Kunstkritik Dr. Peter Schütt / Hamburg

Von: Ralph Hübschmann  07.03.2012
Keywords: Kunst, Künstler, Ausstellungen

 RALPH HÜBSCHMANN – EIN KÜNSTLER AUF DEM HOLZWEG VON  DON QUIJOTE ZUM RIESEN ATLAS Wenn ein profilierter bildender Künstler wie Ralph Hübschmann fast ausschließlich Holz als Material für seine Skulpturen verwendet, dann befindet er sich damit keineswegs auf dem Holzweg. Ein Holzweg ist der ursprünglichen Bedeutung nach ein Weg, der nur dazu geschlagen wurde, um Holz aus dem Wald herauszuziehen. Er hat keinen Ausgang, sondern führt nur immer tiefer ins Unterholz. Nein, auf einer solchen Sackgasse bewegt sich Ralph Hübschmann keineswegs. Im Gegenteil: mit der Hinwendung zu einem natürlichen Grundstoff wie dem Holz befindet sich der Künstler in einem weltweiten Trend. Es handelt sich um eine immer stärker werdende Gegenbewegung gegen die Globalisierung in der postmodernen Kunst und besonders gegen die Verwendung von immer mehr High Tech und synthetischen Materialien in der zeitgenössischen Plastik. Künstler wie Ralph Hübschmann sind keine hinterwäldlerischen Herrgottsschnitzer, sie wollen nicht zurück ins kunstgewerbliche Biedermeier, sondern folgen einer Zeitströmung, die eine Rückkehr zur Natur und – um im Bilde zu bleiben – zu den Wurzeln der menschlichen Existenz einfordert. Seit der Debatte um das Waldsterben ist der „Bruder Baum“ zu einem Leitbild für eine alternative Lebensweise geworden, die seit Joseph Beuyss auch ihren Niederschlag in der zeitgenössischen Kunst findet. Überall, in Nord- und Südamerika, in den Ländern Zentralafrikas oder in Indien, werden die traditionellen, vor allem auf die Verarbeitung von Holz gegründeten Künste der Völker wieder entdeckt. Diese Entwicklung gilt ganz gewiss auch für Deutschland, wo die Holzbildnerei eine über tausend Jahre alte Geschichte hat. Die aus Holz gefertigten Altarbilder von Veit Stoß und Tilmann Riemenschneider gehören zu den bleibenden Kunstschätzen der ganzen Menschheit und üben bis heute einen zumindest indirekten Einfluss auf den Stil der Holzkünstler aus. Ralph Hübschmann stammt aus Thüringen, dem waldreichen Kernland im Herzen Deutschlands, in dem das Schnitzen und Drechseln, die handwerkliche und künstlerische Holzverarbeitung seit Jahrhunderten gepflegt werden. In der DDR galt diese Kunst jedoch als reaktionär und wurde ideologisch verdächtigt. Das „Zentralhaus für Kulturarbeit“ in Leipzig wurde eigens eingerichtet, um derartige Bestrebungen zu kontrollieren und mit klassenkämpferischen Inhalten zu erfüllen. Da Weihnachtsengel nicht mehr ins atheistische Weltbild passten, wurden die Holzbildhauer angewiesen, ihre entsprechenden Werke als „Jahresendflügelpuppen“ zu umschreiben. Ralph Hübschmann wurde l957 in Greiz geboren und ist dort aufgewachsen. Er ist nach eigenem Bekunden „zu hundert Prozent ein Kind der DDR“, hat sich aber nie politisch betätigt. In seiner Heimatstadt, die über mehrere Jahrzehnte hinweg als Widerstandsnest galt, traf er nicht wenige Menschen, die dem Regime gegenüber sehr kritisch eingestellt waren. Hübschmann lernte Weberei und qualifizierte sich in seinem Fach zum Meister. Noch heute ist er seinem erlernten Beruf treu geblieben und arbeitet als Meister in einem Textilforschungsinstitut. Neben den Kleidungsstoffen hat er sich schon früh für das Holz als Material interessiert, möglicherweise angeregt durch seine Besuche auf der neuen Wartburg mit ihren vielfältigen Kunstwerken