25 Jahre Baum Zerspanungstechnik

25 Jahre  Baum Zerspanungstechnik von Baum Zerspanungstechnik e. K.

Von: Baum Zerspanungstechnik e. K.  03.06.2008
Keywords: Zerspanungstechnik

„Ich wollte mein eigener Herr sein“

Mein Gott, hatte der Mann ein Glück: Eine feste Stelle bei den Chemischen Werken Hüls (CWH) war auch 1983 im nördlichen
Ruhrgebiet für einen Handwerker fast so etwas wie ein Sechser im Lotto. Während in Deutschland am Ende der sozialliberalen
Ära die Arbeitslosigkeit auf den Rekordstand von über zwei Millionen gestiegen war und sich Unsicherheit breit machte, bot ein
Arbeitsplatz bei einem großen Industriebetrieb ein Stück Sicherheit. Für Hans-Peter Baum war der Job bei CWH jedoch etwas
anderes: ein Stück Unfreiheit. „Ich hatte keine Lust mehr, nur noch eine Nummer zu sein, und die Aussicht, es bis zum Ende
meines Berufslebens zu bleiben, war für mich unerträglich.“

Selbstständigkeit Also wagte Baum den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete in Marl einen Betrieb für Zerspanungstechnik.
Er nahm einen Kredit auf, mietete eine Halle, kaufte eine gebrauchte Drehmaschine, ging auf Kundensuche, bekam einen ersten Auftrag
in Höhe von 30 Mark, und fing an zu arbeiten - drehen, fräsen, bohren. Zusätzlich ging Baum auf die Meisterschule und hatte eine junge
Familie. „Die ersten vier Jahre“, erinnert sich Baum, „waren knüppelhart. Nach einem Jahr hatte ich meinen ersten Angestellten – da waren wir
dann zu zweit.“ Hans-Peter Baum strahlt, während er seine Geschichte erzählt, besser vielleicht, er leuchtet von innen. Er hat es geschafft,
wirkt glücklich und ausgeglichen. Vorbei die Zeiten, als ihn alle in der Meisterschule anstarrten, wenn er nach einer Nachtschicht mit veröltem
Gesicht im Klassenzimmer auftauchte, weil er vergessen hatte, sich zu waschen.

Wachstum Baums Unternehmen wächst: Allein in den vergangenen vier Jahren konnte der Umsatz von 2,3 auf 3,7 Millionen Euro gesteigert,
die Zahl der Mitarbeiter von 24 auf 40 erhöht und die Produktionsfläche allein 2007 von 520 auf 1.400 Quadratmeter fast verdreifacht werden.
Das Unternehmen fertigt heute im Auftrag Kleinauflagen und Spezialteile für Maschinenbau-Unternehmen. In vielen Produkten deutscher
Weltmarktführer sind Teile verbaut, die Baum herstellt oder bearbeitet (siehe Kasten). Fragt man Baum nach dem Grund für den Erfolg, überrascht
die Antwort: „Wir sind heute da, wo wir sind, weil wir gute Mitarbeiter haben. Wir sind ein gutes Team. Weil ich weiß, wie Menschen arbeiten,
wenn sie nur ihren Job machen und sich als Menschen nicht angenommen fühlen, habe ich versucht, mein Unternehmen immer anders zu führen,
als ich es aus der Großindustrie gewohnt war.“

Menschlichkeit In einer Zeit, in der viele Unternehmen unter einem Fachkräfte-Mangel leiden, hat Baum Zerspanungstechnik kein Problem, die
exzellenten Fachleute zu finden, die ein Unternehmen, das hochwertige Produkte zu entsprechenden Preisen herstellt, benötigt. „Wir gewinnen gute Mitarbeiter, weil sie schon auf unserer Internetseite lesen können, dass bei uns die Menschen im Mittelpunkt stehen“, erklärt Baum. „Das ist gerade
den sehr guten Fachkräften wichtig. Wenn sie dann noch sehen, dass wir hier einen im Durchschnitt nur fünf Jahre alten Maschinenpark haben,
kontinuierlich weiterbilden und sie wirklich an anspruchsvollen und interessanten Aufträgen arbeiten, fällt vielen die Entscheidung leicht, auch aus
anderen Teilen Deutschlands nach Marl zu ziehen, um bei uns anzufangen.“ Baum vertraut seinen Leuten, bindet sie bei Entscheidungen mit ein, hört
auf sie, setzt ihre Ideen um und revidiert auch schon mal eigene Vorstellungen. Zufriedene Kunden und eine Mängelquote von unter einem Prozent zeigen, dass der Weg, den er mit seiner Unternehmensphilosophie geht, richtig ist. Zumal die Baum-Mitarbeiter seit dem 1. April dieses Jahres direkt am Erfolg
des Unternehmens beteiligt sind: Monat für Monat bekommen sie eine Gewinnbeteiligung.

