Bambus ist chic! Bambus ist in!

Bambus ist chic! Bambus ist in! von CONBAM Der Bambus-Spezialist

Von: CONBAM Der Bambus-Spezialist  10.02.2008
Keywords: Herstellung, Handel, Bambusrohre

Leichtes Design mit Bambusrohren

Autor: Christian Gahle

Das tropische Riesengras erobert die Architektur. Seinen Ursprung hat diese Idee vor allem in Asien – sie etabliert sich derzeit rund um den Globus. Einst als Baustoff der armen Landbevölkerung tituliert, haben Bambusrohre längst ein modernes, edles Image bekommen. Bambus ist chic! Bambus ist in! – Und es gibt viele Möglichkeiten, diese leichten und zugleich extrem starken Rohre gestalterisch und funktional einzusetzen.

Der Ursprung dieser Architektur liegt in Asien. Auf den Holzbautagen in Münster, präsentierte der japanische Star-Architekt Kengo Kuma, was alles mit Bambus-Architektur möglich ist. Für sein Werk „Great Bamboo Wall“ ließ er sich von der Bauweise der nahe gelegenen Mauer inspirieren und hüllte sein Gebäude rundherum in Bambus. Dieser übernimmt zahlreiche Funktionen: Der Bambus gliedert den Raum, gestaltet die Fassade und bietet Sonnenschutz. In der Regel nutzt Kuma den Bambus als „verlorenen (aber äußerst lebendige) Schalung“, er durchstößt die Nodien (Knoten im Bambusrohr) mit Stahlstäben in Längsrichtung und verfüllt anschließend den Freiraum mit Beton. So geht zwar der Gewichtsvorteil verloren, aber die Rohre können statische Funktionen noch besser erfüllen und/ oder über auskragende Stäbe mit der Fassade eines Gebäudes verbunden werden. Das größte und bekannteste Bambusgebäude in Deutschland dürfte das Parkhaus am Leipziger Zoo sein. Das Erscheinungsbild dieser 2004 eröffnete Zweckbau des Architekten Gerd Heise (Büro Hentrich Petschnigg Partner, Leipzig (HPP)) wird von der umlaufenden Fassade aus 10.000, reihenweise vertikal angeordneten Bambusrohren bestimmt. Diese sind mit luftigem Abstand auf ein Stahltragwerk montiert – die perfekte Symbiose von Natur und Technik. Das Gebäude unter anderem mit dem Renault Traffic Design Award 2004 ausgezeichnet. Der Bambus versetzt den Besucher bereits bei der Ankunft am Zoo in eine tropisch-exotische Stimmung.

Deutlich kleiner – aber nicht weniger spektakulär – ist das Bürogebäude einer KFZ-Werkstatt in Darmstadt. Dieses wurde von den Architekten Susanne Körner und Tilman Schäberle, Mossautal, und dem Bambus-Konstrukteur Christoph Tönges, Geilenkirchen, gemeinsam entsprechend der Feng Shui Philosophie entwickelt. Das komplett aus nachwachsenden Rohstoffen realisierte Objekt ruht auf einem einzigartigen Tragwerk aus 33 Bambusstützen, die über eine neuartige elegante CONBAM Verbindungstechnik angeschlossen sind. Diese Technik wurde von Tönges in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen eigens für die Bambusrohre mit ihren wuchsbedingten natürlichen Besonderheiten entwickelt. Hohe Ehren erhielt CONBAM durch die Auszeichnung „Ausgewählter Ort 2006“ im Rahmen der Initiative „Deutschland - Land der Ideen“ unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Darüber hinaus wurde die CONBAM Verbindungstechnik für Bambusrohre mit dem reddot product design award 2007, dem iF material gold award 2007 sowie dem Innovationspreis Architektur und Bauwesen 2008 ausgezeichnet. Praxiserfahrung konnte Tönges mit dieser Technik schon bei der Realisierung zahlreicher Konstruktionen gewinnen, und bereits auf der Bundesgartenschau (BUGA) 2005 in München war er mit einem Sonnensegel präsent.

Schon ein wenig länger zurückliegend, dem ein oder anderen Besucher dennoch im Gedächtnis geblieben, ist der Bambus-Pavillon der Stiftung ZERI (Zero Emissions Research and Initiatives), errichtet vom kolumbianischen Architekten Simón Vélez zur EXPO 2000 in Hannover. Im Gegensatz zu den Knoten-Systemen von Tönges war damals eine statische Berechnung nicht möglich, so dass vor der Eröffnung die „Zulassung im Einzelfall“ stand: Aufwändig mussten Lasten von bis zu 20t in vertikaler und horizontaler Richtung aufgebracht werden, um Sturm und Schnee zu simulieren. Das Gebäude hielt stand.