aus Holz. Er war fasziniert von den geschnitzten Meisterwerken des Barock und des Rokoko, die er in den Burgen, Schlössern und Kirchen seiner thüringischen Heimat in großer Anzahl und Vielfalt gefunden hat. Er wurde dadurch zu eigenen Versuchen in Holz angeregt, suchte aber vergeblich nach einer Möglichkeit, sich in dieser Disziplin weiterzubilden. Akademien, an denen die künstlerische Verarbeitung von Holz gelehrt wurde, gab es in der DDR nicht, und so musste er sich seine Kunstfertigkeiten notgedrungen autodidaktisch aneignen. Ein Freund machte ihm eines Tages den Vorschlag: „Schnitz doch mal ein Himmelbett!“ Das war in den Zeiten des Umbruchs, als das Ende der DDR bereits absehbar war und die Menschen sich Träume vom Aufbruch in eine bessere Welt zu machen begannen. Für Ralph Hübschmann begann mit dem Himmelbett zwar nicht der Himmel auf Erden, aber der Weg zu einer erfolgreichen Karriere als Holzbildhauer war damit geebnet. Sein „Holzweg“ beginnt. Er fängt an mit künstlerisch gestalteten Möbeln. In barocker oder rokokoesker Manier entwirft er eine Truhe, einen Kabinettsschrank, einen Schachtisch und einen Schaukelstuhl: Arbeiten, an denen er sein handwerkliches Geschick, aber auch seinen Erfindungsreichtum und seine Lust am Experimentieren und Variieren unter Beweis stellen kann. Die in ihrer Heimat sehr bekannte und angesehene Volkskünstlerin Elli Fiola Nahmmacher wird auf das junge Talent aufmerksam und inspiriert Hübschmann zu einem Kreuzweg. Für einen in der DDR aufgewachsenen und atheistischen erzogenen Künstler ist das ein Vorstoß in ein unvertrautes Gelände. Aber der Holzbildhauer bezeichnet sich selbst als „Sensibelchen“ und kann sich schon bald in die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu einfühlen. So entstehen nacheinander vierzehn Kreuzwegstationen von großer Eindringlichkeit. Die Gestalt des Schmerzensmannes erscheint in jeder Station in einem anderen Licht, seine Gesichtszüge und seine Körperhaltung zeigen, wie ihn das Leid zunehmend niederdrückt, aber sie legen auch Zeugnis von seiner Widerstandskraft ab. Jesus ist, so wie ihn Hübschmann feinfühlig und mit einer von fernher an Riemerschneider erinnernden Innigkeit gestaltet hat, keine überirdische Erscheinung, sondern ein Mensch in seinem ganzen Elend, einer von den Mühseligen und Beladenen, die es überall auf der Erde gibt. Arbeiten wie die „Weihnachtskrippe“ und die „Heiligen Drei Könige“ sind Zeugnisse einer intensiven Auseinandersetzung mit dem christlichen Erbe. Die weihnachtlichen Motive werden entmythologisiert und in eine zeitgemäße Bildsprache übertragen. Immer klarer zeichnet sich das Menschenbild des Künstlers ab. Die in seine Holzskulpturen eingearbeiteten Gesichter erhalten immer markantere und zugleich weichere Züge. Die Individualiät und die Humanität des Menschen werden zuallererst an seinem Gesicht erkennbar. Hübschmann ist in seinen Werken ein Menschenfreund, antihumanistische Verzerrungen und Verfremdungen des Menschenantlitzes sucht man in seinem Werk vergebens. Der Holzbildner aus Thüringen ist nicht der einzige Künstler, dem die Wiederentdeckung des Holzes in Deutschland zu verdanken ist. Ihn kennzeichnet schon von Beginn seines Schaffens eine ausgeprägte und eigenwillige Handschrift, die ihn von anderen Kollegen seines Fachs deutlich unterscheidet. Im Gegensatz zu den starren und massigen Holzstatuen von Stephan Balkenhol oder auch zu den „Baumseelen“ von Oliver Hertel, die ihr Material bewusst grob, kantig und brüchig belassen, bestechen die Arbeiten von Ralph Hübschmann schon auf den ersten Blick durch ihre schmiegsamen und weichen Umrisslinien. Sie sind frei von Barlachscher Wucht und Schwere. Der Künstler arbeitet nicht mit der Kettensäge und bedient sich keinerlei maschineller Hilfe. Er verwendet ausschließlich Schnitz- und Holzbildhauerwerkzeuge, von denen es inzwischen eine breite Palette gibt.  