Bundesweites IT-Projekt sorgt für Bürokratieabbau im Schwerlastverkehr

Von: Steria Mummert Consulting  28.02.2007
Keywords: Studien

Eine Flut von 350.000 Anhörungsfällen zur Durchführung von Schwerlasttransporten auf deutschen Straßen stapelt sich jedes Jahr im Posteingang der öffentlichen Verwaltung. Rund 1.000 Behörden und 1.500 Antragsteller sind in Deutschland direkt oder indirekt an der Genehmigung beteiligt. Aufgrund des hohen Abstimmungsbedarfs bleiben lange Bearbeitungszeiten nicht aus. Angesichts der anziehenden Konjunktur und des verschärften Wettbewerbs wird eine ineffiziente Bürokratie jedoch zu einem beachtlichen Standortnachteil. Das IT-Projekt VEMAGS vereinfacht den Bearbeitungsprozess im Schwerlastverkehr und trägt zu einem schnelleren Verfahrensablauf bei. Steria Mummert Consulting wurde vom Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen – stellvertretend für alle Bundesländer – mit dem Aufbau dieser Kommunikationsplattform beauftragt. Die Bereitstellung des Systems ist für den 1. August 2007 geplant. Das Bundesland Hamburg nimmt hierbei eine herausragende Rolle im Einführungsprozess wahr. Die Zeit drängt: Die Beförderungsleistung deutscher Lastkraftfahrzeuge nahm allein zwischen 1995 und 2005 um mehr als 30 Prozent zu . Damit steigt auch die Zahl der Großraum- und Schwertransporte kontinuierlich an. Knapp 80 Prozent der Streckenführungen verlaufen dabei über die Grenzen verschiedener Bundesländer hinweg. Daher sind für die Genehmigungsverfahren in den meisten Fällen zahlreiche Behörden auf verschiedenen Verwaltungsebenen zuständig. Aus diesem Grund gestaltet sich die Genehmigung der Transporte sehr zeitaufwändig. Bislang müssen Speditionen, Kran- und Bauunternehmen ihre Transportvorhaben über Fax oder Telefon bei den Verkehrsbehörden anmelden. Diese prüfen gemeinsam mit weiteren zuständigen Stellen, wie etwa Polizei oder Deutsche Bahn, die Durchführbarkeit. Erst wenn alle Stellungnahmen bei der Genehmigungsbehörde vorliegen, kann der Bescheid für den Antragsteller erteilt werden. Da die Kundenaufträge häufig sehr kurzfristig erteilt werden, geraten Unternehmen durch das veraltete Behördenverfahren leicht in Verzug. Dies gilt vor allem in Regionen mit stark wachsendem Güterverkehr. So hat beispielsweise 2005 der gewerbliche Verkehr in Hamburg im Vergleich zum Vorjahr um 9,9 Prozent zugelegt. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 4,9 Prozent. Das IT-Projekt VEMAGS wird den Bearbeitungsprozess vereinfachen und dadurch zu einer Beschleunigung des gesamten Verfahrens führen: Transportunternehmen können ihre Anträge künftig über eine Internetplattform digital einspeisen. Ein integriertes Routingsystem unterstützt bei der Ermittlung der zuständigen Genehmigungsbehörde und fordert diese zur Bearbeitung auf. Die Ämter werden dabei bereits über potentielle Hindernisse auf der Fahrstrecke informiert. Nach eingehender Prüfung auf Vollständigkeit und Durchführbarkeit des Transports stellt die Genehmigungsbehörde den Bescheid aus. Bis dahin kann der Bearbeitungsstatus von den Antragstellern jederzeit online eingesehen werden. Als Musterbeispiel für eine effiziente Verwaltung wurde das VEMAGS bereits mit dem eGovernment-Preis für Bund, Länder und Gemeinden ausgezeichnet. Das E-Government-Projekt VEMAGS ist ein Beispiel für eine vollständig online durchführbare Servicedienstleistung durch die öffentliche Hand. Der Anteil entsprechender Lösungen nimmt weltweit zu. Während 2005 19 Prozent der Regierungs-Websites einen oder mehrere Services anboten, die vollständig online durchführbar sind, stieg der Anteil innerhalb eines Jahres auf 29 Prozent . Dabei besetzen die Behörden in Korea und Taiwan Spitzenplätze. Unter den europäischen Staaten haben Großbritannien, Irland und Deutschland die besten Websites hinsichtlich Service, Sicherheit und Bedienbarkeit vorzuweisen. Dies ergaben Untersuchungen der Brown University.

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