RFID-Lösung in WMS LogoS® integriert

Von: GIGATON GmbH EDV- und Netzwerkberatung  20.09.2006
Keywords: Logistik, Lagersysteme, Lagersystem

Hintergrund der Entwicklung von standardisierbaren Abwicklungsformen auf der Basis von RFID war, nach Angaben von GIGATON, weniger die aktuell breite Diskussion dieses Themenbereichs, und die damit gegenwärtig bei vielen Logistikern verbundene Erwartungshaltung ganz neue Anwendungsgebiete und Steuerungsmöglichkeiten bis hin zum Internet der Dinge erschließen zu können, sondern der Ansatz war ein eher ganz pragmatischer: Es sollten die Schwächen der bisher auf dem Gebiet der automatisierten Identifikation eingesetzten Techniken analysiert und damit nach Alternativen zu etablierten Möglichkeiten und Einrichtungen gefunden und genutzt werden. Zur Zeit stehen in der Vereinnahmung und Verladung zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Beides eher konventionelle auf Barcode-Labels basierende Verfahren, die im Einsatz aber ziemlich sicher und stabil wie auch sehr verbreitet und heute eigentlich als üblicher Standard anzusehen sind. Dies ist zum einen die Nutzung von MDE-Geräten (in aller Regel Datenfunkterminals) und zum anderen die Installation von festen mit speziellen Barcode-Scannern ausgestatten Toren, durch die die Packstücke entweder über Fördertechnik oder mit Staplern geführt werden, um ihren Barcode zu identifizieren. Beide vom Prinzip her relativ ähnlich arbeitenden Lösungen haben jedoch einen entscheidenden Nachteil: Die Identifizierung basiert auf der optischen Erfassung von Barcodeinformationen und ist daher relativ starr an bestimmte Voraussetzungen, wie eine korrekte Anbringung der Labels, sowie ihre optimale Ausrichtung zum Lesegerät dem Scanner hin gebunden. Weiterhin bieten die Speichermöglichkeiten von Informationen in einem Barcode nicht unbedingt sehr viel Raum, so dass größere Datenmengen hier schlecht aufgenommen werden können. Ein weiterer wichtiger Punkt, der den potentiellen Nutzungsgrad der konventionellen Möglichkeiten einschränkt, ist eine gewisse Begrenzung in den Aufnahmemöglichkeiten von barcodierten Informationen. Die Forderung hier ist aktuell ganz klar möglichst viele Informationen über ein Packstück und dessen Inhalt in einem Zug zu bekommen. Hier stand eigentlich ohnehin nur die RFID-Technologie mit ihrem sog. „Pulk-Leseverfahren“ zur Verfügung, um ein paralleles Auslesen vieler Informationsträger, den sog. „RFID-Tags“ in einem Vorgang vornehmen zu können, und somit nicht nur Packstückinformationen zur Verfügung zu haben, sondern auch Inhaltsinformationen dazu. Diesen klaren Vorteil der Verifizierung des Inhalts über einen einmaligen Lesevorgang bietet die barcodegebundene Technik nicht. Wenngleich in diesem Zusammenhang auch darauf hingewiesen sein soll, dass die technischen Möglichkeiten der Pulk-Erfassung hier sicherlich noch nicht vollends als unbedenklich in der Praxis umsetzbar anzusehen sind, da die Leseraten bei einer parallelen Erfassung von zahlreichen Tags nach wie vor noch immer nicht so ganz als ausreichend zu werten sind. Die gegenwärtig starke Fokussierung bei GIGATON in der Anwendung von RFID-Technologie auf die Vereinnahmung und die Verladung von ganzen Packstücken hat daher eigentlich banale technische und organisatorische Hintergründe. Einerseits – und das ist das technische Problem – sind die Leseraten der zu angemessenen Kosten verfügbaren Lesegeräte, Antennen und Tags noch immer nicht so hoch, dass eine zuverlässige Erfassung