Er geht behutsam zu Werke, er schont sein Holz, tut ihm keinen Tort an und „spricht“ mit ihm, um ihm die Form abzuringen, die verborgen in ihm steckt. Im Gegensatz zum starren Stein lebt das Holz. Es atmet, dehnt sich und zieht sich zusammen. Es nimmt Feuchtigkeit und Trockenheit,  Hitze und Kälte auf und behält bis zu seinem Lebensende seine innere Spannung. Es beansprucht gegenüber dem Künstler immer ein Mitspracherecht und behält am Ende trotzdem das letzte Wort. Ralph Hübschmann verwendet ausschließlich heimische Hölzer. Ein Tropenholz hat er nur ein einziges Mal verarbeitet, als er in einer Tischlerwerkstatt einen Rest Paduk gefunden hatte. Er bevorzugt harte Hölzer, am liebsten von Obstbäumen, aber auch Esche. Im Laufe der Jahre hat er sich an fast allen Bäumen, die hierzulande vorkommen, versucht, auch an Bergahorn, Robinie, Akazie, Essigbaum und Roteiche. Zu Beginn seines Schaffens hat er sehr viel Lindenholz in Angriff genommen, später hat er die Linde als zu weich empfunden und stattdessen härtere Hölzer gewählt. Ganz selten greift er zur Eiche. Die schönsten Arbeiten hat Hübschmann in meinen Augen aus Kirschen- und Pflaumenholz geschaffen, schon wegen ihrer warmen Rottöne. Einen besonderen Akzent hat der Künstler einigen seiner Werke – „Licht und Schatten“, „Sinfonie“ oder Orchideenzauber“ – dadurch verliehen, dass er ihnen einen Bernstein eingefügt hat. Er wurde dadurch möglicherweise von seiner Frau inspiriert, die von der bernsteinreichen Insel Rügen stammt. Seine Arbeit „Farben des Lichts“ hat er sogar mit blau leuchtenden Achatscheiben versehen und ihr damit einen geradezu mystischen Abglanz gegeben. Ralph Hübschmanns Holzkunstwerke sind aus einem Stück, ausein und demselben Stamm und wirken dadurch wie gewachsen. Ebenso wichtig, mühsam und zeitaufwendig wie die Herstellung der Figur ist für ihn die Oberflächenbehandlung. Die aus dem Holz getriebene Skulptur wird sorgfältig und feinfühlig glatt geschliffen, sodass sie sich schließlich seidenweich anfühlt. Sie wirkt wie Samt und verführt den Betrachter umwillkürlich dazu, das Werk zu berühren und zu ertasten. Danach werden die Arbeiten intensiv geölt. Die ätherischen Öle ohne jede chemische Beimischung ziehen tief in das Holz ein. Dadurch erscheint die eigene Färbung des Holzes wieder in ihrer natürlichen Frische. Zu guter Letzt trägt der Künstler Bienenwachs auf und gibt damit seinen Arbeiten den warmen, honiggelben bis braunen Ton, der für ihn so charakteristisch ist. Die enge Naturverbundenheit Hübschmanns wird auch durch die Auswahl seiner Motive bestätigt. Farbenfrohe Blumen wie Calla, Aracea, Iris und Orchidee lässt er mithilfe seiner „blühenden“ Phantasie neu erstehen. Es geht ihm dabei nicht um die Nachahmung der Natur. Er möchte mehr, er möchte der Pflanze mit den Mitteln seiner Kunst ein neues Leben verleihen. Noch kongenialer gelingt ihm diese Belebung in seinen Tiermotiven. Es fängt gleichsam im Kleinen an. Seine Lieblingstiere scheinen Schmetterlinge und