HSE nimmt Hessens erste Bioerdgas-Anlage mit Einspeisung in Betrieb

Von: HSE - HEAG Suedhessische Energie AG  22.04.2008
Keywords: Erdgas, Energie & Energietechnik

'Die Anlage ist ein gutes Beispiel dafür, dass die HSE Investitionen sehr zukunftsorientiert angeht', sagte der Vorstandsvorsitzende der HSE, Albert Filbert, am Montag (21.) vor rund 100 Gästen, darunter der Hessische Ministerpräsident Roland Koch. Als erste in Hessen speist die rund 3,5 Millionen Euro teure Anlage aufbereitetes Biogas ins regionale Erdgasnetz ein. Die Technik hat Vorbildfunktion für ganz Deutschland: Sie ist so ausgelegt, dass für den Betrieb auch Ackerflächen in einem dicht besiedelten Gebiet wie dem Rhein-Main-Gebiet ausreichen. Die gängige Einspeise-Technik, die bislang vor allem in Biogasanlagen mit einer mehr als doppelt so hohen Leistung zum Einsatz kommt, wurde dafür eigens angepasst. Der Probebetrieb hat gezeigt, dass die HSE-Anlage sehr effektiv ist. Sie erzeugt pro Tonne nachwachsender Rohstoffe rund 200 Kubikmeter Biogas. In seiner Rede betonte der Hessische Ministerpräsident Roland Koch, dass das Pilotprojekt der HSE in die Strategie der Landesregierung passe. 'Wir haben den Ehrgeiz, dass Hessen im Bereich regenerativer Energien zum Musterland wird', sagte Koch. Die Anlage in Wixhausen sei deshalb ein herausragender Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung in Südhessen. Aus 12.550 Tonnen nachwachsenden Rohstoffen (überwiegend Maissilage und Roggenschrot) sowie Gülle produziert die Anlage in Wixhausen pro Jahr 2,5 Millionen Kubikmeter Biogas. Bauern aus der Region liefern die Rohstoffe. Im Regelbetrieb bereitet die Anla-ge pro Stunde etwa 300 Kubikmeter Biogas zu Erdgasqualität auf. Das entspricht einer Leistung von 600 Kilowatt elektrisch. Im Vergleich mit konventioneller Energieerzeugung vermeidet die Anlage jährlich 3.500 Tonnen Kohlendioxid. Die Energie der nach-wachsenden Rohstoffe wird bis zu 90 Prozent genutzt, wenn das eingespeiste Bioerdgas in modernen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen verwendet wird, um umweltschonend Strom und Wärme zu erzeugen. Die Anlage in Wixhausen könnte mit ihrer Jahresproduktion rechnerisch 650 Einfamilienhäuser mit Bioerdgas versorgen. Nach einem Beschluss des Bundeskabinetts soll dem Erdgas bis zum Jahr 2030 rund zehn Prozent Bioerdgas beigemischt werden. Dann würde die Anlage zur Versorgung von 6500 Einfamilienhäusern beitragen. Die HSE wird im Rahmen ihres Investitionsprogramms Bioenergie weitere Biogasanlagen in Südhessen errichten. In der Planung sind bereits die Standorte Lorsch (Landkreis Bergstraße) und Groß-Umstadt (Landkreis Darmstadt-Dieburg). Der regionale Energieversorger investiert in den nächsten Jahren zudem 400 Millionen Euro zum Ausbau der regenerativen Energien. Die HSE wird sich neben Projekten in Deutschland auch an Projekten im europäischen Ausland beteiligen. Denn bis zum Jahr 2015 soll ein Fünftel der Energie, die die HSE verkauft, aus regenerativen Quellen stammen.

Keywords: Energie & Energietechnik, Erdgas

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