aller in einem Packstück befindlichen Einzelgebinde immer und uneingeschränkt möglich wäre. Andererseits – und das ist das organisatorische Problem – setzt die auf RFID-Tags gestützte Erfassung des Packstückinhalts auch eine Ausstattung jedes einzelnen Gebindes mit einem solchen Tag voraus. Die entsprechenden Vorgaben dazu seitens Organisationen zur Standardisierung wie der GS1 sind zwar erarbeitet und auch hinreichend bekannt, doch tatsächlich mit RFID-Tags ausgestattet werden die meisten Produkte zur Zeit noch nicht. Anders verhält es sich da mit ganzen Packstücken oder auch Paletten; auf dieser Ebene ist der Anteil von mit RFID-Tags versehenen Packstücken schon alleine durch die zahlreichen RFID-Projekte im Handel und dessen Drängen zur Nutzung dieser neuen Möglichkeiten deutlich gestiegen. Insbesondere für diesen Bereich wurde die Lösung von GIGATON auch entwickelt. Der Handel ist zur Zeit der nachdrücklichste Treiber für den Einsatz dieser Technologie. Zukünftiges Ziel ist hier in aller erster Linie sicherlich eine durchgängige und lückenlose Kette in der automatischen Identifikation von Packstücken in der Weise, dass diese nicht mehr über bestimmte Punkte geführt werden müssen, sondern dass durch ihr bloßes Vorhandensein erkannt werden kann, woher sie kommen, was sie beinhalten und was ihr Ziel ist. Das von GIGATON, auf der technischen Seite in Zusammenarbeit mit dem Neusser Netzwerk- und RFID-Spezialisten HuC Network, im Rahmen eines Pilotprojekts bei dem führenden südhessischen Logistikdienstleister pfenning logistics entwickelte System, berücksichtigt diese Forderungen des Handels. Das System soll dann auch bei pfenning logistics im Regionallager für einen europaweit führenden Wasch- und Reinigungsmittelproduzenten zum Einsatz kommen, der einerseits die im Lager angelieferten Paletten mit barcodierten SSCC-Labels ausstatten wird, die zusätzlich einen RFID-Tag beinhalten. Andererseits erwartet der Hersteller, dass an den Handel auszuliefernde Komplett- und Kommissionierpaletten mit solch kombinierten Labeln versehen werden. Neben dem ohnehin auf Grund der Anforderungen aus dem Handel erforderlichen Ausstatten der auszuliefernden Packstücke mit kombinierten barcodierten SSCC- und RFID-Labels, soll über das System jedoch auch die Vereinnahmung im Wareneingang deutlich effizienter und die Verladevorgänge sicherer gestaltet werden. Das von GIGATON in das Standard-WMS LogoS(r) integrierte RFID-Modul bietet heute die Vereinnahmung von Packstücken durch automatisiertes Lesen der Packstückidentifikation an einem technisch entsprechend ausgestatteten Tor und, so der Packstückinhalt ebenfalls über RFID-Tags identifizierbar ist, auch die Kontrolle des Inhalts. Liegt ein Avis zu einem Wareneingang vor, wie die im Handel übliche EANCOM DESADV, kann dagegen entweder die SSCC-Nummer oder, so vorhanden, auch der Packstückinhalt vollkommen automatisch abgeglichen werden. Die heute üblichen manuellen Kontroll- und Zählvorgänge sind somit nicht mehr erforderlich. Kommt es hier zu Abweichungen, wird durch ein Ampelsystem, das durch ein akustisches Signal und Texthinweise in einem Display unterstützt wird, entsprechend darauf hingewiesen. Ganz ähnlich arbeitet das System in der Verladung. Hier wird einerseits, für den über RFID-Tags identifizierbaren Packstückinhalt eine automatisierte Endkontrolle gewährleistet und andererseits auch überprüft, ob das Packstück für die Verladung vorgesehen ist. Realisiert wird dies entweder über eine