Falter zu sein. Sie sind Symbole sowohl für die natürliche Metamorphose wie für die Verwandlungskunst des Künstlers. So wie aus einer Raupe ein Falter erwächst, so entschlüpft unter den Händen des Künstlers aus einem Baumstamm ein bleibendes Kunstwerk. Einer Vielzahl von Vögeln, Eule, Falke, Schwan, Reiher und Adler bis hin zum sagenhaften Phönix, der immer wieder aus der Asche empor steigt, verleiht Hübschmann auf seine Weise Flügel. Sie sind für ihn Zeichen für die Schönheit, Weisheit und Findigkeit der natürlichen Schöpfung und zugleich Symbole für den Aufbruch des Menschen zu neuen Ufern, für seine Neigung zum Höhenflug und für seinen über die irdische Begrenztheit hinausreichenden Erkenntnisdrang. Auch der Baum ist für Ralph Hübschmann nicht nur Rohmaterial, sondern selber ein Sinnbild für das menschliche Leben. Er gestaltet aus Kirschholz einen kraftvollen, über einen Meter hohen „Lebensbaum“ und greift das große Thema noch einmal in einem „Generationenbaum“ genannten Kunstwerk auf. Aus einer Generation erwächst die nachfolgende. Ihr Leben fußt auf dem Leben derer, die ihr vorausgegangen sind. Menschliches Leben kann nur in der Gemeinschaft mit den Vorfahren und mit den anderen Lebewesen auf der Erde, mit Pflanzen, Tieren und Menschen, gelingen. In solchen lebenskundlichen Arbeiten verwendet der Baumkünstler gern das Mittel der „asymmetrischen Symmetrie“. Männliche und weibliche Gesichter, aber auch Körpermerkmale „wachsen“ an einem Stamm. Sie stehen einander spiegelbildlich gegenüber. Sie ähneln sich, aber sie sind aneinander nicht gleich. Sie korrespondieren miteinander, stehen im engen Bezug zueinander, sie ergänzen sich. Sie sind einander zugetan, aber sie bleiben autonom in ihrer Eigenexistenz. Zum Baumstamm gesellt sich die Wurzel. Ralph Hübschmann spielt nicht nur mit dem Wurzelmotiv, das alles Leben mit seinem irdischen Ursprung verbindet, sondern er verarbeitet auch Wurzeln. Er hat eine „erotische“, eine „naive“ und eine „mystische Wurzel“ zu neuem Leben erweckt. Die Grenzen zur Mystik sind in der Tat fließend. Das verraten schon die Titel seiner Arbeiten. Gleich mehrere Werke hat er „Aufbruch“ genannt, andere heißen „Geborgenheit“, Sensibilität“, „Einklang“, „Innere Ruhe“, „Traum“, „Gedanke“, „Sein oder Bewusstsein“, „Licht“, „Lebenslust“, „Seele“, „Harmonie“, „Melodie“, „Ewigkeit“, „Zuneigung“, „wahre Liebe“ und „ewige Liebe“. Das liest sich wie ein ganzes Programm der Hinwendung zu inneren Werten. Die so bezeichneten Werke laden den Betrachter zur Einkehr ein, zur Meditation, zur Selbstreflexion. Sie lenken den Blick nach innen, sie strahlen Ruhe aus und verbinden den Menschen mit dem, was die Welt im Innersten zusammenhält. Der Mensch ist kein Einzelwesen, er kann nur im Einklang mit seiner natürlichen Umwelt „gedeihen“ und in Frieden leben. Nur so kann der Mensch wie Hübschmanns eindrucksvoller Riese „Atlas“ den Erdball auf seiner Schulter tragen, nur so kann er, wie seine „Don Quijote“- Skulptur zeigt, auch mit Windmühlenflügeln den Kampf aufnehmen, ohne dabei zugrunde zu gehen. Hübschmanns Arbeit lässt sich gut als eine Ehrenrettung des Phantasten aus verlorener Ehre deuten. Auch ein Künstler muss zuweilen gegen Windmühlenflügel kämpfen, um sich im Kunstbetrieb auf seinem verlorenen Posten zu behaupten. Wie meisterhaft Ralph Hübschmann noch im Kleinformat Menschen zu gestalten vermag, zeigt sich exemplarisch an seinen Schachspielen. Seine Schachfiguren