Schimmelbefall in Wohnungen, ein stark wachsendes Problem

Schimmelbefall in Wohnungen, ein stark wachsendes Problem von 1 Energieberatung-LILL Dipl.-Ing. Joachim LILL Zertifizierter  Vor-Ort-Energieberater Schifferstadt

Von: 1 Energieberatung-LILL Dipl.-Ing. Joachim LILL Zertifizierter Vor-Ort-Energieberater Schifferstadt  09.10.2006
Keywords: Sachverständiger Schimmel

Am 05.10.2006 fand unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Ingolf Deubel vom Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz, organisiert von der bfub (Bundesverband für Umweltberatung e.V.), unterstützt von zahlreichen regionalen und überregionalen Organisationen, der "Fachkongress Umweltgerechtes Bauen und Wohnen - Feuchtigkeit und Schimmelbildung in Gebäuden", kurz "Schimmelkongress" in Koblenz statt. ||| Ein reichhaltiges, umfassendes und hochinformatives Programm rund um "Schimmel in Gebäuden", vorgetragen von Gesundheitsamt, Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Industrie- und Handwerkskammern, Berufsverband Deutscher Baubiologen e.V., aber auch Verbraucherschutzverbänden, BG Bau Berufsgenossenschaften, Verband für Wohnungslüftung e.V., Bremer Umweltberatung und Institut für Umweltanalytik, verschaffte einen großen Überblick in das aktuelle Geschehen, Hintergründe und Fachwissen rund um den Schimmelbefall und vertiefte vorhandenes Wissen der rund 100 Teilnehmer in der Problematik. ||| Im letzten Vortrag beleuchteten die Rechtsanwälte Obst (Mieterbund Rheinland-Pfalz) und Schöll (Haus und Grund Koblenz) die Rechtliche Beurteilung von Schimmelpilzbefall aus Ihrer 18-jährigen Tätigkeit im Immobilienrecht vor Gericht. Aus diesem sehr informativen und interessanten Vortrag möchte ich wesentliche Inhalte und Fazits berichten. Die Sendung "Werden Strom und Heizung zum Luxus?" von Sabine Christiansen am 08.10.2006 in der ARD zeigte deutlich, wo oftmals der Grund für den Sparwillen mit den eklatanten Folgen zu suchen ist: Bei den überteuerten Energiepreisen. ||| Beide Rechtsanwälte kamen unisono zu dem Ergebnis, dass die Ursache von Schimmel in Wohnungen durch Sachverständige, Gutachter und Gerichte im Moment wie folgt aufteilbar sind: |||In Wohnungen der Vorkriegszeit bis in die 70er Jahre können ca. 25% der Schimmelschäden auf das Nutzerverhalten, ca. 25% auf bauliche Konstruktionsmängel und ca. 50% auf ein Zusammentreffen der beiden vorgenannten Faktoren zurückgeführt werden. ||| In Wohnungen der 80er, 90er und 2000er Jahre steigt dieses Verhältnis, bedingt durch die Auswirkungen der 1., 2. und 3. Wärmeschutzverordnung und der EnEV 2002, fast linear wie folgt an: ca. 75% Schadensursache aus Nutzerverhalten und ca. 25% aus baulichen Konstruktionsmängeln. Durch die besseren Überprüfungsmöglichkeiten ist eine Zuordnung fast eindeutig vornehmbar. ||| Die Verbesserung der Bauqualität und die daraus folgende Luftdichtheit erfordert jedoch ein geändertes Nutzerverhalten. Um dieses zu erreichen, ist gerade in der Wohnungswirtschaft eine umfassende Aufklärung und Anleitung der Nutzer erforderlich. Bleibt diese aus oder ist sie unvollständig, ist folgendes zu beachten: ||| Zwischenzeitlich scheuen sich die Gerichte nicht mehr, die Schadensregulierung gerade bei neueren Bauten ausschließlich zu Lasten der Vermieter oder Verkäufer zu entscheiden, wenn dieser eine umfassende und fachlich korrekte Anleitung unterlassen hat oder diese nicht plausibel nachweisen kann. Sehr wichtig für Anbieter wie z.B. Bauträger, Vermieter, Hausverwalter und auch eventuell für Sie! Diese Regelung fällt schon fast in die Produkthaftung mangels fehlerhafter "Bedienungsanleitung". ||| Wie Sie sehen können, wird das Problem drängend, da gerade nach Sanierungen von Bestandsgebäuden eine schriftliche, vom Nutzer quittierte, Entgegennahme einer geänderten Verhaltensweise erforderlich wird. Dies trifft in gleichem Maße auch für Neubauten nach EnEV, besonders aber für KfW60-, KfW40- und Passivhäuser zu. Kann dieser Nachweis nicht erbracht werden, liegt eine schuldhafte Desinformation vor. ||| Abhilfe in jedem Fall kann eine Zwangslüftung, eventuell mit Wärmerückgewinnung, schaffen. Diese, bei Sanierungen auch dezentral in den einzelnen Wohnungen anordenbare, Lüftung stellt den für ein gesundes Wohnen erforderlichen Luftwechsel, der die Schimmelbildung drastisch verringert, sicher. Nach Justierung durch einen Fachmann, der diese Einstellung auch protokolliert, kann ein Schimmelbefall nahezu ausgeschlossen werden. ||| Fazit: Durch jeden Eingriff in die wärmetauschende Hülle, besonders aber bei Erneuerung der Fenster und Sanierung der Wände durch Dämmung ist eine Änderung des Nutzerverhaltens zwingend erforderlich. Da aber ein normgerechtes Nutzerverhalten (12-minütige Stoßlüftung alle 4 Stunden) nicht vorausgesetzt werden kann, sollten IMMER im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Energieeinsparung Zwangslüftungen vorgesehen werden. Dies gilt ebenso für Neubauten nach dem Niedrigenergie-Standard.

Keywords: Sachverständiger Schimmel

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