Postbank erneut mit Rekordergebnis

Von: Deutsche Post AG Bonn  14.03.2006

Trotz der historisch niedrigen Zinsen ist es gelungen, den Zinsüberschuss um 6,9% auf 1,67 Milliarden Euro zu steigern. Während das Handelsergebnis um 3,5% auf 205 Millionen Euro stieg, lag das Finanzanlageergebnis mit 252 Millionen Euro um 15,2% unter dem Rekordniveau des Vorjahres. Erfreulich entwickelte sich erneut der Provisionsüberschuss. Er stieg gegenüber dem Vorjahr um 14,2% auf 699 Millionen Euro. Die Risikovorsorge für das Kreditgeschäft nahm um 10,8% auf 205 Millionen Euro zu. Dieser Anstieg liegt unter der Wachstumsrate bei den Kundenkrediten. Der Verwaltungsaufwand konnte mit 1,88 Milliarden Euro nahezu konstant gehalten werden. Die Zahl der Mitarbeiter im Gesamtkonzern ging insbesondere aufgrund der planmäßigen Reduzierung im Bereich Transaction Banking, umgerechnet auf Vollzeitkräfte, von 10.006 am 31. Dezember 2004 auf 9.235 am 31.12.2005 zurück. Die Sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen waren im Jahr 2005 von mehreren Sondereffekten geprägt, die insgesamt zu einem negativen Saldo von -21 Millionen Euro (28 Millionen Euro) führten. Mit Blick auf die BHW-Integration hat die Postbank bereits Rückstellungen in Höhe von 93 Millionen Euro gebildet, die die Verwaltungsaufwendungen der Folgejahre entlasten werden. Zusätzlich hat sie die Buchwerte von größtenteils eigengenutzten Immobilien den aktuellen Marktwerten angepasst und Abschreibungen in Höhe von 24 Millionen Euro vorgenommen. Zu dem um 11,0% auf 719 Millionen Euro gestiegenen Vorsteuerergebnis trug das Retail Banking mit 588 Millionen Euro bei (480 Millionen Euro / +22,5%). Das Firmenkundengeschäft erwirtschaftete mit 149 Millionen Euro ein um 19,2% höheres Ergebnis als im Jahr 2004 und auch Financial Markets konnte um 14,3% auf 120 Millionen Euro zulegen. Transaction Banking hat nicht nur mehrere hundert Mitarbeiter - die sonst im Überhang gewesen wären - ertragbringend beschäftigt. Darüber hinaus erzielte das Segment ein Ergebnis von 23 Millionen Euro nach 9 Millionen Euro im Vorjahr. Das Segment 'Übrige' lag unter Berücksichtigung der Belastungen im Saldo sonstige Erträge und Aufwendungen bei -161 Millionen Euro nach -71 Millionen Euro im Vorjahr. Der Jahresüberschuss beläuft sich unter Berücksichtigung einer Steuerquote von 31,4% und von Minderheitsanteilen von -einer Million Euro auf 492 Millionen Euro. Er liegt damit um 13,1% über dem des Vorjahres. Das Ergebnis je Aktie auf Basis der emittierten 164 Millionen Namensaktien stieg von 2,65 Euro im Jahr 2004 auf 3,00 Euro. Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von erneut 1,25 Euro je Aktie vor, was einem Ausschüttungsbetrag von 205 Millionen Euro entspricht. Bilanz Die Bilanzsumme der Postbank lag zum 31. Dezember 2005 bei 140,3 Milliarden Euro und damit um 12,0 Milliarden Euro über der zum Jahresende 2004. Der Anstieg resultiert auf der Aktivseite im Wesentlichen aus der Ausweitung des Kundenkreditgeschäfts und der Geld- und Kapitalmarktanlagen. Auf der Passivseite stehen dem die stichtagsbedingt erhöhten Geld- und Kapitalmarktverbindlichkeiten gegenüber. Die Forderungen an Kunden konnten im Berichtsjahr sowohl in ihrer Struktur verbessert als auch deutlich um 5,1 Milliarden Euro ausgeweitet werden. Die Forderungen an öffentliche Haushalte hat die Postbank strategiegemäß wegen der niedrigen Margen um 2,4 Milliarden Euro auf 8,7 Milliarden Euro zurückgeführt. Im Gegenzug ist es ihr gelungen, insbesondere das Baufinanzierungsvolumen um 6,6 Milliarden Euro zu erhöhen. Neben den Erfolgen im Neugeschäft hat sie Portfolioankäufe in Höhe von 3,3 Milliarden Euro getätigt. Die Geld- und Kapitalmarktanlagen - Forderungen an Kreditinstitute, Handelsaktiva und Finanzanlagen - lagen mit 83,6 Milliarden Euro um rund 6,6 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert. Während die Handelsaktiva mit einem Anstieg um 0,7 Milliarden Euro auf 10,4 Milliarden Euro nur leicht über Vorjahresniveau notierten, kam es teilweise zu Verschiebungen zwischen den Positionen 'Forderungen an Kreditinstitute', die um 6,0 Milliarden Euro auf 17,8 Milliarden Euro rückläufig waren, und den 'Finanzanlagen', die sich um 11,9 Milliarden Euro auf 55,4 Milliarden Euro erhöhten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sanken um 2,0 auf 78,5 Milliarden Euro. Die Spareinlagen legten erneut erfreulich um 1,8 Milliarden Euro auf 38,0 Milliarden Euro zu. Die anderen Verbindlichkeiten waren um 3,8 Milliarden Euro auf 40,5 Milliarden Euro rückläufig. Die für die Postbank vergleichsweise teuren Altbestände an verbrieften Verbindlichkeiten gingen um 1,9 Milliarden Euro auf 14,6 Milliarden Euro weiter zurück. Die Ausweitung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 14,6 Milliarden Euro auf 30,8 Milliarden Euro ersetzt einerseits die Rückführung im Bereich der verbrieften Verbindlichkeiten und der anderen Kundenverbindlichkeiten; andererseits reflektiert sie die stichtagsbedingte Ausweitung der Finanzanlagen. Das Eigenkapital hat sich auf knapp 5,2 Milliarden Euro erhöht. Die Kernkapitalquote nach BIZ lag zum 31. Dezember 2005 bei 8,3% im Vergleich zu 8,5% am Ende des Vorjahres. Auch bei den für die Steuerung der Postbank wichtigsten Kennziffern konnte die Bank erfreuliche Fortschritte machen: Die Eigenkapitalrendite vor Steuern verbesserte sich von 14,0 auf 14,6%. Die Cost Income Ratio sank im klassischen Bankgeschäft von 67,7 auf 63,7%. Damit hat sie das für 2006 gesteckte Ziel von weniger als 65 Prozent bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr erreicht. Unter Einbeziehung des Segments Transaction Banking betrug die Cost Income Ratio 66,6% (69,9% im Vorjahr).


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