Telekommunikation: DSL-Durchbruch sorgt für Zuversicht

Von: Steria Mummert Consulting  16.10.2006
Keywords: Management- Und It-Beratung

Die Telekommunikationsbranche blickt optimistisch in die Zukunft. Fast 60 Prozent der Fach- und Führungskräfte in Deutschland erwarten, dass ihr Unternehmen in den nächsten drei Jahren erfolgreicher sein wird als 2006. Die Entscheider stützen sich dabei vor allem auf den Ausbau der Breitbandtechnik DSL. Fast neun von zehn Topmanagern sehen die 'Digital Subscriber Line' als wichtigsten Geschäftszweig der Branche. Die schnellen Internetzugänge werden ab 2007 einen Schub bekommen. Der Grund: Die Bundesnetzagentur hat entschieden, dass die Deutsche Telekom künftig DSL-Leitungen auch ohne Festnetzanschluss an die Konkurrenz verkaufen muss. In der Folge wird die Monatsmiete für einen Breitbandanschluss deutlich sinken. Bis 2012 soll so für alle Bundesbürger der übertragungsstarke Internetzugang bereitgestellt werden. Das ist das Ergebnis der Online-Befragung TELCO-Trend, die im Auftrag von Steria Mummert Consulting in Kooperation mit der Fachzeitschrift 'Tele Talk' durchgeführt wurde. Die fallenden Preise zwingen die Unternehmen neue Dienstleistungspakete zu entwickeln, um im Wettbewerb zu bestehen. Die Gebühren für Telefondienstleistungen sanken bereits im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 3,7 Prozent. Doch vor allem das Mobilfunkgeschäft leidet mit einem Umsatzverlust von 11,7 Prozent unter dem Preisverfall. Beim Internet fiel der Rückgang im Jahresvergleich mit 4,5 Prozent vergleichsweise moderat aus. Das Festnetz verbuchte ein Minus von einem Prozent. Weg von Einzel- hin zu Kombiangeboten heißt die Devise der Anbieter. Fast zwei von fünf Topmanagern wollen in neue Geschäftsmodelle, wie beispielsweise preisgünstige Bündel aus Breitband- und Telefonanschluss, investieren. Jeder dritte Entscheider rechnet damit, auf diese Weise Wachstumsraten zwischen sechs und zehn Prozent zu realisieren. Ein Viertel erwartet sogar ein Umsatzplus von mehr als 21 Prozent. Neben DSL bleibt der Mobilfunk wichtigstes Geschäftsfeld in der Telekombranche. 80,2 Prozent der Fach- und Führungskräfte stufen die Handy-Telefonie als bedeutendsten Zweig der mobilen Kommunikation ein. 68,9 Prozent setzen auf Kurznachrichten (SMS). Doch mit den klassischen Mobilfunkdienstleistungen können die Wettbewerber ihre Umsätze nicht mehr signifikant steigern. Der Grund: Discounter und neue Billigmarken drücken auf die Preise. Deshalb starten die etablierten Anbieter eine Angebotsoffensive mit innovativen Handy-Anwendungen. Ganz oben auf der Liste der Telco-Entscheider stehen dabei mobile Office-Dienste, wie E-Mail oder Kalenderfunktionen (41,5 Prozent), gefolgt von Klingeltönen (34 Prozent) und dem mobilen Internet (22,6 Prozent). Ein weiterer Trend ist das Fernsehen per Mobiltelefon. Waren vor einem Jahr TV-Handys absolute Mangelware, hatte pünktlich zur Fußball-WM jeder Hersteller wenigstens ein Gerät auf dem Markt. Mit den neuen Dienstleistungen wollen die Fach- und Führungskräfte wechselbereite Kunden an ihr Unternehmen binden. Denn 60 Prozent der Verbraucher sind nach Ansicht der Unternehmen grundsätzlich bereit, bei einem anderen Anbieter zu unterschreiben, wenn dieser innovative Produkte und Dienstleistungen bereithält. Fast die Hälfte der Betriebe beabsichtigt daher zusätzlich Geld in die Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen zu investieren. Zudem stecken zwei Drittel der Topmanager Geld in die Kundenbindung. Dafür entwickeln die Anbieter beispielsweise Bonussysteme. So können die Verbraucher gesammelte Treuepunkte gegen Gesprächsguthaben, Frei-SMS oder Sachprämien eintauschen. Um den Umsatz zu steigern, wollen die Telekommunikationsunternehmen darüber hinaus das Geschäft mit Senioren ausbauen. Das Vertriebspotenzial mit der reifen Generation scheint enorm: Mehr als zwei von drei Telco-Entscheidern sehen in der Kundengruppe 50 plus für ihr Unternehmen ein Marktvolumen von 11 Prozent oder mehr. Dabei beflügelt vor allem die Zahlungsbereitschaft der über 50-Jährigen die Branche. Fast neun von zehn Anbietern sehen bei den Senioren großes Kaufpotenzial. Der Geschäftserfolg ist für die Unternehmen jedoch noch mit erheblichen strategischen Herausforderungen verbunden. Denn zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft aus Sicht der Anbieter eine große Lücke. So wünschen sich fast neun von zehn Senioren einfache Preismodelle. Doch nur knapp 60 Prozent der Unternehmen sehen sich in der Lage, im bestehenden Tarifdschungel seniorengerechte Angebote zu schnüren. Aus Sicht der Generation 50 plus sind die mobilen Endgeräte zudem schlecht handhabbar. Drei von vier der älteren Endverbraucher erwarten deshalb, dass die Anbieter verständliche Gebrauchsanleitungen beilegen. Rund die Hälfte der Betriebe gab an, dass entsprechende Leistungen derzeit nicht angeboten werden können. Dennoch zeigen sich die Unternehmen lernwillig. Um die Waren besser an die Wünsche der älteren Verbraucher anzupassen, beabsichtigt fast jeder vierte Anbieter, die Produkte künftig von Senioren-Scouts testen zu lassen, bevor sie ins Verkaufsregal gelangen. Als Vertriebsweg stellen sich fast die Hälfte der Telco-Entscheider Shop-in-Shop-Lösungen in Supermärkten oder Kaufhäusern vor. 40 Prozent sprechen sich dagegen für ein Festhalten am Verkauf in eigenen Filialen aus. Neuerungen wird es künftig auch beim Zahlverfahren geben. So soll das Handy bis 2009 immer stärker als Geldbörse dienen. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht dafür jedoch nur Potenzial bei der jüngeren Generation. Der Grund: Die Zielgruppe der 20- bis 29 - Jährigen nutzt das Handy am häufigsten. Dadurch wächst auch die Bereitschaft für mobile Transaktionen. Der Berichtsband 'TELCO Trend' stellt die Ergebnisse einer Online-Befragung dar, die von Juli bis August 2006 durchgeführt wurde. Dabei wurde untersucht, wie die Mitarbeiter der Telekommunikationsunternehmen heute und in Zukunft den Telekommunikationsmarkt einschätzen. Der TELCO Trend wird viermal im Jahr durchgeführt. Als Schwerpunktthema wurde in dieser Umfrage das Kundesegment 50 plus untersucht. Dabei nahmen 107 Fach- und Führungskräfte aus Deutschland und Österreich an der Umfrage teil.

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