Dokumentation Kampfgeschwader 27 "Boelcke" erschienen

Dokumentation Kampfgeschwader 27 "Boelcke" erschienen von Pröhuber, Karl-Heinz

Von: Pröhuber, Karl-Heinz  13.06.2007
Keywords: Buchproduktion

Dieses Buch ist die 5. Fortsetzung der Veröffentlichungsreihe aus dem "Boelcke-Archiv". Die neue Publikation begleitet das KG 27 vom Januar 1943, also die schweren verlustreichen Einsätze im Raum Stalingrad, bis zum immer schneller werdenden Rückzug Dezember 1943. Die historischen Ereignisse und Daten werden beim Leser vorausgesetzt, daher kommen die beteiligten Geschwaderangehörige mit ihrer Sichtweise nur zu Wort. Diese haben zu dieser Zeit schon erkannt, daß dieser von Hitler begonnene Angriffskrieg nicht zu gewinnen war. Es war bei vielen schon erahnbar, besonders nach der verlorenen Schlacht um Kursk, was passieren würde, wenn der Rückzug nicht an den deutschen Grenzen aufgehalten wird. Dieses Kriegsjahr 1943 war der Beginn der totalen Entfesselung der Kriegsmaschinerie zweier totalitärer Systeme mit allen Steigerungsformen der damaligen Technik. Die Verluste auf beiden Seiten steigerten sich ins Unvorstellbare, daher auch bei diesem Geschwader die großen Verluste. Dieses Sachbuch bedient sich nicht der Sprachformen der NS-Propaganda, sondern läßt vielmehr den beteiligten Soldaten in ihrer Wortwahl das dramatische Geschehen aufarbeiten. Sie ist demnach eine subjektiv-erfahrungsgeschichtliche Chronik. Sie zeigt dem Leser darüber hinaus Handlungsabläufe der militärischen Massengesellschaft auf. Diese Dokumentation hat sich daher zum Ziel gesetzt, den Mikrokosmos des Krieges, hier am Beispiel des Kampfgeschwaders Nr. 27 Boelcke, darzustellen. Primäre Intention des Autors war die Publizierung der Fakten eines totalen Krieges. Ein Mosaikstein bei diesem Krieg war das KG 27 Boelcke. Die fliegenden Besatzungen haben vom ersten Tag des Krieges bis zum letzten Tag im Mai 1945 ca. 850 bis 900 der eingesetzten Maschinen mit Besatzungen verloren, das Bodenpersonal hat in Einkesselungen und Rückzugskämpfen schwere Verluste hinnehmen müssen. Der Autor ist sich durchaus bewußt, daß die Aufzeichnungen vom KG 27 nur ein kleines Zeitfenster mit begrenztem Blickwinkel darstellt. 460 Fotos, von 1930 bis Kriegsbeginn, viele unbekannte schriftliche Dokumente, so auch die Wirkung eines Luftangriffes aus russischer Sicht, können als Resultat langjähriger Archivarbeit nun dem Leser vorgelegt werden. Dem Autor geht es bei dieser Arbeit nicht um Operationsgeschichte oder um raumübergreifende Luftkriegsgeschichte, auch möchte er keine verklärende Rückbesinnung leisten; in der Begrenzung und Beschränkung der Darstellung des "Krieges von unten", hier am Beispiel des KG 27 Boelcke, liegt der "Reiz" der Darstellung. Somit leistet der Autor ein Stück Erinnerungskultur, stellt sich der Vergangenheit und versucht dem Leser indirekt das Motivationsgefüge der damals Handelnden zu erklären. So dokumentiert der Autor, daß man im KG 27 nicht immer und vorbehaltlos mit der NS-Führung Deutschlands einverstanden war, und die Berichterstattung (Propaganda) in den gleichgeschalteten Medien mit der erfahrenen Wirklichkeit nicht übereinstimmte. Aber das hatte keinen Einfluß auf die eigene soldatische Leistung. Eine Haltung, die uns heute als nicht nachvollziehbar erscheinen mag. Die überwiegende Mehrheit der zwangsweise, aber auch der freiwillig teilnehmenden Soldaten, fühlten sich diesem nicht nur zum formalen Verständnis bis zum bitteren Ende verpflichtet.

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