ThyssenKrupp kritisiert Pläne der EU-Kommission zum Klimaschutz

Von: ThyssenKrupp AG  20.02.2008
Keywords: Anlagenservice

Dr. Schulz und Dr. Köhler kritisierten in ihren Reden die am 23. Januar 2008 in Brüssel vorgestellten Pläne der EU-Kommission zum Klimaschutzpaket für die Periode 2013 bis 2020. Fehlende Planungssicherheit für Investitionen, drastisch steigende Energiepreise und die massive Gefährdung von bislang zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen seien die Konsequenzen. Deshalb fordert ThyssenKrupp die Kommission auf, die notwendigen Ausnahmeregelungen für die Stahlindustrie verbindlich und schnell und zumindest für eine vollständige Handelsperiode zu beschließen. Dr. Schulz betonte: 'Klimaschutz ist bei ThyssenKrupp ein wichtiges Thema. Aber Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit müssen im Einklang zueinander stehen.' ThyssenKrupp Steel betreibt in Duisburg auf einem 9,5 Quadratkilometer großen Werksgelände vier Hochöfen, die jährlich rund 11,5 Millionen Tonnen Rohstahl produzieren. Die Hochöfen Schwelgern 1 und 2 gehören zu den weltweit größten ihrer Art. Der neue Hochofen 8 ersetzt den 1963 erbauten Hochofen 4, der künftig als Reserveaggregat dienen soll. Abgerundet wird das Hochofenkonzept durch die umfassende Modernisierung des existierenden Hochofens 9. Beide Aggregate werden künftig als Zwillingsanlage mit gemeinsamer Messwarte und Rohstoffversorgung betrieben. Im Vergleich zur alten Konstellation erhöht sich die Produktivität um etwa 28 Prozent. Für den Neubau des Hochofens 8 allein hat ThyssenKrupp Steel 250 Millionen Euro investiert. Rund 80 Millionen flossen in Einrichtungen für den Umweltschutz. Sämtliche Emissionen unterschreiten die Grenzwerte der jeweils gültigen Umweltrichtlinien deutlich. Über das Hochofenkonzept am Standort Duisburg hinaus investiert ThyssenKrupp Steel derzeit im Rahmen seiner Vorwärtsstrategie rund sechs Milliarden Euro in ein neues Stahlwerk in Brasilien, ein Weiterverarbeitungswerk in den USA sowie in den Ausbau seiner Verarbeitungs- und Veredelungslinien in Deutschland. 'Wir tätigen diese Investitionen auf einer ausgesprochen soliden wirtschaftlichen Basis', erklärte Dr. Karl-Ulrich Köhler. Deutschlands größter Stahlhersteller hat im Geschäftsjahr 2006/2007 (30.9.) mit rund 39.500 Mitarbeitern sein viertes Rekordergebnis in Folge erwirtschaftet: Mit 1,66 Milliarden Euro hat ThyssenKrupp Steel etwa die Hälfte zum Gesamtergebnis des ThyssenKrupp Konzerns beigetragen. Der Umsatz nahm im Vergleich zum Geschäftsjahr 2005/2006 um neun Prozent zu und betrug 13,2 Milliarden Euro. Der ROCE (Return on Capital Employed) lag bei 26,9 Prozent. Für das Ergebnis ausschlaggebend waren eine gute Marktverfassung mit einem insbesondere in Europa kräftigen Wachstum bei den Stahl verarbeitenden Industrien sowie unternehmensinterne Programme zur Steigerung der Effizienz. Weiterhin angespannt war dagegen die Lage auf den Rohstoffmärkten. So haben sich beispielsweise Feinerze im vergangenen Geschäftsjahr um 9,5 Prozent verteuert. Bei Legierungszuschlägen wie Ferro-Mangan gab es Preissprünge von teilweise über 50 Prozent. Verteuert haben sich außerdem die Frachtraten für Seetransporte sowie die Preise für Schrott und Hochofenkoks. ThyssenKrupp Steel ist erfolgreich in das neue Geschäftsjahr gestartet. Angesichts der guten Beschäftigung der wichtigsten Abnehmergruppen werden für 2007/2008 wiederum hohe Versandmengen erwartet. 'Der Umsatzzuwachs wird auch aus einem höheren Preisniveau resultieren. Die jüngsten positiven Signale aus dem Markt geben uns die Zuversicht, dass wir dieses Ziel schon zum nächsten Quartal realisieren und somit den Kostendruck bei Rohstoffen und Energie abfedern können. Außerdem belasten uns die Anlaufkosten für unsere neuen Werke in Brasilien und Alabama sowie die Restrukturierungskosten für den Bereich Metal Forming' erklärte Dr. Köhler weiter.

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