prozent Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen. Sie traten erstmals gemeinsam auf, um Wege aufzuzeigen, wie die Versorgung der Patienten in Deutschland verbes-sert und gleichzeitig die Finanzierbarkeit des Systems gesichert werden kann. Budgetierung, staatliche Eingriffe und Wettbewerbsverzerrung durch Subvention unwirtschaftlicher Krankenhäuser behindern derzeit die Ent-wicklung des privaten Krankenhausmarkts. Mehr Wettbewerb in diesem Be-reich ist sowohl volkswirtschaftlich als auch gesundheitspolitisch sinnvoll, weil dadurch gleichzeitig die Steuerzahler entlastet und die Qualität der Ver-sorgung gesteigert werden können. Dr. Günter Neubauer, Professor für Volkswirtschaftslehre und Gesundheitsökonomik an der Universität der Bundeswehr in München und ehemaliges Mitglied des Sachverständigenra-tes für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen, plädierte für eine neu geordnete, wettbewerbliche Krankenhausversorgung, die einer staatlichen Angebotsplanung eindeutig überlegen sei: 'Aufgabe des Staates ist es, si-cherzustellen, dass jeder Bürger einen ausreichenden Versicherungsschutz hat, und es ist nicht seine Aufgabe, durch eigene Krankenhäuser die Versor-gung mit Leistungen selbst durchzuführen.' Private Kliniken mit effizientem Qualitätsmanagement Derzeit beträgt der Umsatzanteil privater Anbieter am Akutklinikmarkt in Deutschland etwa zehn Prozent. Öffentliche Träger vertrauen jedoch zu-nehmend auf die Leistungsfähigkeit des privaten Krankenhausmarkts und geben ihre Krankenhäuser in die Hände moderner Dienstleistungsunter-nehmen. Die privaten Anbieter holen dabei die Investitionen zur Modernisie-rung der Krankenhäuser nach, die von den öffentlichen Trägern in der Ver-gangenheit nicht geleistet werden konnten. Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr Ärzte und ihre Patienten für eine Behandlung in privaten Klini-ken, die sich durch ein effizientes medizinisches Qualitätsmanagement und eine serviceorientierte Betreuung der Patienten auszeichnen. Befürchtun-gen, die Versorgung der Patienten könne sich durch die Privatisierungen verschlechtern, sind daher völlig unbegründet. Die privaten Träger achten im Gegenteil strikt auf höchste Behandlungsqualität, da sie darauf angewie-sen sind, dass zufriedene Patienten ihre Häuser weiterempfehlen. Ergebniskennzahlen und Sterblichkeit bundesweit offen legen Die Patienten profitieren schon heute von mehr Wettbewerb im Klinikmarkt, da der Wettbewerb über Qualität entschieden wird. Private Betreiber schlie-ßen ihre Kliniken zu Netzwerken mit so genannten Kompetenzzentren zu-sammen, bei denen sich in den Regionen einzelne Häuser auf bestimmte Eingriffe und Behandlungen spezialisieren. Eine solche Spezialisierung führt, wie zahlreiche Untersuchungen belegen, zu einer höheren Erfolgsquo-te und einer geringeren Sterblichkeit bei Operationen. Ralf Michels, Haupt-geschäftsführer der HELIOS Kliniken GmbH: 'Herausragende medizinische Ergebnisqualität wird der entscheidende Wettbewerbsfaktor im Kranken-hausmarkt der Zukunft sein. Schon allein deshalb machen private Klinik-betreiber die Behandlungsqualität sehr transparent. Der Patient hat ein Recht darauf zu wissen, wie gut die Behandlung in einer Klinik tatsächlich ist. Diese Transparenz zahlt sich aus, weil sie den Patienten eine objektive Orientierung bei der Wahl einer geeigneten Klinik ermöglicht und intern für Qualitätswettbewerb mit kontinuierlichen Ergebnisverbesserungen sorgt. Solche Erfolge wären auch bundesweit möglich, wenn die Politik die Rah-menbedingungen für mehr Qualitätstransparenz schaffen würde. Wir fordern daher, dass alle Krankenhäuser ihre Ergebniskennzahlen in standardisierter Form offen legen. Dazu muss auch die Sterblichkeit gehören.' Gesundheitsmarkt als Beschäftigungschance Zur Beschäftigungssituation im Gesundheitswesen sagte Dr. Bernard gr. Broermann, Gründer und Alleingesellschafter der Asklepios Kliniken Verwal-tungsgesellschaft mbH: 'Der Gesundheitsmarkt sollte als Beschäftigungs-chance begriffen werden und nicht als Kostenfaktor. Derzeit führt die Politik der Kostensenkung zu einer Arbeitsplatzvernichtung in der Gesundheitswirt-schaft. Es geht mit großem Aufwand in die falsche Richtung. Die Entbüro-kratisierung eröffnet neue Beschäftigungschancen, mehr Serviceorientie-rung, die Erschließung von Effizienzreserven und Präventionspotentiale. Die Finanzierung der Defizite öffentlicher Krankenhäuser erhöht die Verschul-dung der öffentlichen Haushalte, verhindert gewünschte Konzentrationen und führt zu Verzerrungen im Wettbewerb.' Einsparungen und Privatisierungserlöse könnten öffentliche Haushalte um Milliardenbeträge entlasten Auf die Vorteile von Privatisierungen für die öffentlichen Haushalte wies Wolfgang Pföhler, Vorstandsvorsitzender der RHÖN-KLINIKUM AG hin. Durch eingesparte Fördermittel und die bezahlten Kaufpreise könnten diese um Milliardenbeträge entlastet werden. Pföhler kritisierte das Bundeskar-tellamt, das bei seinen Entscheidungen private Betreiber benachteilige: 'Die Verbundlösungen der privaten Betreiber führen in den betreffenden Regio-nen zu einer Verbesserung der Versorgung und zu einer Kostendämpfung. Das Kartellamt erkennt diese positiven Effekte zwar ausdrücklich an, sieht jedoch ausgerechnet in der Überlegenheit des Konzepts einen inakzeptablen Wettbewerbsvorteil der privaten Ketten. Während es private Anbieter bei Übernahmen behindert, erlaubt es öffentlichen Krankenhäusern, marktbe-herrschende Stellungen zu erlangen. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen, und darunter leidet die Effizienz im Gesundheitswesen.' An der heutigen Veranstaltung nahmen im Rahmen einer Podiumsdiskussion auch Vertreter der im Bundestag vertretenen Parteien teil. Die drei großen deutschen privaten Krankenhausbetreiber Asklepios Kliniken GmbH, HELIOS Kliniken GmbH und RHÖN-KLINIKUM AG wollen damit die not-wendige gesellschaftliche Diskussion über die Zukunft des Gesundheitswe-sens vorantreiben und einen Beitrag für die Bewältigung der Herausforde-rungen von morgen leisten.


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