Versicherte mehrheitlich für Einführung der elektronischen Gesundheitskarte

Von: Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V. (VdAK)  30.07.2008
Keywords: Krankenversicherung, Krankenkasse

Im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Krankenkassen wurden insgesamt mehr als 2.000 gesetzlich Versicherte zu ihrem Informationsstand und nach ihrer Einstellung zur elektronischen Gesundheitskarte befragt. Bezüglich der Einführung der eGK zeigt sich eine positive Grundeinstellung: 70 Prozent der gesetzlich Versicherten befürworten die Einführung der neuen Karte, besonders positiv gestimmt sind dabei die jungen Erwachsenen von 16 bis 29 Jahren. Auch die Bereitschaft, freiwillige Angaben wie Notfalldaten, Arzneimitteldokumentation und medizinische Daten für die elektronische Patientenakte zu speichern und zu nutzen, ist groß: Die Mehrheit kann sich vorstellen, diese freiwilligen Funktionen zumindest wahrscheinlich zu nutzen. Eine besonders große Akzeptanz findet hier bei den gesetzlich Versicherten die Speicherung von Notfalldaten, die 73 Prozent ganz sicher freigeben würden. Allerdings bestehen bei 73 Prozent der befragten Versicherten auch Bedenken, dass die Daten auf der eGK von Unberechtigten eingesehen und missbraucht werden könnten. Trotz dieser Bedenken würden jedoch fast 70 Prozent ihre Daten unter der Bedingung, dass der Datenschutz garantiert ist, speichern lassen. Die Bekanntheit der eGK ist groß. Die Umfrage ergab, dass die Mehrheit der gesetzlich Versicherten (60 Prozent) bereits etwas über die eGK gehört hat. Überdurchschnittlich bekannt ist sie unter den über 40-Jährigen, wobei interessanterweise und vielleicht etwas überraschend drei Viertel der über 60-jährigen angaben, Kenntnis von der eGK zu haben, während dies nur bei einem Drittel der unter 30-Jährigen der Fall war. Ebenfalls überdurchschnittlich bekannt ist die eGK zudem bei formal höher gebildeten mit Abitur bzw. Hochschulabschluss und bei chronisch Kranken. Wenn es um den Einführungszeitpunkt der eGK geht, zeigen sich bei den gesetzlich Versicherten ganz eindeutige Präferenzen: 75 Prozent geben der späteren Einführung einer Komplettversion, mit der alle Anwendungen möglich sind, den Vorzug vor der schnellen Einführung einer Basiskarte, die zunächst nur einige Funktionen erfüllt. Nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Krankenkassen verdeutlichen die Ergebnisse dieser Umfrage die insgesamt positive Einstellung der Versicherten zur elektronischen Gesundheitskarte. Insbesondere auch die große Bereitschaft, die Möglichkeit von freiwilligen medizinischen Angaben zu nutzen, spreche für eine hohe Akzeptanz dieses europaweit bedeutenden Telematik-Projektes im Gesundheitswesen. Die in diesem Zusammenhang jedoch auch deutlich werdenden Anforderungen der Versicherten an einen zuverlässigen Datenschutz nehme man sehr ernst. Tatsächlich habe deshalb von Anfang an bei der Konzeption der Sicherheitsinfrastruktur der eGK der Datenschutz eine herausragende Rolle gespielt: Die freiwilligen Anwendungen der elektronischen Gesundheitskarte wie Notfalldaten, Arzneimitteldokumentation oder elektronische Patientenakte sind klar von den Pflichtanwendungen (administrative Versichertendaten und eRezept) getrennt. Der Zugriff auf die sensiblen medizinischen Daten ist durch ein strenges Sicherheitssystem geschützt: Das so genannte Zwei-Schlüssel-Prinzip garantiert, dass ohne Einwilligung der Versicherten niemand auf die freiwilligen Anwendungen ihrer Gesundheitskarte zugreifen kann. Es zeige sich nicht zuletzt auch beim Thema Datenschutz, dass im Zusammenhang mit der Einführung der eGK neben einer positiven Grundeinstellung aber auch noch großer Informationsbedarf bestehe. Dass sich – so auch ein Ergebnis der Umfrage – viele Versicherte nicht ausreichend informiert fühlen und mehr Informationen insbesondere auch zu den allgemeinen Sicherheitsstandards und zur elektronischen Patientenakte wünschen, verstehen die Spitzenverbände insofern auch als Auftrag, ihre bereits bestehenden Informationsaktivitäten rund um die eGK noch weiter zu intensivieren und auszubauen. Zur Umfrage
Durchgeführt wurde die Studie von der Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH. In einem mehrstufigen systematischen Zufallsverfahren ausgewählt, wurden insgesamt 2.009 gesetzlich versicherte Bürger ab 16 Jahren befragt. Die Befragung erfolgte mittels eines computergestützten Telefoninterviews (CATI). Abteilung Verbandspolitik - Marktsicherung - Öffentlichkeitsarbeit Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) e. V.

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