Tagung und Fachbuch zum Kostenfaktor Energie in Alten- und Pflegeheime

Von: Energieagentur NRW  18.04.2008
Keywords: Energie

Wichtige Instrumente, mit denen das NRW-Wirtschaftsministerium für Energieeffizienzmaßnahmen wirbt, sind die Branchenenergiekonzepte. Sie dienen als Einstieg in die rationelle Energieverwendung und bieten für ausgewählte Branchen Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz an - ausgehend von der Tatsache, dass Unternehmen derselben Branche oft ähnliche Energieverbrauchsstrukturen und Optimierungspotentiale aufweisen. Für zahlreiche Branchen, wie die Ernährungs-, Papier, Recycling-, Textil- und Metallindustrie, die Kunststoff verarbeitende Industrie, für Unternehmen des Gartenbaus und für Krankenhäuser wurden bereits entsprechende Konzepte erarbeitet. 'Mit diesem Konzept werden branchentypische Schwachstellen in der Energienutzung aufgezeigt, sie sind dadurch auf viele Betreiber von Alten- und Pflegeheime übertragbar,' erklärte Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW zum Tagungsauftakt. 'Ob Wärmewagen in der Küche, ob Wäscherei oder die energieeffiziente Heizungstechnik - es gibt hier viele Erkenntnisse von denen alle Betreiber profitieren können.' Der neue Leitfaden solle den Entscheidungsträgern praktische Hilfestellungen bei der Energieeinsparung geben und behandele alle wichtigen Aspekte einer rationellen und damit kostensparenden Energieversorgung. 'Mit dem vorliegenden Branchenenergiekonzept sollen die Betreiber von Alten- und Pflegeheimen - natürlich unter Beibehaltung des jeweiligen Pflegestandards - für das Thema rationelle Energienutzung sensibilisiert werden,' so Astrid Schubert von der EUtech Energie Management GmbH, Aachen. Die Untersuchungen des Energiebedarfs in Alten- und Pflegeheime haben gezeigt, dass hier deutlich mehr Energie für Strom und Wärme aufgewendet wird als in Privathaushalten, so Schubert. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und eines zu erwartenden zunehmenden Bedarfs an Alten- und Pflegeheimen sowie weiter steigender Energiepreise scheine es sinnvoll, die Energienutzung hier effizient zu gestalten. Ersparte Kosten für Energie können der Pflege an anderer Stelle zugute kommen. Das Projekt wurde getragen von der Arbeitsgemeinschaft Alten- und Pflegeheime, bestehend aus dem Aachener Ingenieur- und Beratungsbüro EUtech, dem Beratungsbüro für Sozialunternehmen Nowak, der B. S.U. Beratungs- und Service- Gesellschaft Umwelt mbH sowie dem Lehrstuhl der RWTH Aachen für Technische Thermodynamik. Darüber hinaus beteiligten sich zwölf Alten- und Pflegeheime unterschiedlichster Träger, die exemplarisch unter energetischen Aspekten untersucht und bewertet wurden. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurden in den Einrichtungen unter anderem praxisnahe branchenspezifische Maßnahmen zur Energie- und Kosteneinsparung erarbeitet. Der Projektträger Energie, Technologie, Nachhaltigkeit (ETN) im Forschungszentrum Jülich begleitet das Projekt inhaltlich. Das Projekt wurde im Rahmen der Energieeffizienzoffensive 'NRW spart Energie' der Landesregierung vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Die Landesregierung unterstützt mit der Offensive - koordiniert von der EnergieAgentur.NRW - das Ziel der EU und der Bundesregierung, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um mindestens 20% zu senken. Die rationelle Energieverwendung soll somit auch in Alten- und Pflegeheimen als Möglichkeit entdeckt werden, die steigenden Ausgaben für Strom, Gas und Wasser zu reduzieren. Zu Beginn des Projektes wurde eine bundesweit angelegte Fragebogenaktion unter Alten- und Pflegeheimen, mit dem Ziel der umfangreichen Datensammlung, durchgeführt. Mit Hilfe dieser Befragung wurden die wesentlichen energiewirtschaftlichen Eckdaten und typische Kennzahlen der Branche ermittelt. Durch die umfangreichen Energieanalysen in ausgewählten Alten- und Pflegeheimen aus NRW wurden technisch und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen zur Reduzierung des Energieeinsatzes, der CO2-Emissionen und vor allem der Verringerung der Energiekosten erarbeitet. Alten- und Pflegeheime, die ihren Energieverbrauch und ihre Energiekosten mit Referenzwerten der deutschen Alten- und Pflegeheime vergleichen möchten, können im Internet (www.branchenenergiekonzepte.de ) ihre Daten eingeben und erhalten direkt online eine kurze Auswertung. Alle Projektergebnisse inklusive der umfangreichen praktischen Erkenntnisse der Energieanalysen und die dazugehörenden Umsetzungsvorschläge werden im Praxisleitfaden 'Rationelle Energienutzung in Alten- und Pflegeheimen' publiziert (Vieweg Verlag; ISBN 978-3-8348-0491-4).

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