sind gerade keine „Schachfiguren“, sie zeigen jede für sich individuelle Gesichtszüge und sind durch ihren Körperausdruck deutlich voneinander unterschieden. Ein Vergleich zwischen dem l992 fertig gestellten Spiel zwischen Römern und Ägyptern und dem großen Entwurf „Die Eroberung der Neuen Welt“ aus dem Jahre l997 zeigt zudem die enorme künstlerische Entwicklung des Holzkünstlers. Während die Römer und Ägypter noch typisierend dargestellt erscheinen, gelingt Hübschmann in seinem zweiten Schachspiel so etwas wie einen Akt aus dem großen Welttheater. Der aus dem Iran, dem Ursprungsland des Schachspiels, stammende Kunstkritiker Davood Khazaie stellt in seinem Beitrag für den Katalog der internationalen Kunstmesse in Shanghai 2011 fest, dass die differenzierten Darstellungen des Künstlers nur auf der Grundlage eigener umfangreicher Forschungen und Studien entstehen konnten. Die Figuren der weißen Kolonialherren aus Spanien und ihrer „indianischen“ Gegenspieler verraten eine genaue Kenntnis der handelnden Personen und des Geistes, der jene Epoche prägte. Der Kritiker weist auf die markant modellierte Königin Isabella von Kastilien hin: „Ihr koloniales Denken kommt klar zum Ausdruck. Das Kreuz und die Fahne repräsentieren die Politik und die Ideologie, die dahinter stehen. Das Kreuz wird hier im doppelten Sinn verwendet, als Christussymbol und als Galgen. Das Miteinander von Religion und Galgen zieht sich durch die ganze Geschichte.“ Den spanischen Eroberern steht die aztekische Dämonengottheit Quetzalcoatl gegenüber, der Menschenopfer durch das Herausschneiden ihrer Herzen dargebracht werden. Der Betrachter sieht zunächst die Gegensätze zwischen beiden Figuren und erkennt dann auf den zweiten Blick, wie sehr sich die Protagonisten der beiden Seiten ähneln. Beide sind offenkundig bereit, im Namen ihrer Religion ganze Legionen Menschen abzuschlachten und sich danach auch noch die Hände in Unschuld zu waschen. Die Werke von Ralph Hübschmann sind auch für den Laien auf den ersten Blick wieder zu erkennen. Sein Stil ist markant, unverwechselbar und immer augenfreundlich. Er ist,sieht man von seiner Beschränkung auf das Holz einmal ab, ein äußerst vielseitiger und wandlungsfähiger Künstler. Er ist bereit, seine Grenzen auszutesten. Ein Grenzfall ist für ihn sicher auch seine Porträtstudie „Angela Merkel“, keine Gefälligkeitsarbeit, sondern eine Auftragsarbeit, die er erst nach langem Zögern angenommen hat. Hübschmanns Kopf der amtierenden Bundeskanzlerin ist sicher kein Zeugnis für eine besonders politische oder menschliche Nähe, aber dennoch wirken ihre in der Realität eher bitteren Gesichtszüge in der künstlerischen Darstellung beinahe versöhnlich und fast schmeichelhaft. Unter der Maske einer Amtsperson tritt die Physiognomie einer nachdenklichen und fast in sich gekehrten Frau hervor. Kein anderer Holzbildhauer in Deutschland verfügt derzeit über ein so breites Spektrum von Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten wie Ralph Hübschmann. Sein imposantes Werkverzeichnis reicht vom christlichen Kreuzweg bis zum weltumspannenden Schachspiel, von der Darstellung eines winzigen Schmetterlings bis zum Riesen Atlas, der die Welt auf seinen Schultern trägt, von der unscheinbaren Irisblüte bis zum Lebensbaum, der den Einklang des menschlichen Lebens mit seiner natürlichen Umwelt symbolisiert. Dr. PETER SCHÜTT Hamburg 2011

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