zentrale Installation eines RFID-Gates, durch das die Packstücke zu führen sind, oder durch die Installation solcher Gates an jedem Verladetor, so dass zusätzlich auch überprüft werden kann, ob das für das zu verladene Packstück bestimmte Tor durchfahren worden ist. Auch hier weist eine durch akustische Signale und Texthinweise unterstütze Ampelanlage auf eventuell aufgetretene Fehler nachdrücklich hin. Von der Hardware her werden für diese Lösung Feig UHF Longrange Reader mit vier Antennen von Identec Solutions je Gate für passive RFID-Tags eingesetzt. Diese Kombination aus Reader und Antennen wurden GIGATON nach Angaben von HuC Network für dieses Einsatzgebiet empfohlen, da sowohl Generation-1 wie auch Generation-2-Tags unterstützt werden, die Antennen hervorragende Reichweiten erreichen und darüber hinaus auch weitere elektronische Funktionen wie die Schaltung von Ampeln oder akustischen Signalen zur Verfügung stehen. Die Pilotanlage wird heute im Rahmen eines Testbetriebs bei pfenning logistics mit den Funktionen zur Vereinnahmung und zur Verladung operativ genutzt. Der Logistikdienstleister verspricht sich nach Aussagen von Uwe Nitzinger, dem Geschäftsführer des Unternehmens, eine deutliche Erhöhung der Effizienz insbesondere im Bereich der Warenvereinnahmung aber auch eine Steigerung der Sicherheit in den Verladeprozessen, da nun eindeutig, ohne zusätzlichen personellen Aufwand, überprüft werden kann welche Palette mit welchem Inhalt durch welches Tor verladen worden ist. Das Unternehmen habe sich, wie Nitzinger weiter erläutert, hier ganz bewusst für eine Technologie entschieden, die von den Anschaffungskosten her teurer als eine Abwicklung mit konventionellen MDE-Geräten ist, doch durch die automatische Identifikation von Paletten auf der Basis von RFID-Technik werden die in nicht unerheblichem Umfang zu erwartenden Effizientvorteile diesen Kostennachteil relativ schnell wieder ausgleichen. Parallel wurde nach Aussagen von pfenning logistics auch eine Lösung geprüft und kostenseitig bewertet, die auf dem Einsatz von Schwenkspiegelscannern, die ganz ähnlich der heute im Testbetrieb befindlichen RFID-Anlage, auf Toren basierten, an denen die Scanner zur automatischen Identifikation angebracht worden wären. Von dieser Lösung war man aber zum einen aufgrund der deutlich höheren Kosten nicht so sehr überzeugt und zum anderen sprach auch nach Meinung von pfenning logistics die geringere Flexibilität gegen eine solche Installation. Der letztlich wesentliche Punkt jedoch war, dass die Kunden des Spezialisten für Handelslogistik künftig eindeutig auf RFID setzen werden, und auf diesem Weg schon heute, auch in den eigenen logistischen Abläufen, Funktionen genutzt werden können, die die Gesamtprozesse effizienter und sicherer machen. Ein weiterer deutlicher Pluspunkt aus Sicht des Unternehmens ist es auch gegenwärtig schon in der operativen Anwendung dieser neuen Techniken in der Logistik Erfahrungen zu sammeln, die später sicherlich helfen werden, sowohl die richtige Hardware als auch speziell darauf abgestimmte Software einzusetzen. Gerade im Bereich der Steuerungsmöglichkeiten durch die zu Grunde liegende Software werden sich zukünftig nach der festen Überzeugung von pfenning logistics noch weitere Potentiale zur Effizienzsteigerung ergeben.

Keywords: Lagersystem, Lagersysteme, Lagerverwaltungssystem (Lvs), Logistik, Staplerleitsystem, Warehouse Management System (Wms),

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