Studie Wissensmanagement

Studie Wissensmanagement von von Studnitz Management Consultants GmbH

Von: von Studnitz Management Consultants GmbH  17.12.2008
Keywords: Unternehmensberatung, Organisationsentwicklung, Personaldienstleistung

In vielen Unternehmen herrscht ein erschreckendes Desinteresse an der Ressource Mitarbeiter-Wissen

Neueste Studie der von Studnitz Management Consultants und der Nordakademie – Hochschule der Wirtschaft zum Thema:

Wissensmanagement – Wissenstransfer und Arbeitsmarktwandel

Hamburg/Rendsburg/Elmshorn. 4. November 2008. – In deutschen Unternehmen wird das Wissen der Mitarbeiter nicht systematisch erfasst und steht damit nur teilweise zur Verfügung. Ebenfalls verloren geht in vielen Fällen das Wissen ausscheidender Mitarbeiter und führt zu erheblichem Wertverlust des Unternehmens. Darüber hinaus verlassen im Zuge des demografischen Wandels in den kommenden Jahren immer mehr ältere Mitarbeiter ihre Firmen. Auch dieses Wissen geht verloren. Unternehmen steht in den nächsten Jahren ein
regelrechter „Wissens-Exodus“ mit unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen bevor. In der aktuellen Studie der von Studnitz Management
Consultants (Rendsburg), die in Zusammenarbeit mit der Nordakademie, Elmshorn, entstand, geben 76,4 Prozent der 111 bundesweit aus verschiedenen Branchen befragten Unternehmen an, dass das Wissen von ausscheidenden Mitarbeitern kaum gesichert werde. Etwa 70 Prozent der Befragten sagen, dass zwar das Wissen neuer Mitarbeiter genutzt werde, jedoch 30 Prozent davon unberücksichtigt
bliebe. Wesentlich negativer wird die Nutzung des Wissens zurückkehrender Mitarbeiter gesehen, mit gerade mal 50 Prozent Nennung. 42,2 Prozent erklären, dass bei neuen Mitarbeitern die elektronische Informationsbeschaffung nicht funktioniere. Und 34 Prozent finden es für neue Mitarbeiter zu schwer, bei wichtigen Fragen Ansprechpartner im Unternehmen zu finden. Weniger als 20 Prozent der Befragten beurteilen das Wissensmanagement in ihrem Unternehmen als sehr gut oder gut. Über 80 Prozent sind dagegen der Meinung, dass ihr Unternehmen in Bezug auf das Thema „Wissensmanagement“ verbesserungswürdig oder gar unzureichend aufgestellt sei.

An der Befragung beteiligt haben sich Unternehmen aus folgenden Branchen:
Produzierendes Gewerbe (32,4 Prozent), Versicherungen (9,9 Prozent), Verwaltung (9,0 Prozent), Energie (7,2 Prozent), Dienstleistung (6,3 Prozent), Medienwirtschaft (4,5 Prozent), Handel (4,5 Prozent), Baugewerbe (3,6 Prozent), Logistik (3,6 Prozent), Finanzen (2,7 Prozent), Chemieindustrie (2,7 Prozent), Versorgungsunternehmen (2,7 Prozent), Weiterbildung (1,8 Prozent), IT (1,8 Prozent), Mineralöl (0,9 Prozent),
Wohlfahrtsverband (0,9 Prozent), Marketing Beratung (0,9 Prozent), Gesundheit (0,9 Prozent). Die Größe der jeweilig befragten Unternehmen reicht von 50 bis 10.000 Mitarbeitern.

Führungskräften aller Ebenen wird im Zusammenhang mit dem Thema „Wissensmanagement“ von den Befragten höchste Bedeutung beigemessen. Sie werden zu 99 Prozent als wichtigste Informationsquelle genannt und in Verbindung mit fachlicher Kompetenz als wertvoller Faktor (97 Prozent) für die Umsetzung von Wissen in Handlungen und Entscheidungen beurteilt. Auch der zu erwartenden Verkürzung der Verweildauer von Mitarbeitern in Unternehmen muss in diesem Zusammenhang Rechnung getragen werden. Die aktuelle Studie zeichnet indes ein völlig anderes Bild der Realität: nämlich ein erschreckendes Desinteresse von Führungskräften an der Wissens-Ressource Mitarbeiter. Dass Wissen in einer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft so sträflich vernachlässigt wird, geht eindeutig auf die Passivität der Mehrzahl von Unternehmensleitungen zurück. Da Wissensmanagement für das gesamte Unternehmen unentbehrlich ist, können Initiative und Gesamtverantwortung hierfür nicht auf einzelne Organisationseinheiten delegiert werden.

Wenn in zwei Drittel der Unternehmen das Wissen ausscheidender Mitarbeiter nicht systematisch erfasst und anderen (Nachfolgern…) zugänglich gemacht wird, bedeutet dies ein vollkommenes Versagen der Unternehmensleitung sowie der betroffenen Führungskräfte. Dieses Wissen ist tatsächlich unwiederbringlich für das Unternehmen verloren, was einen erheblichen Wertverlust bedeutet. Es für laufende oder zukünftige Prozesse neu zu erlangen, bedeutet zusätzliche Aufwendungen an Zeit und Geld. Schnell kommen da Kosten von mehreren Millionen Euro zusammen. Das Wissen neu eingestellter Mitarbeiter hingegen nicht zu nutzen, ist überhaupt nicht mehr nachvollziehbar. Und dennoch ist auch dieses unerklärbare Desinteresse traurige Tatsache in vielen Unternehmen. Dass solche Firmen beim Fortschreiten des demografischen Wandels existenzielle Probleme bekommen, wenn nicht ganz schnell eine neue Unternehmenskultur entwickelt wird und greift, liegt auf der
Hand.

Vor rund fünf Jahren war das Thema „Wissensmanagement“ bereits aktuell und wurde in den Medien ausführlich geschildert. Einer der Gründe für die vorliegende Studie war, inwieweit in deutschen Unternehmen zwischenzeitlich Schritte in die richtige Richtung unternommen worden sind. Über das Ergebnis waren die Mitarbeiter der Studie im Detail erstaunt, denn auch im genannten Zeitraum wurde ausführlich darauf hingewiesen, dass die informationstechnische Umsetzung von Wissensmanagement in Unternehmen nicht das entscheidende Erfolgskriterium ist. Offenbar, so belegen es die freien Beschreibungen von vielen Befragten, sahen anfangs manche IT-(Beratungs-)Unternehmen eine erhebliche Marktchance. Diese Aktivitäten wurden in vielen Fällen allerdings wegen der hohen Kosten für umfassende Datenbankenlösungen wieder aufgegeben.

Die Ergebnisse zeigen also, dass weniger die technischen Voraussetzungen in Unternehmen erfolgskritische Faktoren sind, als vielmehr die Bedeutung, die diesem Thema überhaupt beigemessen wird. Außerdem fehlt bei vielen Verantwortlichen in den Unternehmen der Wille, dieser Bedeutung durch folgerichtige Maßnahmen gerecht zu werden. An beidem mangelt es in deutschen Unternehmen offensichtlich erheblich.

Keywords: Organisationsentwicklung, Personaldienstleistung, Unternehmensberatung

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