Bildverarbeitung „lenkt“ Roboter - Flexibles Handling von Autorädern

Von: TRAPO AG  26.07.2006
Keywords: Automatisierung, Robotik

Bildverarbeitung „lenkt“ Roboter Flexibles Handling von Autorädern Die robotergestützte Automatisierung von Handling-Prozessen stößt da an Grenzen, wo die Lage des Handling-Gutes nicht exakt bestimmt werden kann. TRAPO hat jetzt für einen Hersteller von Autorädern eine Depalettierstation entwickelt, die auch mit erheblichem Seitenversatz der Räder fertig wird. Bei den europäischen Herstellern von Autorädern wird Automatisierung groß geschrieben: Nahezu alle Handling-Prozesse in den einzelnen Bereichen der verketteten Produktion sind automatisiert. Denn ein Großteil der Räder wird in der Erstausrüstung eingesetzt, und die Autohersteller sind nicht nur äußerst qualitätsbewusst, sondern auch extrem preissensibel. Komplettverkettung – aber eine Station musste außen vor bleibenDie TRAPO AG kann in diesem speziellen Anwendungsbereich der Förder- und Handhabungstechnik umfassende Erfahrungen vorweisen – und diese Erfahrungen sind auch nötig, denn das Räder-Handling stellt besondere Anforderungen. Das Unternehmen, das nach eigenen Ausgaben der einzige Anbieter von Komplettsystemen in diesem spezialisierten Markt ist, arbeitet sowohl mit den Räderherstellern als auch mit den Anlagenlieferanten zusammen und hat viele Produktionsstätten komplett verkettet – mit einer Ausnahme: Das Einhängen der zwischengelagerten Räder an die Kettenförderanlage, die zur Lackierung der Räder führt, konnte bislang nicht automatisiert werden. Probleme bereitete hier nicht das Einhängen, sondern das Depalettieren. Denn die Räderindustrie verwendet Zwischenlagen, die die Räder jeweils zentriert. Dabei kommt es zu einem Mittenversatz von bis zu fünf Zentimetern, mit dem ein Bediener problemlos zurechtkommt, nicht aber ein Roboter. An diesem Versatz scheiterte bislang die Automatisierung dieser Wiederholarbeit. Bildverarbeitung als „Auge“ des Roboters TRAPO ist es nun erstmals gelungen, auch diesen Prozessschritt zu automatisieren. Dabei wurde das Know-how des Systempartners KeySysTech GmbH, der sich auf die industrielle Bildverarbeitung spezialisiert hat, genutzt KeySysTech konfigurierte für diese Aufgabe einen 3D-Laserscanner, der dem Roboter als „Auge“ dient. Ein erster Scan mit dem Lasergerät stellt fest, ob die Palette abgedeckt ist. Wenn das der Fall ist, entfernt der Roboter zunächst die Abdeckung. Während er das tut, wird die Palette ein zweites Mal gescannt. Dabei erfasst der Scanner die Position der Räder im dreidimensionalen Raum und übermittelt dem Roboter die Positionsdaten. Somit kann der Roboter die Räder anhand von realen Positionsdaten greifen. Er legt sie auf einer Förderstrecke ab, wo ein zweiter Roboter sie aufnimmt und in die so genannte „Pulverkette“, die zur Pulverbeschichtung führt, einhängt. Zusatzfunktionen für die DepalettierstationBeim Depalettieren eines Rades erfasst der 3D-Scanner schon die Position des folgenden Rades, so dass es durch die individuelle Positionserfassung keinen Zeitverzug gibt. Dabei können unterschiedliche Packmuster abgearbeitet werden: Je nach Durchmesser finden fünf bis acht Räder auf einer EWPS-Palette Platz. Der Roboter entnimmt auch die Zwischenlagen und stapelt sie aufeinander. Mit Hilfe des 3D-Scanner ist der Roboter zudemin der Lage, fest zu stellen, ob sich ein Rad auf der Palette befindet, das nicht zu der Charge gehört, die lackiert werden soll. Diese Räder werden automatisch ausgeschleust. Ergebnis: Lückenlos automatisierter Materialfluss Durch die intelligente Verbindung von Bildverarbeitung und Robotik ist ein lückenlos automatisierter Materialfluss gewährleistet. Die erste Anlage dieser Art arbeitet zur Zufriedenheit des Betreibers bei einem namhaften europäischen Räderhersteller; weitere Anlagen werden in den kommenden Monaten installiert. Und selbstverständlich arbeitet TRAPO auch an anderen Branchenlösungen, bei denen Bildverarbeitungssysteme – Kameras und/ oder Laserscanner – als „Augen“ des Roboters für höhere Flexibilität im automatisierten Handling sorgen. Ganz aktuell liegt eine Lösung zum automatischen Depalettieren von Kleinladungsträgern (KLT) vor. Ein KLT ist gerade in der Automobilbranche ein Bestandteil von großen Logistikketten. Die früher noch notwendige manuelle Handhabung von teilweise bis zu 20 kg schweren KLT, bedeutet bei steigenden Zahlen, von diesen standardisierten Behältern, einen sprichwörtlichen „Kraftakt“. Die TRAPO kann, unterstützt durch Ihren Systempartner für Bildverarbeitungslösungen KeySysTech GmbH, auch hier die Komplettlösung inkl. der für diesen logistischen Schwerpunkt notwendigen Fördertechnik anbieten. Selbst nicht sortenreine KLT Stapel stellen kein Hindernis dar. Angesprochen sind Logistikplaner wie auch Endkunden die KLT verwenden. Ein weiterer Bereich in dem der Roboter jetzt auch, durch seine „neuen Augen“, eine große Zukunft vor sich hat.

Keywords: Automatisierung, Robotik