Mittelstandskonferenz bei der TÜV NORD Akademie: Lernen von den „Hidden Champions“

Von: TÜV NORD Gruppe   05.08.2008
Keywords: Mittelstandskonferenz

Sie stehen jedoch nicht so häufig in den Schlagzeilen, da sie sich weniger nach außen positionieren, sondern einfach ihre Aufgaben erfüllen. Nach wie vor brilliert Deutschland als Exportweltmeister und dies ist nicht primär auf die börsennotierten Großunternehmen zurück zuführen, die ihre Wertschöpfung immer stärker ins Ausland verlagern. Die TÜV NORD Akademie veranstaltet am 23. September in Hamburg eine Mittelstandskonferenz, die Geschäftsführern und Gesellschaftern mittelständischer Unternehmen als Plattform dienen soll. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Claus W. Gerberich, der sich als Unternehmensberater und Management-Trainer auf die Bedürfnisse von KMU spezialisiert hat.

Herr Prof. Dr. Gerberich, wodurch zeichnen sich KMU aus, wo liegen ihre Stärken?
Die Stärke eines KMU liegt sicherlich vor allem in seiner Flexibilität. KMU fokussieren sich stark auf ihre Kunden und können aus diesem Grund schnell auf Kundenwünsche reagieren. Durch diese permanente Interaktion können sie auf Innovationswünsche ihrer Kunden gezielt eingehen.

Wie sieht es mit den Schwächen aus?
Die Geschäftsführer von KMU entscheiden oft aus dem Bauch heraus. Sie sind damit auch erfolgreich, das Außerachtlassen spezieller Methoden, wie einem systematischen Innovationsmanagement oder CRM kann sich allerdings langfristig zum Nachteil eines Unternehmens auswirken. Oft sind KMU auch Dritten gegenüber verschlossen. Anders als bei börsennotierten Unternehmen lassen sie sich weniger auf Partner und Netzwerke ein. Diese „wir machen alles selber“-Mentalität birgt die Gefahr, dass Veränderungen zu spät wahrgenommen werden.

Gibt es Möglichkeiten, die Schwächen zu überwinden und das eigene KMU auf Erfolgskurs zu bringen?
Wichtig ist, sich nach außen zu öffnen und bereit zu sein, sich mit anderen KMU zu vergleichen: Welches sind die Erfolgsmodelle anderer, wie kann ich diese Modelle auf mein Unternehmen übertragen. Dabei sollten sich die Führungskräfte auf die so genannten Hidden Champions konzentrieren, die im Verborgenen operierenden Weltmarktführer. Das Lernen von den großen Unternehmen hat nie funktioniert, das ist eine andere Welt. Deshalb stellen wir auf der Mittelstandskonferenz auch Referenten aus KMU vor.

Können Sie Beispiele für erfolgreiche Wege von KMU nennen?
Ja. Wachendorf Elektronik aus Geißenheim zum Beispiel hat früher den klassischen Handel mit Elektronikteilen betrieben. Durch die große Kundennähe und ein gutes Innovationsmanagement hat sich das Unternehmen weiterentwickelt. Heute ist Wachendorf weltweit tätig und produziert Bediengeräte für unterschiedliche Landmaschinenhersteller.

Wie sieht es mit der Globalisierung aus. Wann ist es für ein KMU sinnvoll, international aktiv zu werden?
Das hängt von den Märkten ab, in denen die KMU tätig sind. Häufig agieren KMU reaktiv und gehen erst dann ins Ausland, wenn ihre Kunden sich globalisieren. Dabei kann der aktive Schritt der richtige sein: Wenn man sich die Hidden Champions ansieht, ist ein Merkmal ihres Erfolgs, dass diese sehr früh ins Ausland gegangen sind, also aktiv in die Globalisierung hinein.Grundsätzlich muss man sagen, dass sich KMU im Ausland anders organisieren als börsennotierte Unternehmen. Sie behalten ihre Wertschöpfungsketten bei und verlagern ihre Fertigungsstätten nicht ins Ausland. Sie bauen meist gezielt dort Produktionsstandorte auf, wo sie ihre Produkte auch absetzen wollen

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Mittelstands-Konferenz?
Wir möchten den Mittelstand in den Fokus rücken, weil dort der Wachstums- und Innovationsmotor sitzt. Der Mittelstand schafft Arbeitsplätze, wo andere Unternehmen Abbau betreiben. Wir möchten zeigen, wie erfolgreich KMU sein können und wir möchten im Sinne des „best practice“ Erfahrungen weitergeben und KMU dabei unterstützen erfolgreich zu werden und zu bleiben.

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