Das Bauen mit Bambus setzt in vielerlei Hinsicht eine intensive Beschäftigung mit dem Material voraus: Die Rohre müssen direkt nach der Ernte noch vor Ort getrocknet und vor Schädlingsbefall geschützt werden. Um die Trocknung zu beschleunigen werden die Nodien vorsichtig mit langen Lanzen oder Stangen durchstoßen. Dies sollte möglichst minimalinvasiv geschehen, da die Nodien großen Anteil an der Queraussteifung und damit an der Festigkeit der Rohre haben. Im weiteren Trocknungsprozess neigt Bambus zum Reißen, daher ist er schonend zu trocknen. Der Schutz vor Schädlingsbefall erfolgt mit ähnlichen Methoden wie in der Holzwirtschaft Seine ursprünglich grüne Färbung verliert der Bambus im Laufe der Zeit; sie verändert sich zu hell- oder dunkelbraun, teilweise mit einer lebhaften Maserung. Warum aber sollten sich die europäischen Bauherren für Bambus entscheiden? Die Antwort: Bambus ist chic. Bambus ist in! Tönges ergänzt: „Bambus ist die Pflanze mit der höchsten Wachstumsgeschwindigkeit der Erde und damit eine schnell nachwachsende Ressource. Es produziert viermal so viel Biomasse wie Eiche. Wann immer Bambus angewendet wird, ist es ein wertvoller Beitrag für unsere Umwelt, solange der viel langsamer wachsende Hartholzwald unberührt bleibt.“ Dies gilt umso mehr für Tropenwald.

Neben Ästhetik und Ökologie gibt es echte technische Gründe, die für Bambus sprechen: Kein anderes natürliches Material besitzt mehr Elastizität, Härte und Festigkeit – bei gleichzeitig außergewöhnlich geringem Gewicht. Ein einzelner Mensch kann ganze Konstruktionsbalken tragen und aufrichten. Auf den Kran kann getrost verzichtet werden. Und die Energiekosten für Erzeugung und Transport liegen deutlich unter den von Stahl, bezogen auf die Festigkeit des Materials. Im Innenraum ist Bambus bereits bis in die Schlafzimmer vorgedrungen: Als beliebter Parkettboden – besonders hart, abriebfest und zeitlos-elegant – als Möbelstück, oder als solitäre Skulptur. Die holzähnliche Verarbeitbarkeit lädt jeden Heimwerker zum Experimentieren ein. Aber vor allem im Objektbau, beispielsweise in der Cocktailbar oder im Strandrestaurant, aber auch im Schuhgeschäft und in der Gärtnerei ist Bambus nicht mehr wegzudenken. Asiatische Unternehmen in Deutschland, oder deutsche Firmen mit asiatischen Kontakten, drücken ihre Verbundenheit zu diesem Teil der Erde gerne durch Bambus-Applikationen in ihren Geschäftsräumen aus. – Da ist es auch schon mal sekundär, ob dieser ursprünglich aus Kolumbien geliefert wurde….

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Infobox
Besonders der kolumbianische Bambus hat hervorragende Eigenschaften für tragende Konstruktionen,; chinesischer Bambus ist eher für dekorative Zwecke geeignet. Grundsätzlich lassen sich beide Sorten wie Holz verarbeiten, sie sind jedoch zumeist härter. Anwendungen findet Bambus vor allem als Wand- und Fassadenelement, Raumteiler, Skulptur und „Kunst am Bau“, aber auch für tragende Stützen, Fach- und Stabwerke. Der Werkstoff ist vielfältig im Wohn-, Garten-, Gewerbebau, sowie im Messe- Freizeit- und Veranstaltungsbereich. anwendbar – auch für Heimwerker!
Chinesicher Bambus ist bereits ab 1,- Euro/m (Durchmesser = 40-50mm) und kolumbianischer ab 9,- Euro/m (D = 100-120mm) erhältlich (z.B. bei http://www.bambus-conbam.de). Je nach Containergröße ist die importierte Länge der Bambusrohre auf sechs bis acht Meter beschränkt.

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Internetlinks:
Weitere Informationen zum Bauen mit Bambus unter
http://www.bambus-conbam.de
oder
http://www.bambus.rwth-aachen.de

* Land der Ideen:
„Willkommen im Land der Ideen“, unter diesem Motto werden in diesem Jahr jeden Tag innovative Projekte und Unternehmen gewürdigt. Die gemeinsame Standortinitiative der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft soll unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler dazu beitragen, ein positives Deutschlandbild im In- und Ausland zu vermitteln.
http://www.land-der-ideen.de

* Bambushaus in Darmstadt:
Das erste Haus mit einer tragenden Konstruktion aus Bambusstützen wurde im Laufe des vergangenen Jahres in der Innenstadt von Darmstadt realisiert. Die Gestaltung des Gebäudes beruht auf den Grundlagen des Feng-Shui und der Verwendung von harmonischen geometrischen Proportionsgesetzen. Entsprechend wurden vorwiegend natürliche Baustoffe wie Stroh, Hanf, Lehm, Holz und eben Bambus eingesetzt. Eine weitere Besonderheit – neben den Bambusstützen – sind die Wände aus gepressten Strohballen, die sowohl innen als auch außen mit Lehm verputzt wurden. Planung und Bauleitung lagen bei Shakti Haus, Mossautal. Das Gebäude dient heute als Büro für eine Autoreparaturwerkstatt.
http://www.shaktihaus.de

Zum Autor:
Christian Gahle ist im Fachgebiet Innenraumgestaltung und Möbelbau an der RWTH Aachen für Professor Dr.-Ing. R. Bertig angestellt und promoviert dort über Wood-Plastic-Composites (WPC)-Werkstoffe in der Holztechnik. Gahle ist darüber hinaus als freier Wissenschaftler für das nova-Institut in Hürth und als freier Fachjournalist tätig.

Kontakt und Adresse für Belegexemplare:
Christian Gahle
Quinheimer Str. 41
D-41468 Neuss

Telefon: +49 (0) 179/ 3982962

eMail: gahle@web.de

Keywords: Bambuskonstruktion, Bambusprodukte, Bambusrohre, Handel, Herstellung

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