Moderation ist eine Führungstechnik

Moderation ist eine Führungstechnik von moderation.mobi

Von: moderation.mobi  07.03.2007
Keywords: Moderation Workshop Open Space Kaizen Kvp Cip Event Moderatoren Moderationstraining Projekt-Moderati

Aus meiner über 25jährigen Erfahrung als Metaplaner und freier Organisationsentwickler lässt sich festhalten: Moderation ist eine Nötigung ! Nötigung nämlich der Teilnehmer, sich gefälligst präzise auf einer Karte auszudrücken. Moderation ist eine Provokation ! Provokation nämlich durch die gut vorüberlegten Fragen des/r Moderators/in, die Interaktionen zwischen den Teilnehmern auslösen.Moderation deckt Diskrepanzen auf! Wenn nämlich alle Äusserungen der Teilnehmer simultan und präzise an der Moderationswand vor aller Augen dokumentiert werden (können), gibt es keine Wiederholungen von bereits Gesagtem und jeder kann den Stand des Diskurses abnicken; spannend wird es dann, wenn „Blitze“ gesetzt werden als Zeichen unterschiedlicher Meinung eines oder mehrerer Teilnehmer. Wer die meisten Blitze schleudert, ist der/die beste Diskussionsteilnehmer/in: So wird das Gespräch nämlich auf die Diskrepanzen focussiert – und da ist es dann spannend. Bezeichnenderweise kennen aber viele, die sich als Moderatoren oder gar Moderationstrainer bezeichnen, diese schon für die Erfinder der Methode elementare „Blitz-Regel“ überhaupt nicht – und schleppen statt dessen ganze Kataloge anderer „Moderations-Regeln“ an, die unfruchtbar sind. Professionelle Moderation leitet Handeln ein! Natürlich müssen nicht immer Aktivitäten-Listen am Ende einer Moderation stehen, es können auch Orientierungen und selbst blosse Reflektion über das Erlebte weiterhelfen; aber Moderation sollte nicht folgenlos für das weitere praktische Handeln bleiben. Jeder kann heute moderieren. Ich merke das auf meinen 9-Stunden-Moderationstrainings, die ausschliesslich (und von der dritten Minute an) aus Moderations-Übungen der Trainings-Teilnehmer bestehen. Es kommt dabei entscheidend auf die nur zwei Regeln (30 Sekunden pro Argument und die Blitz-Regel) und fünf Tipps ( 1. aussagekräftige Antworten formulieren – keine Schlagworte zulassen; 2. Argumente in maximal sieben Worten formulieren; 3. bei der Ordnung der Karten muss jede Karte in einem Cluster Überschrift für alle anderen Karten sein können; 4. eine Moderations-Frage sollte man 7 mal umformulieren bevor sie richtig „sitzt“; 5. die vorüberlegte Moderations-Dramaturgie von hinten nach vorne entwickeln) an. Das geschickte Ausbreiten der Karten hat man nach einer ersten selbst-erlebten Moderation intus. Auch die nur drei Farben (orange, gelb, grün) und vier Formen (Streifen, Rechteck, Oval, Scheibe) haben jeweils eine hilfreiche Form und Symbolik – Schlichtheit ist hier das hilfreiche Gestaltungsmittel, nicht bunte Beliebigkeit. So aufgestellt, gelingt es vielen Beginnern und erfahrenen Praktikern, einen Diskurs zielgerichtet zu führen – und doch zugleich die Beteiligung aller Anwesenden frisch und hoch zu halten.

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