Zukunftsperspektiven Hans-Peter Baum hat sich vor vier Jahren aus der Produktion zurückgezogen. „Bis dahin konnte ich jede Maschine bedienen und
habe das auch gemacht, wenn Not am Mann war.“ Seit 2004 allerdings hat er dafür einen Prokuristen. Baums Aufgabe ist heute eine andere als in den 21 Jahren, in denen er das Unternehmen aufbaute. Er entwickelt Ideen für die Zukunft seines Unternehmens, macht Pläne, hat Visionen und arbeitet daran,
dass Baum Zerspanungstechnik auch über den Tag hinaus erfolgreich arbeitet. Er will die Produktion ausweiten, noch stärker in den Maschinenpark
investieren, der heute schon moderner ist als beim Großteil der Mitbewerber. Dafür will er in Marl ein benachbartes Grundstück erwerben, eine neue Produktionshalle bauen, ein neues Lager und neue Sozialräume für die Mitarbeiter, deren Herzstück ein Seminarraum für über 50 Personen sein wird.

Fortbildung „Viele, denen ich meine Pläne gezeigt habe, haben mich gewarnt: Der Seminarraum und die neuen Sozialräume seien die reinste Verschwendung. Ich bin mir sicher, dass das unsere beste Investition ist. Nur wenn unsere Mitarbeiter immer weiter fortgebildet werden, können wir als mittelständisches
Unternehmen bestehen und die Qualität abliefern, die unsere Kunden verlangen. Für Billigprodukte ist Deutschland der falsche Standort. Wir können hier
nur mit exzellenter Qualität und innovativen Produkten bestehen. Das Unternehmen Baum steht in einem weltweiten Wettbewerb – und wir sind erfolgreich, weil wir besser sind als andere.“

Baum will weiter wachsen, aber nicht mehr so schnell wie in den vergangenen Jahren. Die neuen Mitarbeiter müssen sich in das Unternehmen integrieren und wollen gut ausgewählt sein: „Sie müssen zu uns passen. Fachlich, aber vor allem auch menschlich.“

Kontakt
Hans-Peter Baum
Zerspanungstechnik e.K.
Benzstraße 51
45772 Marl
Tel.: 0 23 65 /98 83 10
Fax: 0 23 65/98 83 12
www.baum-zerspanungstechnik.de
info@baum-zerspanungstechnik.de
Baum Zerspanungstechnik
Das Marler Unternehmen Baum Zerspanungstechnik bearbeitet Maschinen- und Anlagen-Bauteile unter anderem für die Glas-Industrie, die Lebensmittel-Industrie sowie die Antriebs- und Fördertechnik und den Getriebebau. Die Bauteile des Unternehmens finden Anwendung in Verpackungsmaschinen, Windkraftanlagen und Schiffsgetrieben. Der Hauptfokus liegt auf der Fertigung von einzelnen Neu-, Ersatz- und Musterteilen
sowie Kleinserien. Das Leistungsspektrum von Baum umfasst Dreh- und Fräsbearbeitung, Bohren, Superfinish, Nuten, Räumen und Stoßen von
Bauteilen. Zusätzlich bietet das Unternehmen Oberflächen- und Wärmebehandlung sowie Beschichtungstechnik und Schweißarbeiten.
Auch die Montage einfacher Baugruppen wird durchgeführt. Mit einem Maschinenpark der neuesten Generation kann eine hochpräzise, komplexe
und zügige Fertigung gewährleistet werden. Das Unternehmen bearbeitet Eisen und Nichteisenmetalle, rostfreie Stähle, Sonderstähle, Guss, Buntmetalle
und Kunststoffe. Die Bearbeitung erfolgt auf Grundlage von CAD-Zeichnungen. Baum beschafft das Material oder bearbeitet Rohlinge oder Halbfertigteile. Baum Zerspanungstechnik ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2000.

Quelle: Wirtschaftsmagazin Ruhr, Stefan Laurin

Keywords: Zerspanungstechnik

Baum Zerspanungstechnik e. K. kontaktieren

E-Mail

Diese Seite drucken