Demografische Entwicklung: Banken kommen mit einem blauen Auge davon

Von: Steria Mummert Consulting  03.07.2006
Keywords: Unternehmensberatung

29. Juni 2006Der demografische Wandel in Deutschland hat nur vergleichsweise geringe Auswirkungen auf das Geschäft der Kreditinstitute. Obwohl die Bevölkerung bis zum Jahr 2020 um 5,6 Prozent auf etwa 57 Millionen schrumpft, geht die Marktabdeckung der verschiedenen Bankprodukte nur unwesentlich zurück. Eine Ausnahme bildet das Sparbuch mit einem Bestandsrückgang von über zwei Millionen. Allein bei den Anlegern bis 49 Jahre nimmt die Anzahl der Sparbücher um 4,7 Millionen ab. Bei der Generation 50 plus steigt sie hingegen um etwa 2,5 Millionen an. Das ergibt eine von Steria Mummert Consulting durchgeführte Benchmarkanalyse zur Auswirkung der demografischen Entwicklung auf die Finanzdienstleister. Im Jahr 2020 wird die Altersgruppe der über 50-Jährigen die größte Anlegergruppe in der Bundesrepublik darstellen und somit die 40- bis 49-Jährigen ablösen. Auf die Zahl der Verträge wird sich die demografische Entwicklung dagegen kaum auswirken: Der Gesamtbestand an Bankprodukten von aktuell etwa 87 Millionen Verträgen geht nur leicht um etwa 4,22 Millionen zurück. Das entspricht einem Minus von knapp 4,9 Prozent. Auch das Neugeschäft bleibt vom demografischen Wandel nahezu verschont: Die Zahl der Interessenten für Bankprodukte fällt 2020 um rund drei Millionen niedriger aus. Dabei ist in der Altersstufe der 14- bis 49-Jährigen für alle Angebote eine geringere Nachfrage zu verzeichnen. Dieses Minus wird jedoch von der wachsenden Gruppe der über 50-Jährigen nahezu ausgeglichen, so die Prognose.Die mit Hilfe der Bevölkerungsprognose für 2020 vorhergesagten Verschiebungen in der Altersstruktur haben vor allem Auswirkungen auf Marketing und Vertrieb. Die Zielgruppe 50 plus gewinnt sowohl im Bestands- als auch im Neukundengeschäft erheblich an Bedeutung. Speziell auf ältere Menschen zugeschnittene Produkte werden somit für den Erfolg der Banken immer wichtiger. Diese bevorzugen traditionell Bankprodukte mit geringerem Anlagerisiko, während die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen spekulativere Anlageformen, wie beispielsweise Aktien und Aktienfonds, präferiert. Die Risikoscheu der Zielgruppe 50 plus zeigt sich besonders beim Klassiker Sparbuch. Gibt es heute in der Gruppe der über 50-Jährigen rund 14 Millionen Sparbücher, so werden es 2020 voraussichtlich schon mehr als 16,5 Millionen sein. Bei einer weiter alternden Bevölkerung ist auch ein weiterer Anstieg der Nachfrage zu erwarten.

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